Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Juni
Zu Gast bei der Langen Nacht der Wissenschaft in Magdeburg
Am 14. Juni waren Mitarbeiter*innen der Infostelle Morsleben mit einem Infostand auf der „Langen Nacht der Wissenschaft“ (LNdW) im Wissenschaftshafen in Magdeburg vertreten. Die LNdW ist eine Gemeinschaftsveranstaltung aller Magdeburger Wissenschaftseinrichtungen. Insgesamt 30 Institutionen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Labore aus Sachsen-Anhalt gaben Einblicke in ihre Arbeit.
Rund 550 Personen interessierten sich für Themen der BGE und informierten sich etwa über die Endlagersuche sowie über die geplante Stilllegung des Endlagers Morsleben. Dabei führten die Mitarbeiter*innen der BGE viele Gespräche mit dem jungen, wissenschaftsinteressierten Publikum. Besonders beliebt waren die VR-Brillen, mit denen Besucher*innen das Endlager Morsleben virtuell befahren konnten. Zur Erinnerung ließen sich viele Gäste zudem mit der BGE-Fotobox virtuell in Bergmannskleidung unter Tage fotografieren.

Der BGE-Stand bei der langen Nacht der Wissenschaft in Magdeburg.
Wesentliche Arbeiten
Sichere Stilllegung des Endlagers
Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.
- 3. Ebene (Sohle) der Schachtanlage Bartensleben: Am Standort für das Demonstrationsbauwerk im Anhydrit gehen die Arbeiten weiter. Bergleute erweitern eine Kernbohrung, die sie im Mai gestoßen haben. Außerdem gewinnen sie weitere Bohrkerne. Diese werden anschließend im Labor untersucht. Die Ergebnisse fließen in die Bewertung des Bauwerks ein. Die Tagesleistung der Bohranlage liegt bei rund 1,50 Meter.
Gewährleistung der Betriebssicherheit
Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.
- Ersthelfer der Grubenwehr Morsleben haben am Wiederholungskurs der Tactical-Medical-Mining-Rescue-Ausbildung (TMR) teilgenommen. Damit dürfen sie als so genannte „erweiterte Ersthelfer“ bei schweren Unfällen unter Tage Maßnahmen durchführen, die sonst nur Rettungskräften erlaubt sind. Ziel der TMR ist die Transportfähigkeit einer schwer verletzten Person innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. Bis zur Übernahme durch den öffentlichen Rettungsdienst dürfen erweiterte Ersthelfer Medikamente zur Behandlung starker Schmerzen verabreichen. TMR ist seit 2022 Teil des Grubenrettungswesens, um die Erste-Hilfe-Leistung unter Tage angemessen sicherzustellen. Rettungsdienste sind für Einsätze unter Tage nicht zuständig, was unter anderem an zu langen Rettungszeiten liegt.
Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes
Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.
- 2. Sohle der Schachtanlage Bartensleben: Bergleute arbeiten auf der Verbindungsstrecke zwischen der 2. und 3. Sohle. Im Bergwerk bestehen auch die Fahrbahnen aus Salz. Im Laufe der Zeit werden befahrbare Strecken durch Abrieb zunehmend glatter. Mithilfe eines Multifunktionsgeräts rauen Bergleute die Oberflächen dieser Strecken auf und machen sie damit wieder verkehrssicher.
- Schachtröhre Bartensleben: Fachleute führen Korrosionsschutzmaßnahmen an den Leitungen im Schacht aus. Die Leitungen sind durch den Betrieb der Förderanlage in ständigem Kontakt mit Feuchtigkeit und Salz. Diese Bedingungen fördern die Korrosion, also die Reaktion des Metalls mit Sauerstoff. Langfristig kann das zur Rostbildung führen, wodurch die Leitungen geschädigt werden. Die Schutzmaßnahmen verlängern die Lebensdauer des Materials und verhindern undichte Stellen.
- Schacht Marie: In der Südstrecke werden die Nachschneidearbeiten fortgesetzt. Da der Rohstoffabbau in diesem Bereich des Bergwerks bereits 1924 eingestellt wurde, sind die Strecken teilweise sehr schmal und unzugänglich. Mithilfe der Teilschnittmaschine erweitern Bergleute die Fahrbahn, um sie für Materialtransporte zugänglich zu machen. Die Tagesleistung liegt im Schnitt bei vier Metern.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
- Die Infostelle hat nach Renovierungsarbeiten seit dem 18. Juni wieder geöffnet. Besucher*innen haben mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr die Möglichkeit, sich in der historischen Ausstellung über die Geschichte des Endlagers Morsleben zu informieren. Für Gruppen ist eine Besichtigung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Weitere Informationen finden auf unserer Website zur Infostelle Morsleben.
- Die Mitarbeiter*innen der Infostelle Morsleben haben mit einem Informationsstand an der Langen Nacht der Wissenschaft in Magdeburg teilgenommen.