Meldung – Endlager Morsleben

Bericht zur "Betrifft: Morsleben" – Optimierung der Infrastruktur des Endlagers Morsleben

Auf der Informationsveranstaltung "Betrifft: Morsleben" am 18. Oktober 2019 hat Werkleiter Frank-Holger Koch über die Infrastruktur des Endlagers Morsleben berichtet (Download Vortrag). Mit der Infrastruktur des Endlagers seien genau die Dinge gemeint, die wir sonst zum Beispiel in einer Stadt oder anderen Industrieanlagen vorfänden. Die Besonderheit: Unter Tage – im Endlager Morsleben genauso wie in anderen Bergwerken – seien Straßen "Strecken", Gebäude seien "Hohlräume", und Maschinen, Autos, Strom und Wasser gebe es wie über Tage – nur müssen sie durch die Schächte transportiert werden, bevor sie zum Einsatz kommen können. Den größten Unterschied mache die frische und verbrauchte Luft aus, so genannte "Wetter", sagte Koch. Die zur Verfügung stehende Frischluft bestimme, wie viele Menschen unter Tage im Endlager Morsleben arbeiten und wie viele Maschinen unter Tage betrieben werden könnten.

Verbesserung der Luftführung unter Tage

Entsprechend legte Koch den Schwerpunkt seines Vortrags bei "Betrifft: Morsleben" auf den Neubau von Bauwerken zur Luftführung unter Tage (Wetterschleusen) auf der 2. Ebene (Sohle) der Schachtanlage Bartensleben. Im Bereich des Haltepunkts des Förderkorbs (Füllort) dienen die Bauwerke dazu, dass die Luft an diesem Punkt im Endlager Morsleben optimal verteilt wird: Beim Öffnen der aktuell vorhandenen Türen zieht die Frischluft ungenutzt in Richtung Schacht Marie, wo sie wieder nach über Tage gelangt. Dieser sogenannte Wetterkurzschluss würde bei der Umsetzung der beantragten Stilllegung aufgrund häufigerer Materialtransporte zu einem Problem werden. Mit Blick auf die geplante Stilllegung des Endlagers Morsleben wird dieser Teil der Infrastruktur nun verbessert.

Die Perspektive auf die Stilllegung des Endlagers Morsleben

Für Koch sind neben dem sicheren Betrieb des Endlagers Morsleben der Erhalt und die Verbesserung der Stilllegungsfähigkeit zentrale Aufgaben im Endlager Morsleben. Die BGE rechnet Ende der 2020er Jahre mit dem Planfeststellungsbeschluss durch das Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt (MULE) und damit verbunden mit dem Beginn der Stilllegung. Diese werde dann weitere 15 bis 20 Jahre dauern. Die Infrastruktur müsse für diese Zeiträume geplant werden.

Wichtig sei dabei, dass man nichts umsetze, was in den Planungen zur Stilllegung des Endlagers Morsleben beim MULE eingereicht worden sei. Dabei gilt, dass im Einzelfall geprüft werden müsse, ob das für eine geplante Maßnahme zutreffe oder nicht. Um solche Risiken zu minimieren, habe man zum Beispiel die Standorte, an denen später einmal Abdichtbauwerke, die eine zentrale Maßnahme der Stilllegung sind, errichtet werden sollen, gelbe Flatterbänder an den Wänden (Stoß) befestigt. So wisse man immer, dass man an diesen Stellen nichts verändern dürfe.

Geplante Verbesserungsmaßnahmen

Verbesserungsmaßnahmen seien aber nicht nur bei der Wetterführung geplant, so Koch, sondern auch in anderen Bereichen des Endlagers Morsleben: Unter Tage soll zum Beispiel ein Fluchtweg von der Grube Bartensleben zur Grube Marie verbessert werden und Strecken im Bereich der Grube Marie sollen ausgebaut werden, damit sie größeren Maschinen Platz bieten. Über Tage sei unter anderem der Rückbau des obertägigen radiologisch kontrollierten Bereiches (Kontrollbereich) geplant und ein neues Verwaltungsgebäude befinde sich auch in Planung.

Die Veranstaltungsreihe "Betrifft Morsleben"

Die Veranstaltungsreihe „Betrifft: Morsleben“ ist ein Forum für interessierte Bürgerinnen und Bürger, um über aktuelle Arbeiten und Fragestellungen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BGE ins Gespräch zu kommen.

Werksleiter Frank-Holger Koch und Michael Lohse bei der Begrüßung der Gäste der Veranstaltung "Betrifft: Morsleben" am 18. Oktober 2019