Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im November 2021
 

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.

  • In 700 Metern Tiefe öffnen Bergleute eine alte Strecke aus der Zeit der Salzgewinnung. Hier sollen alte Hohlräume mit Abdichtbauwerken versehen werden. Dazu wird mit einer Fräse der Streckenquerschnitt wiederhergestellt. Bei den Arbeiten entdecken die Bergleute Reste alter Schienen aus der Zeit des Gewinnungsbergbaus.
     
  • Bergleute stellen in rund 810 Metern Tiefe die dritte von vier Kavernenstrecken für die Lösungsspeicherung fertig. Nach dem Ende der Auffahrung beginnen sie, das Verschlussbauwerk zu errichten. Zusätzlich arbeiten sie an Bohrungen, durch die Beton (Sorelbeton) in die Verschlussbauwerke vor den Strecken gepumpt wird.
     

Erkundung von Einlagerungskammern

Alle Einlagerungskammern auf der 750-Meter-Ebene werden mit Bohrungen erkundet. Die Erkundung der Kammer 7 wurde abgeschlossen. Die Erkundung der Kammer 12 wird vorbereitet.
 

  • Die Vorbereitungen für das Anbohren der Einlagerungskammer 12 auf der 750-Meter-Ebene (Sohle) laufen weiter. In diesem Monat bauen die Arbeiter insbesondere elektrische Anlagen auf und nehmen sie in Betrieb.
     

Rückholungsplanung

Die Bergung der Abfälle erfolgt je nach Einlagerungskammer mit unterschiedlichen Techniken.

  • Der Fachbereich schließt Bietergespräche für die beiden Ausschreibungen zur Entwurfsplanung sowie zur Entwicklung der Bergetechnik für die Rückholung der radioaktiven Abfälle von der 750-Meter-Ebene ab. Die Bieter werden aufgefordert, die Angebote für die Zuschlagserteilung einzureichen.
     
  • Unternehmen reichen ihre Angebote im Rahmen der Ausschreibung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Abfallbehandlungsanlage und das Zwischenlager ein. Die Fachabteilung beginnt mit der Auswertung, die in den nächsten Wochen abgeschlossen werden soll. Die Zuschlagserteilung ist noch für Dezember 2021 geplant.
     

Rückholungsbergwerk und Schacht Asse 5

Für die Rückholung müssen neue Infrastrukturräume und Zugänge zum bestehenden Bergwerk sowie ein Bergungsschacht (Schacht Asse 5) errichtet werden.
 

  • Der Fachbereich setzt die Handlings-Tests für die Tomographie der Erkundungsbohrungen im östlichen Salinar fort. Er erprobt auf der 775-Meter-Ebene in der dafür hergestellten Bohrung die Geräte und Ausrüstung.
     

Lösungsmanagement

In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.

  • Bergleute bringen rund 244 Kubikmeter Salzlösung in der Charge mit der Bezeichnung 2021/16 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage. Die Kampagne findet Anfang des Monats statt. Die abgegebenen Lösungen stammen von der Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene (Sohle). In der Charge 2021/16 werden weder Tritium noch Cäsium-137 nachgewiesen. Die Nachweisgrenzen liegen bei 7,7 Becquerel pro Liter für Tritium und 0,66 Becquerel pro Liter für Cäsium-137. Die Nachweisgrenze bezeichnet denjenigen Wert eines Messverfahrens, bis zu dem die Messgröße (etwa die spezifische Aktivität von Radionukliden einer Flüssigkeitsprobe) gerade noch zuverlässig nachgewiesen werden kann. Sie ist ein Maß für die Empfindlichkeit des gewählten Analyseverfahrens. Wenn Aktivitätskonzentrationen von Radionukliden so niedrig sind, dass sie nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden konnten, wird die sogenannte Nachweisgrenze angegeben. Sie zeigt die maximal mögliche Aktivität an, die theoretisch noch in einer Probe vorhanden sein könnte.
     

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • Arbeiter errichten in 490 Metern unter Tage im Abbau 9 ein Fundament. Hier entsteht ein Lagerraum für die Wettertechnik. Wettertechniker sorgen für die Steuerung und Überwachung der Luft im Bergwerk.
     
  • Bergleute arbeiten in einer Werkstatt in 574 Metern unter der Tagesoberfläche an einem Stützbauwerk.
     
  • In rund 620 Metern unter der Tagesoberfläche wird weiter an einem Stützbauwerk und einer Lagerfläche an der Hauptverbindungsstrecke im Bergwerk (Wendelstrecke) gearbeitet. Hier fräsen Bergleute die Strecke, um brüchiges Salz zu entfernen. Damit die tragenden Seiten der Strecke jedoch nicht mit jedem Nachschnitt kleiner werden, errichten sie Stützmauern aus einem speziellen Salzbeton, um die ursprüngliche Mächtigkeit der tragenden Elemente wiederherzustellen.
     

Infrastruktur

Über Tage muss die Infrastruktur dauerhaft instandgehalten und modernisiert werden.

  • Arbeiter verlegen eine Rohrleitungstrasse auf dem Gelände der Schachtanlage.
     

Strahlenschutz

Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.
 

  • Strahlenschützer wechseln in der Kammer 8a in 490 Metern Tiefe die Luftfilter der Filteranlage oberhalb der Einlagerungskammer 8a/511. Die Filteranlage saugt die Luft in der Einlagerungskammer gezielt ab. Der so in der Einlagerungskammer erzeugte Unterdruck verhindert ein unkontrolliertes Entweichen von kontaminierter Luft aus der Einlagerungskammer in das Bergwerk. Die gereinigte Luft wird direkt zum Hauptgrubenlüfter geleitet.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Die Infostelle bietet am 25. November eine Betrifft: Asse zum Thema „Sieh mal, was da kreucht und fleucht. Natur kartieren, Eingriffe ausgleichen“ als Online-Veranstaltung an. Einen Nachbericht inklusive Vortragsfolien zur Veranstaltung finden Sie in der Meldung vom 02. Dezember 2021.

Einblick

Mitarbeiter erwerben den Drohnenführerschein


Kurzer Blick auf die Wetterdaten: Die Windstärke erreicht mit rund 15 Kilometern pro Stunde Stufe 3 auf der Beaufortskala. Das entspricht einer schwachen Brise. Der General Aviation Forecast – die Flugwettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes für die Allgemeine Luftfahrt – sagt für den späten Vormittag eine Bodensichtweite von fünf Kilometern und die Wolkenuntergrenze bei 500 Fuß, circa 150 Meter, voraus. Die Daten versprechen nicht unbedingt perfektes Flugwetter, aber das Aufsteigen einer Drohne ist dennoch sicher möglich.

Geeignetes Flugwetter ist an diesem Freitag Anfang November für drei Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation die Voraussetzung für den Erwerb des Fernpilotenzeugnisses der Kategorie A2 – auch „großer EU-Drohnenführerschein“ genannt. Inhaber des Führerscheins dürfen Drohnen fliegen, die eine höchstzulässige Startmasse von 500 Gramm bis maximal zwei Kilogramm besitzen. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen die Piloten mit diesen Drohnen bis zu fünf Meter an Personen heranfliegen. Zukünftige Fernpilot*innen müssen eine theoretische Prüfung bestehen und eine Selbsterklärung über ein praktisches Selbststudium mit dem eigenen Fluggerät abgeben.

Beides absolvierten die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit in einer Weiterbildung bei einer vom Luftfahrtbundesamt zertifizierten Prüfstelle. Hierfür haben sie im Vorfeld des Flugtages folgende theoretische Inhalte gelernt:

  • Luftrecht
  • Flugleistungen von unbemannten Luftfahrzeugen
  • Meteorologie
  • technische und betriebliche Minderung von Risiken am Boden

In der Praxis durchleben die Teilnehmer einen normalen Flugtag – von der Vorflugkontrolle der Drohne über die elementaren Flugmanöver bis zur Einsatznachbesprechung.

Am frühen Nachmittag folgt die theoretischen Prüfung. Nach rund 60 Minuten dann die Erleichterung: Alle Teilnehmer haben die Prüfung bestanden. Den Abschluss des Flugtages bildet das Fliegen unter erschwerten Bedingungen. Hier wird etwa der Verlust des GPS-Signals simuliert. Die Fernpilot*in lernt nun, die Drohne auch ohne Positionsbestimmung kontrolliert zu fliegen. Drei Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation sind nach dieser Weiterbildungsmaßnahme qualifiziert, um mit der betriebseigenen Drohne Luftbilder von den Anlagen der BGE zu aufzunehmen.