Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Juli
Im Juli wurde im Demonstrationsbauwerk aus Spritzbeton und Bitumen („DeSpriBi“) das Bitumenschott gesetzt. Das mehrschichtige Abdichtbauwerk wird derzeit in einem Steinsalzbergwerk in Bernburg errichtet. Die BGE entwickelt mit dem „DeSpriBi“ Bauwerkskomponenten aus Magnesiaspritzbeton und Bitumen, um die Streckenabdichtung im Anhydrit zu optimieren. Das Bitumenschott wird als eine Art Trennwand in das Abdichtbauwerk integriert und ergänzt die Wirksamkeit des Magnesiaspritzbetons.
Für den Einsatz im Abdichtbauwerk wurde dem Bitumen Kalksteinmehl zugesetzt. So erhält das Bitumen eine deutlich höhere Dichte als Salzlösung. Im Fall eines Lösungszutritts führt die geringere Dichte der Salzlösung dazu, dass sie auf dem schweren Bitumen liegt und wie ein Stempel das Bitumen weiter in kleinste Risse presst. Mögliche Wegsamkeiten im Konturbereich der Streckenabdichtung werden so versiegelt.
Zur Fertigstellung des Bauwerks werden auf das Bitumenschott weitere Schichten Magnesiaspritzbeton aufgetragen.
Wesentliche Arbeiten
Sichere Stilllegung des Endlagers
Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.
Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.
- 3. Ebene (Sohle) der Schachtanlage Bartensleben: Im Baustofflabor testen Fachleute die Rezeptur von Magnesiabaustoff. Der Baustoff ist für den Bau von Streckenabdichtungen vorgesehen. Die Rezeptur enthält verschiedene Komponenten. Wenn sich in der Lieferkette dieser Komponenten eine Änderung ergeben sollte, muss der Baustoff eine gleichbleibend hohe Qualität behalten. Die Fachleute prüfen darum, ob sich die Eigenschaften des Baustoffs ändern, wenn beispielsweise das Produkt eines anderen Anbieters verwendet wird.
Gewährleistung der Betriebssicherheit
Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.
- Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erteilt für Reststoffe und Gegenstände aus dem Kontrollbereich die uneingeschränkte Freigabe gemäß § 33 StrlSchV (externer Link) in Verbindung mit § 35 StrlSchV (externer Link). Mit dem Nachweis der Kontaminationsfreiheit durch Strahlenschützer*innen des Endlagers Morsleben erfolgt die Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung unter anderem für die Charge 33/2025 „Kunststoffkanister aus dem Kontrollbereich“.
- Kontrollbereich: Fachleute prüfen umschlossene Strahlenquellen. Die Prüfung auf Vorhandensein und Dichtheit ist ein zentrales Element des Strahlenschutzes und in der Strahlenschutzverordnung § 89 (externer Link) verankert. Die Prüfung erfolgt zwei Mal im Jahr. Bei den Strahlenquellen handelt es sich nicht um eingelagerten Abfall. Sie werden als sogenannte Prüfstrahler verwendet, um beispielsweise eine Funktionsprüfung an Strahlenschutzmessgeräten durchzuführen, oder diese zu kalibrieren.
Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes
Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.
- 2. Sohle der Schachtanlage Bartensleben: Im Bereich des Hauptgesenks führt ein Dienstleistungsunternehmen Spleißarbeiten durch. Beim Spleißen werden die Faserenden von Glasfaserkabeln miteinander verbunden. Die neue Verbindung gewährleistet eine sehr effiziente Datenübertragung. Diese wird beispielsweise für das Kommunikationsnetz benötigt, aber auch zur Überwachung des Bergwerks.
- Schachtanlage Bartensleben: Im Mehrzweckgebäude arbeiten Dienstleister an der Erneuerung des Lastenaufzugs. Die alte Anlage stammt aus den siebziger Jahren und entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen. Die Arbeiten sind aufwändig und nehmen mehrere Monate in Anspruch. Sachverständige begleiten den Erneuerungsprozess.
- Schacht Marie: Die Arbeiten zur Erweiterung der Südstrecke gehen weiter. Im Juli schneiden Bergleute den Eingang zur Kammer 35 nach. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in diesem Teil des Bergwerks mehr als 150 Kammern gebaut und zur Lagerung von Rüstungsgütern genutzt. Heute werden darin beispielsweise Geräte oder Bohrkerne gelagert.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
- Die Infostelle Morsleben hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Morsleben.