Endlager Konrad

Die Schachtanlage Konrad im niedersächsischen Salzgitter: Hier entsteht das erste nach Atomrecht genehmigte Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Deutschland. Das ehemalige Eisenerzbergwerk wird dafür unter Leitung der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) umgebaut.

Ab 2027 soll die Einlagerung von bis zu 303.000 Kubikmetern schwach- und mittelradioaktiver Abfälle beginnen. Dabei werden die eingelagerten Behälter schon während des Betriebs mit geeignetem Beton fixiert und sicher abgeschlossen. Nach dem Ende des Betriebs werden alle Hohlräume des Bergwerks verfüllt und langzeitsicher verschlossen.

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Über die Schächte Konrad 1 und Konrad 2 fördern Bergleute ab 1964 Eisenerz. Bereits 1976 endet der Abbau aus wirtschaftlichen Gründen. Im selben Jahr beginnen Untersuchungen zur Eignung von Schacht Konrad als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Wissenschaftliche Untersuchungen der Geologie sprechen dafür: So verhindern etwa dicke Tonschichten das Eindringen von Wasser – und damit auch das Austreten von radioaktiven Stoffen für einen langen Zeitraum.

 

Endlager Konrad - erklärt in 90 Sekunden

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Der Förderturm Schacht Konrad 1 stilisiert als Icon

Betrifft: Konrad - Rückblick auf 2022, Ausblick auf 2023

26. Januar 2023
18:00 Uhr

Die Infostelle Konrad informiert über die Schachtanlage. Sie bietet Ausstellungen, Multimedia-Anwendungen sowie die Befahrung des geplanten Endlagers an. Besuch und Befahrung sind kostenlos.

Überprüfung

2002 genehmigt das niedersächsische Umweltministerium das Endlager Konrad mit einem so genannten Planfeststellungsbeschluss. Nach mehreren Klageverfahren wurde diese Genehmigung 2007 höchstrichterlich durch das Bundesverwaltungsgericht bestätigt. Seitdem haben sich Wissenschaft und Technik stetig weiterentwickelt. Daher hat die BGE externe Auftragnehmer beauftragt, zu überprüfen, ob die sicherheitsrelevanten Anforderungen noch dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Planungen und den Bau des Endlagers ein. Während der Untersuchungen haben die Expert*innen bereits eine Reihe von Anpassungsbedarfen ausgemacht: Diese gelten teilweise als relevant für die Sicherheit des Endlagers. Grundsätzliche Sicherheitsdefizite wurden aber nicht erkannt.

Der Umbau des ehemaligen Eisenerzbergwerks ist aufwändig. So müssen etwa unter Tage die beiden Schächte saniert und mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet werden. Dazu zählen unter anderem Transportstrecken sowie die Einlagerungsbereiche in rund 850 Metern Tiefe. Über Tage errichten Bauarbeiter*innen neue Gebäude. Dazu zählt auch eine Umladehalle. Dort werden später die Abfallgebinde mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen mit geringer Wärmeentwicklung angeliefert und für den Transport nach unter Tage vorbereitet.

Blick in die Zukunft: Die 3D-Grafik gibt einen Ausblick darauf, wie das Endlager Konrad nach seiner Fertigstellung aussehen soll.

Die Abfälle

Ausbau des Füllorts für die zukünftige Umladestation.

Rund zwei Drittel der für das Endlager Konrad bestimmten radioaktiven Abfälle stammen aus Kernkraftwerken und Betrieben der kerntechnischen Industrie. Darüber hinaus soll das Endlager Konrad Materialien aus dem Rückbau von DDR-Kernkraftwerken sowie Abfälle aus Bundesforschungsstätten aufnehmen.

Derzeit lagern die vorgesehenen radioaktiven Abfälle noch in oberirdischen Zwischenlagern und Landessammelstellen. Von dort werden Sie später endlagergerecht verpackt ins Endlager Konrad transportiert.

  • Schacht Konrad ist das erste nach Atomrecht genehmigte Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Deutschland
  • Im Jahr 2027 soll das Endlager fertig sein und Platz für bis zu 303.000 Kubikmeter Atommüll bieten
  • Die radioaktiven Abfälle stammen zum überwiegenden Teil aus Kernkraftwerken und der kerntechnischen Industrie
  • Derzeit lagern die für Konrad vorgesehenen Abfälle noch in oberirdischen Zwischenlagern und Landessammelstellen

Magazine & Videos

Wie sehen eigentlich die Baustellen unter Tage im Endlager Konrad aus? Wie gelangen die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle nach der Fertigstellung 2027 sicher nach unter Tage? Und wie kam es zur Entscheidung, das ehemalige Erzbergwerk zu einem Endlager für Atommüll auszubauen? Auf dem Youtube-Kanal der BGE gibt es zahlreiche Videos, die diese und weitere Fragen beantworten, die Bürger*innen der BGE bereits gestellt haben.

Leicht verständliche Informationen zum Endlager Konrad bietet auch das Einblicke-Magazin der BGE - gedruckt und online. Verschiedene Autor*innen, die überwiegend nicht der BGE angehören, nähern sich darin den Herausforderungen, die etwa der Bau des Endlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle mit sich bringt - wissenschaftlich, technisch, aber auch gesellschaftlich.

 

Grafik, die mit mehreren kleinen Fotos und einem roten Abspielknopf auf das YouTube-Angebot zum Endlager Konrad verlinkt.