Aktuelle Arbeiten - Endlager Morsleben

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im April 2021 (Kalenderwochen 13 bis 17/2021)

 

Sichere Stilllegung des Endlagers

Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.

  • Mitarbeiter*innen führen im Nordfeld auf der 3. Ebene (Sohle) von Schacht Bartensleben vertiefende Versuche mit Sorelbeton durch. Sorelbeton soll als Baustoff im geplanten Demonstrationsbauwerk im Anhydrit verwendet werden.
     
  • Auftragnehmer errichten ein Zwischenlager für Baustoffe auf der 2. Ebene von Schacht Bartensleben. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Einblick.
     

Gewährleistung der Betriebssicherheit

Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.
 

  • Das untertägige Brandmeldesystem soll weiter ausgebaut werden. Mitarbeiter*innen bereiten daher die Einrichtung einer Brandmeldeanlage im Abbau 1s auf der 1. Ebene von Schacht Bartensleben vor. Abbau 1s befindet sich in unmittelbarer Nähe des Schachtes und dient als Fahrzeugabstellplatz.
     
  • Externe Dienstleister führen die halbjährliche Wartung der Strahlenschutzmesstechnik durch. Die Messtechnik wird im Kontrollbereich über und unter Tage sowie für die Umgebungsüberwachung gepflegt.
     

Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes

Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.

  • Mitarbeiter*innen erneuern als Modernisierungsmaßnahme die Niederspannungshauptverteilung an der übertägigen Schaltstation auf dem Betriebsgelände von Schacht Bartensleben.
     
  • Markscheider führen Polygonzugmessungen in der 2. nördlichen Richtstrecke auf der 3. Ebene von Schacht Bartensleben durch. Aufgrund von Nachschneidearbeiten muss der Bereich neu vermessen werden. Die Markscheider unterteilen dabei eine lange und ungerade Strecke mit Hilfe von Fixpunkten in kurze gerade Strecken. Im Ergebnis ist die Summe der kurzen Strecken wesentlich genauer als die Messung der langen Strecke.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
 

  • Mitarbeiter*innen der Infostelle und des Endlagers beteiligen sich am digitalen Zukunftstag der BGE. Am Standort Morsleben ist die Ausbildung zum/zur Bergbautechnolog*in möglich. Wie die Ausbildung aussieht und warum der Beruf definitiv eine Zukunft hat, erfahren die Schüler*innen direkt vom Ausbilder.
     

Meldepflichtiges Ereignis

Betriebsstörungen oder Störfälle bis zu Unfällen sind den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden. Grundlage ist die Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) in Verbindung mit der Meldeordnung des ERAM.

  • Am 29. April 2021 verursacht ein Kurzschluss einen Entstehungsbrand an einem Multicar vom Typ M26. Die anwesenden Personen vor Ort reagieren umgehend: Sie löschen den Brand mit einem Handfeuerlöscher und lösen die Meldekette aus. Ein Grubenwehreinsatz ist aufgrund des schnellen Handelns nicht notwendig. Die Sicherheit aller im Bergwerk befindlichen Personen ist gewährleistet. Das Fahrzeug ist bis auf Weiteres stillgelegt und befindet sich in der Werkstatt auf der 2. Ebene.

    Das geparkte Fahrzeug befindet sich zum Zeitpunkt der Brandentstehung auf der 3. Ebene von Schacht Bartensleben in einer Verbindungsstrecke zum Nordfeld. Dort befinden sich ebenfalls Elektroleitungen, die sicherheitstechnisch relevante Einrichtungen mit Energie versorgen. Daher ist dieses Ereignis gemäß Meldeordnung des Endlagers Morsleben meldepflichtig. Die zuständige Bergbehörde, das Landesamt für Geologie und Bergwesen in Sachsen-Anhalt (LAGB) ist informiert. Eine N-Meldung geht per Meldeformular fristgerecht an die atomrechtliche Aufsicht im Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE).
     

Einblick

In diesem Bereich wird das Baustoffzwischenlager für das geplante Demonstrationsbauwerk im Anhydrit eingerichtet.


Auf der 3. Ebene der Schachtanlage Bartensleben wird der Bau eines Demonstrationsbauwerks im Anhydrit vorbereitet. Dieses ist in Originalgröße geplant, also im Maßstab 1:1. Bevor der Bau beginnt, müssen Vorbereitungen getroffen werden. Im Ausrichtungsquerschlag auf der 2. Ebene von Schacht Bartensleben wird zum Beispiel derzeit das Zwischenlager für die Trockenmischung zur Herstellung von Beton errichtet. Mit Baubeginn wird kontinuierlich eine große Menge an Beton als Baustoffmaterial benötigt, die jederzeit verfügbar sein muss.

Damit sich das Baustoffmaterial nicht mit dem Salz des umgebenden Gebirges vermischt, wurde der Streckenabschnitt nachgeschnitten und mit einer Betonfahrbahn ausgestattet. So ist sichergestellt, dass das Mischverhältnis im Beton gleichbleibt. Das Zwischenlager muss noch weitere Anforderungen erfüllen, um sich als betriebssicher zu qualifizieren. Dazu gehört:

  • Die verwendeten Materialien dürfen nicht brennbar sein.
  • Die Einzelteile dürfen eine bestimmte Größe und Gewicht nicht überschreiten, damit sie sicher über den Förderkorb von über Tage zur Baustelle transportiert werden können.
  • Das fertige Konstrukt muss das Gewicht der eingelagerten Materialien halten können.
  • Es muss den Bedingungen unter Tage standhalten können, also dem Salz und dem Betrieb des Fahrladers, wenn der Baustoff eingelagert bzw. entnommen wird.

Das Baustoffzwischenlager wird von Bergleuten vor Ort mit Unterstützung eines externen Dienstleisters errichtet. Der Bau des Zwischenlagers läuft fristgerecht: Es wird im Sommer dieses Jahres fertiggestellt.