Das Forschungsprojekt „GeoMetEr“

„Vor der Hacke ist es duster“, lautet ein Sprichwort aus dem Bergbau. Es verdeutlicht ein grundsätzliches Problem: Wie es im Untergrund wirklich aussieht, ist erst bekannt, wenn man das Gestein sieht. In der Vergangenheit mussten hierzu häufig Bohrungen durchgeführt werden, um Aufschluss über den geologischen Untergrund zu erhalten. Heute gibt es viele andere Methoden, den Untergrund minimalinvasiv ohne Schädigung der tieferen Gesteinsschichten zu erkunden.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „GeoMetEr“ sollen daher verschiedene geophysikalische Methoden und Methodenkombinationen untersucht und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, möglichst verlässliche Aussagen zur geologischen Situation im Untergrund zu erhalten. Das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik, eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung aus Hannover, und die Technische Universität Bergakademie Freiberg arbeiten dazu mit weiteren Partner*innen aus Industrie und Forschung zusammen. Die verbesserten Methoden und Methodenkombination können zukünftig bei ganz verschiedenen Fragestellungen zum Einsatz kommen, etwa im Kontext der Geothermie, bei der Rohstofferkundung oder bei der Endlagersuche. 

GeoMetEr wird in zwei Forschungsregionen mit unterschiedlicher Geologie durchgeführt. In der Nähe der Gemeinde Langenweißbach im Erzgebirge liegt der Fokus auf Kristallingestein und der Abbildung von Störungen darin. In der Samtgemeinde Harsefeld in Niedersachsen konzentriert sich das Forschungsprojekt auf das Deckgebirge über einem Salzstock. Beide Forschungsregionen sind aus Sicht der BGE gemäß der im Standortauswahlgesetz vorgegebenen Ausschlusskriterien als zukünftiger Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle nicht geeignet. Sie werden daher im weiteren Suchverfahren nicht berücksichtigt.

In den Forschungsregionen kommen in der ersten Projektphase verschiedene geophysikalische Messverfahren aus der Luft und von der Erdoberfläche zum Einsatz. Bei der Auswertung und Interpretation der Daten werden neuartige Ansätze entwickelt und erprobt. In der zweiten Projektphase werden die Ergebnisse durch jeweils eine Bohrung pro Forschungsregion verifiziert und ergänzt.

Das Forschungsprojekt GeoMetEr wird von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gefördert und hat eine geplante Laufzeit von fünf Jahren (2023 – 2028). Die BGE wird die gewonnenen Informationen und methodischen Erkenntnisse in die Erkundungsprogramme für die zukünftige Erkundung der Standortregionen einfließen lassen.

Informationen zur ersten Projektphase von GeoMetEr, zu den Forschungsregionen und zu den zum Einsatz kommenden geophysikalischen Messverfahren finden Sie auf der Projektseite des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik (externer Link). Informationen zur zweiten Projektphase (Forschungsbohrungen ab Herbst 2026) finden Sie in der folgenden Infobox.

Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen zur Endlagersuche haben, schreiben Sie uns gern eine E-Mail an dialog(at)bge.de oder nutzen Sie unsere Hinweisplattform.