Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Juli 2021
 

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.

  • In rund 810 Metern Tiefe werden weiterhin Kavernenstrecken hergerichtet. In den Strecken können Lösungen gespeichert werden, die zum Beispiel nicht planmäßig nach über Tage abgegeben werden können. Jetzt werden die beiden Widerlager vor der Kavernenstrecke B mit Beton (Sorelbeton) verpumpt. Widerlager sind Streckenverschlüsse aus Beton, die dem Druck des einzubringenden Materials in der Strecke dahinter standhalten können.
     

Faktenerhebung

Die Einlagerungskammern 7 und 12 auf der 750-Meter-Ebene werden mit Bohrungen erkundet. Die Erkundung der Kammer 7 wurde abgeschlossen. Die Erkundung der Kammer 12 wird vorbereitet.
 

  • Die Mitarbeiter*innen der Gruppe Sonderprojekte in Zusammenarbeit mit dem Strahlenschutz richten das Bohrort für die Bohrarbeiten zur Einlagerungskammer 12 auf der 750-Meter-Ebene (Sohle) weiter ein. Im Juli werden hauptsächlich der Arbeitsbereich, die für die neue Bohrung errichtete Einhausung und die Messcontainer, eingerichtet. Es finden Arbeiten an der Belüftung und Klimatisierung statt. Für Messgeräte werden Halterungen gebaut. Lagerflächen werden hergerichtet. Weiterhin werden die notwendigen Abnahmen und Inbetriebnahmen gemäß der Genehmigungslage vorbereitet sowie die hierfür erforderlichen Unterlagen erstellt.
     

Rückholungsplanung

Die Bergung der Abfälle erfolgt je nach Einlagerungskammer mit unterschiedlichen Techniken.

  • Der Beleuchtungsprozess zur Standortentscheidung für das Zwischenlager läuft weiter. Der Prozess wird durch das Niedersächsische Umweltministerium koordiniert. Weitere Informationen zum Beleuchtungsprozess finden Sie auf der Internetseite des Umweltministerium.
     
  • Die Arbeiten zur Entwurfsplanung der Rückholung der Abfälle aus der Einlagerungskammer 7 auf der 725-Meter-Ebene haben begonnen. In einem ersten Gespräch mit dem beauftragten Dienstleister wurde der Bearbeitungsablauf besprochen.
     
  • Im Rahmen der Ausschreibung der Entwurfsplanung zur Rückholung der Abfälle von der 750-Meter-Ebene sind die Teilnahmeanträge eingereicht worden. Diese werden derzeit bewertet. Fachlich geeignete Bieter werden im Anschluss zur Angebotsabgabe aufgefordert.
     
  • Die Entwicklung der Bergetechnik für die Rückholung der radioaktiven Abfälle von der 750-Meter-Ebene wurde ausgeschrieben. Zunächst wird um Teilnahmeanträge gebeten. Fachlich geeignete Bieter werden im Anschluss zur Angebotsabgabe aufgefordert.
     
  • Die von der Arbeitsgruppe Optionen – Rückholung (AGO) vorgelegte Stellungnahme zum Rückholkonzept für die Abfälle von der 750-Meter-Ebene wird fachlich bewertet und hierzu eine Stellungnahme vorbereitet. Die AGO veröffentlicht Stellungnahmen, Schreiben und Berichte auf ihrer Internetseite.
     

Rückholungsbergwerk und Schacht Asse 5

Für die Rückholung müssen neue Infrastrukturräume und Zugänge zum bestehenden Bergwerk sowie ein Bergungsschacht (Schacht Asse 5) errichtet werden.

  • Im äußersten Osten der 700-Meter-Ebene wurden die Bohrarbeiten abgeschlossen. Im Juli wurden die Anlagen abgerüstet. Mehr dazu unten im Punkt „Einblick“. Jetzt wird eine Bohrlochtomographie vorbereitet. Dazu werden die vorhandenen Erkundungsbohrungen auf der 574- und 700-Meter-Ebene mit Messinstrumenten bestückt, um ein detailreiches Bild der Umgebung zu erhalten. Zur Verbindung der Bohrungen wird 595 Meter unter Tage eine Transportbohrung für die notwendigen Leitungen vorbereitet.
     
  • Östlich der Schachtanlage Asse II hat die abgelenkte Bohrung R15-S1 die Endlänge von 1.100 Metern erreicht. Für die zweite Bohrung ist sie in Teilen wieder verfüllt worden. Von diesem sogenannten Ablenkpunkt ist die zweite Bohrung ebenfalls auf 1.100 Meter niedergebracht worden. Auch in dieser Bohrung wurden geophysikalische Messungen vorgenommen. Diese konnten bis Ende Juli abgeschlossen werden. Die Bohrung soll nun verfüllt werden.
     

Lösungsmanagement

In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.

  • In der Monatsmitte werden mit der Charge 2021/10 253 Kubikmeter Lösung abtransportiert. Die abgegebene Lösung stammt von der Hauptauffangstelle in 658 Metern Tiefe. In der Charge 2021/10 werden weder Tritium noch Cäsium-137 nachgewiesen. Die Nachweisgrenzen liegen bei 7,8 Becquerel pro Liter für Tritium und 0,76 Becquerel pro Liter für Cäsium-137. Mit der Nachweisgrenze wird derjenige Wert eines Messverfahrens bezeichnet, bis zu dem die Messgröße (zum Beispiel die spezifische Aktivität von Radionukliden einer Flüssigkeitsprobe) gerade noch zuverlässig nachgewiesen werden kann. Sie ist ein Maß für die Empfindlichkeit des gewählten Analyseverfahrens. Wenn Aktivitätskonzentrationen von Radionukliden so niedrig sind, dass sie nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden konnten, wird die sogenannte Nachweisgrenze angegeben. Sie zeigt die maximal mögliche Aktivität an, die theoretisch noch in einer Probe vorhanden sein könnte.
     

Standortüberwachung und –erkundung

Zur Planung der Rückholung, zur Umsetzung der Notfallplanung und zur Erfassung der Auswirkungen durch den Bergbau muss die Asse überwacht und erkundet werden.

  • Die Erkundungsbohrung R 11 wurde erfolgreich abgeschlossen. Die erwartete geologische Situation konnte nur teilweise bestätigt werden. Bereits früher als geplant wurde Steinsalz angetroffen und das Erkundungsziel der Bohrung erreicht. Die Bohrung endete damit vorzeitig. Insgesamt hat die Kernbohrung eine Länge von rund 449 Metern erreicht. Geplant war eine Länge von rund 530 Metern. Die Ergebnisse werden zurzeit ausgewertet und später mit den Ergebnissen der Bohrkernuntersuchungen zusammengeführt und interpretiert. Sobald alle Ergebnisse vorliegen, werden diese in das geologische Strukturmodell der Asse einfließen. Weitere Informationen finden Sie in der Meldung vom 30. Juli 2021 „Die Arbeiten an der Erkundungsbohrung R 11 auf der Asse wurden erfolgreich beendet. Das Bohrloch wurde gesichert“. 
     

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • Auf der 490-Meter-Ebene wird weiter an der Bewetterung um den Bereich des Abbaus 8 gearbeitet. Hier wurde ein Kipploch für Salz hergestellt. Um die Staubentwicklung im Bergwerk zu begrenzen, werden hier die Luftströme über Leitungen (Lutten) und eine Entstaubung zusätzlich gesteuert. Es finden Montagearbeiten statt.
     
  • In der Wendelstrecke von der 750-Meter-Ebene aufwärts wird ein rund 90 Meter langes Stützbauwerk errichtet. Ende Juli kann es auf einer Länge von rund 80 Metern fertiggestellt werden.
     

Strahlenschutz

Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.
 

  • Auf der 490-Meter-Ebene wird an der Einrichtung eines neuen Strahlenschutz-Arbeitsplatzes gearbeitet. Im Abbau 4 sollen zukünftig Proben für radiologische Laboruntersuchungen vorbereitet werden. Derzeit werden diese Arbeiten in 750 Metern Tiefe erledigt. Der Platz dort ist jedoch aufgrund der Stabilisierungsmaßnahmen zur Verfüllung vorgesehen.

Infrastruktur

Über Tage muss die Infrastruktur dauerhaft instandgehalten und modernisiert werden.

  • Das Gasflaschenlager ist fertiggestellt. Jetzt muss es abgenommen und in Betrieb gesetzt werden.
     
  • Am Laborgebäude ist eine Anlage zur Klimatisierung des Feststofflabors in Betrieb genommen worden. Die moderne Anlage schafft die erforderlichen Bedingungen von Luftfeuchtigkeit und Temperatur zur qualitätsgesicherten Probenuntersuchung. Bisher musste dies über mehrere Anlagen geregelt werden.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Während der Corona-bedingten Schließung wird die Infostelle Asse genutzt, um im Rahmen der betriebsärztlichen Gesundheitsvorsorge Mitarbeiter*innen gegen das Virus zu impfen. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung vom 10. Juni 2021 „BGE startet mit Schutzimpfungen gegen COVID-19“.
     

Einblick

Fertig! Nach fünf Jahren wurden die Bohrarbeiten zur Erkundung des Salzgesteins östlich der Schachtanlage Asse II abgeschlossen.

2016 hatten sie in 574 Metern unter Tage begonnen und sind dann zur 700-Meter-Ebene gezogen. Undichtigkeiten im Gestein, Spuren von Gas, die Alarm ausgelöst haben, Feuchtigkeit, die die Bohrarbeiten fast zum Erliegen gebracht hätten – mit diesen Schwierigkeiten hat das Projekt gekämpft. Jetzt ist es geschafft. Mit der Bohrung 700-5 ist das bohrtechnische Erkundungsprogramm mit insgesamt acht Bohrungen unterschiedlicher Länge und Lage abgeschlossen. Nun werden die noch offenen Bohrungen für eine tomographische Untersuchung vorbereitet. Signalgeber und Empfänger werden in den Bohrlöchern platziert. Gezielte Signale und ihre Laufzeit und –eigenschaften können dann Aufschluss über die Eigenschaften des Gesteins um die Bohrungen geben. Die Asse hat eine außerordentlich komplexe Geologie. Durch den Aufstieg des Salzes vor Jahrmillionen ist die Schichtung der Gesteine durcheinandergeraten und die Lage der Gesteine deutlich gegenüber dem sogenannten „Standardprofil“, der idealtypischen, ungestörten Schichtung, geändert.