Endlagersuche

Rückblick auf die Tage der Standortauswahl 2026

19. Mai 2026: 300 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Behörden und der interessierten Öffentlichkeit trafen sich zu den 5. Tagen der Standortauswahl in Leipzig.

Wenn 300 Teilnehmende mit verschiedenen fachlichen Hintergründen zusammenkommen, um sich über die neusten wissenschaftlichen Entwicklungen zur Endlagersuche auszutauschen, dann kann das nur eines heißen: Es sind wieder die „Tage der Standortauswahl“. 

Am 23. und 24. April fand im Leipziger Kubus die mittlerweile fünfte Auflage der wissenschaftlichen Tagung statt. Ausrichter waren dieses Mal die Technische Universität Dresden und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Kooperation mit der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). 

Die Tage der Standortauswahl bieten im Zweijahresrhythmus eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Fachöffentlichkeit und interessierter Öffentlichkeit und greifen sowohl natur- und ingenieurwissenschaftliche als auch sozialwissenschaftliche Perspektiven auf.

Wissenschaftliche Debatte als Rückgrat der Endlagersuche

Das Standortauswahlverfahren für das Endlager für Deutschlands hochradioaktive Abfälle basiert auf fünf Grundprinzipien: Es handelt sich um ein partizipatives, wissenschaftsbasiertes, transparentes, selbsthinterfragendes und lernendes Verfahren. Bei den Tagen der Standortauswahl liegt der Fokus auf einem dieser Prinzipien, wie Iris Graffunder, Vorsitzende der Geschäftsführung der BGE, gleich zu Beginn der Tagung in ihrem Grußwort ausführte: „Wissenschaftsbasiert bedeutet für uns: Wir können die Verantwortung für die Sicherheit kommender Generationen nur dann tragen, wenn unsere Entscheidungen auf einem Fundament stehen, das einer kritischen Überprüfung standhält. Und genau hier setzen die Tage der Standortauswahl an. Die wissenschaftliche Debatte um die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ist nicht nur lebendig – sie ist das Rückgrat des wissenschaftsbasierten Verfahrens.“ 

Aktuelles aus Deutschland und Erfahrungen aus der Schweiz

Doch auch die anderen Verfahrensprinzipien waren während der beiden Tage präsent. Vorträge und Poster von BGE-Mitarbeitenden zeigten beispielsweise, wie Forschungsergebnisse ihren Weg vom Labor in die Praxis der Standortauswahl finden und so ein lernendes Verfahren ermöglichen. Dr. Tim Vietor, Mitglied der Geschäftsleitung der Nagra, berichtete in seiner Keynote von Erfahrungen der Standortsuche in der Schweiz und warb nachdrücklich für kontinuierliche, nachvollziehbare Kommunikation. Teilnehmende aus dem Nationalen Begleitgremium (NBG) und dem Planungsteam Forum Endlagersuche (PFE) brachten in Diskussionen Beteiligungsperspektiven ein. 

Themenschwerpunkt KI

Ein Themenschwerpunkt der 5. Tage der Standortauswahl lag auf Digitalisierung und KI in der Endlagerforschung. Neben einer Vortragssession zu diesem Thema bot die Keynote von Prof. Dr. Gerik Scheuermann, Professor für Informatik an der Universität Leipzig, einen kurzweiligen Einblick in Anwendungsfelder für die Künstliche Intelligenz. Weitere Sessions widmeten sich natur- und ingenieurwissenschaftlichen Aspekten der Langzeitsicherheit, sozialwissenschaftlichen und soziotechnischen Perspektiven im Standortauswahlverfahren sowie modelltheoretischen und modelltechnischen Konzepten und Lösungsansätzen, dem Benchmarking und der Optimierung.  

Führungen in das VisLab, das 3D-Visualisierungszentrum des UFZ, rundeten das Programm ab und ermöglichten nach zahlreichen Fachgesprächen auch einen informellen Austausch.