Schachtanlage Asse II

Die Schachtanlage Asse II im niedersächsischen Landkreis Wolfenbüttel: Tief unter Tage liegen in dem Bergwerk rund 47.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Dort sind sie nicht sicher. Sie müssen zurückgeholt und das Bergwerk anschließend stillgelegt werden – so lautet der gesetzliche Auftrag an die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE).

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Die Schachtanlage Asse II ist eine von ehemals drei Anlagen, die um 1900 zur Gewinnung von Kali- und Steinsalz errichtet wurden. Während Asse I und III bereits vor Jahrzehnten aufgegeben wurden, kauft der Bund 1965 das Bergwerk, um dort die Endlagerung radioaktiver Abfälle zu erforschen. Dafür werden von 1967 bis 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfälle in ehemaligen Abbaukammern eingelagert. Es wurde umfangreich geprüft, ob sich auch hochradioaktives Material in Asse II befindet. Bisher haben die Prüfungen aber keine Hinweise darauf geliefert.

 

Schachtanlage Asse II - erklärt in 90 Sekunden

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Grafik des Förderturms der Asse in schwarz-weißer Anmutung. Die Grafik verlinkt auf ein kurzes YouTube-Video über die Asse.

360-Grad-Rundgang: Virtuelle Tour durch die Schachtanlage Asse II
8. September 2022, 18:00 Uhr
Veranstaltungsort: online
 



Betrifft: Asse – Fokus Notfallplanung
20. Oktober 2022, 18:00 Uhr

Die Infostelle Asse befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Schachtanlage. Neben der Ausstellung und der Möglichkeit zur Befahrung finden regelmäßig Vorträge und Veranstaltungen statt. Befahrung und Besuch sind kostenlos.

Rückholung und Stilllegung

Weder die Geologie der Asse, noch das Bergwerk selbst eignen sich für die Lagerung radioaktiver Abfälle. Das Bergwerk ist instabil. Es bilden sich Risse, durch die salzhaltiges Wasser eintritt. Dieses wird aufgefangen und entsorgt, damit es nicht in Kontakt mit den radioaktiven Abfällen kommt. Langfristig kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass durch den Wassereintritt radioaktive Stoffe freigesetzt werden.

Um eine Gefahr für Menschen und Umwelt abzuwenden, hat der Deutsche Bundestag deshalb per Gesetz entschieden, die Abfälle aus der Asse schnellstmöglich bergen zu lassen. Anschließend soll das Bergwerk stillgelegt werden. Diesen Prozess begleitet die Öffentlichkeit, etwa in Form der Asse-2-Begleitgruppe und ihrem wissenschaftlichen Beratungsgremium AGO (Arbeitsgruppe Optionen - Rückholung). Pläne zur Stilllegung unter Verbleib der Abfälle wurden mit Blick auf die Langzeitsicherheit verworfen.

Die Hauptauffangstelle für Wasser in der Schachtanlage Asse.

Grafische Darstellung eines Tripod-Baggers. Mit diesem Gerät sollen die radioaktiven Abfälle von der 725-Meter-Ebene geborgen werden.

Zeitplan und Kosten

Blick nach unter Tage in die Schachtanlage.

Für die Rückholung der Abfälle erkunden Expert*innen die Einlagerungskammern und entwickeln und erproben gemeinsam mit externen Partnern geeignete Bergetechniken. Die Abfälle sollen über ein neues Rückholbergwerk geborgen werden. Anschließend werden sie in einer Abfallbehandlungsanlage fachgerecht behandelt und sicher verpackt, bevor sie in ein Zwischenlager gebracht werden können. Nach heutigem Planungsstand soll die Rückholung der Abfälle im Jahr 2033 beginnen.

Gegenwärtig schätzen die Beteiligten die Kosten für die Vorbereitung der Rückholung bis 2033 auf rund 3,35 Milliarden Euro. Die Summe schließt den Aufwand für die Offenhaltung und Umsetzung der Vorsorgemaßnahmen der Notfallplanung ein. Die Unsicherheit der Schätzung liegt bei rund dreißig Prozent. Die Gesamtkosten für die Rückholung der radioaktiven Abfälle sind zur Zeit ebensowenig prognostizierbar wie die Kosten für die Stilllegung der Schachtanlage Asse II nach der erfolgten Rückholung. 

  • Die Schachtanlage Asse II ist ein ehemaliges Salzbergwerk in Niedersachsen
  • Rund 47.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle lagern in ehemaligen Abbaukammern tief unter Tage
  • Das Bergwerk ist instabil und es tritt salzhaltiges Wasser ein
  • Die Abfälle müssen von der BGE per Gesetz aus der Asse geborgen und das Bergwerk anschließend stillgelegt werden
  • Es ist nicht sicher genug, das Bergwerk unter Verbleib der Abfälle stillzulegen

Magazine & Videos

Wie geht es mit den Planungen zur Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II voran? Wo soll der Atommüll zwischengelagert werden? Wie plant die BGE die Errichtung des Rückholbergwerkes unter Berücksichtigung des Naturschutzes rund um die Asse? Auf dem YouTube-Kanal der BGE gibt es zahlreiche Videos, die diese und weitere Fragen, die der BGE von Bürger*innen schon gestellt worden sind, beantworten.

Leicht verständliche Informationen zur Schachtanlage Asse II bietet auch das Einblicke-Magazin der BGE - gedruckt und online. Verschiedene Autor*innen, die überwiegend nicht der BGE angehören, nähern sich darin den Herausforderungen, welche die Rückholung und Stilllegung des ehemaligen Salzbergwerks mit sich bringen - wissenschaftlich, technisch, aber auch gesellschaftlich.

 

Grafik, die mit mehreren kleinen Fotos und einem roten Abspielknopf auf das YouTube-Angebot zur Schachtanlage Asse II verlinkt.