Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im September 2021
 

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.

  • In rund 810 Metern Tiefe werden weiterhin Kavernenstrecken hergerichtet. Diese Strecken können künftig Lösungen speichern, die zum Beispiel nicht planmäßig nach über Tage abgegeben werden können. Damit die Lösung auch in der Strecke verbleibt, muss der Zugang mit einem Bauwerk aus einem speziellen Salzbeton (Sorelbeton) verschlossen werden. Einer der Streckenzugänge wird in diesem Monat mit einem mehr als 800 Kubikmeter großen Beton-Pfropfen zwischen zwei mehreren Metern mächtigen Widerlagern verschlossen.
     
  • Im Grubentiefsten werden rund 120 Kubikmeter Beton  hergestellt, die Lösungen enthalten, die nicht nach über Tage abgegeben werden. Die verwendeten Lösungen sind radioaktiv nicht belastet.
     
  • Am Fuße des Schachts Asse 2, 800 Meter unter der Tagesoberfläche, wurden tonnenschwere Stahlträger ausgebaut. Diese waren Teile riesiger Krananlagen, die in den 1980er Jahren für Einlagerungsversuche aufgebaut worden waren. Jetzt wird nicht mehr benötigter Stahl aus dem Bergwerk entfernt. Stahl könnte im Falle eines auslegungsüberschreitenden Lösungszutritts (AüL) korrodieren und Gas bilden. Unter anderem könnten über das Gas radioaktive Stoffe an die Tagesoberfläche transportiert werden. Die Gasbildung zu verhindern, ist ein Baustein der Notfallplanung.
     

Erkundung von Einlagerungskammern

Alle Einlagerungskammern auf der 750-Meter-Ebene werden mit Bohrungen erkundet. Die Erkundung der Kammer 7 wurde abgeschlossen. Die Erkundung der Kammer 12 wird vorbereitet.
 

  • In diesem Monat wurde im Wesentlichen an der Bewetterung des Arbeitsbereiches gearbeitet. Eine gezielte Bewetterung des Bereiches ist wichtig für die Sicherheit. Die Bewetterung soll verhindern, dass es beim Erbohren der Einlagerungskammern zu einer Kontamination aus der Kammer in das Grubengebäude kommt.
     

Rückholungsplanung

Die Bergung der Abfälle erfolgt je nach Einlagerungskammer mit unterschiedlichen Techniken.

  • Der Beleuchtungsprozess zur Standortentscheidung für das Zwischenlager wird weiterhin unter Federführung des Niedersächsischen Umweltministeriums durchgeführt. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Asse-2-Begleitgruppe (externer Link) (A2B).
     
  • Die Ausschreibung zur Entwicklung der Bergetechnik zur Rückholung der radioaktiven Abfälle von der 511- und 725-Meter-Ebene (Sohle) ist nahezu beendet. Die Verhandlungen sind abgeschlossen und die eingegangenen Angebote ausgewertet. Die Bieter werden in Kürze über das Ergebnis der Ausschreibung unterrichtet.
     
  • Im Rahmen der Ausschreibung der Entwurfsplanung zur Rückholung der Abfälle von der 750-Meter-Ebene sind die Angebote von den geeigneten Bietern vorgelegt worden. Diese werden nun ausgewertet.
     
  • Bei der Ausschreibung zur Entwicklung der Bergetechnik für die Rückholung der radioaktiven Abfälle von der 750-Meter-Ebene sind die fachlich geeigneten Bieter zur Abgabe eines Angebots aufgefordert worden. Die Angebotsfrist läuft am 20. Oktober 2021 aus.
     
  • In einem Workshop mit der Arbeitsgruppe Optionen – Rückholung (AGO) und dem Planer für das Konzept zur Rückholung der Abfälle von der 750-Meter-Ebene wurden Aspekte zu der von der AGO vorgelegte Stellungnahme zum Rückholkonzept erläutert und mit den AGO-Mitgliedern diskutiert.
     

Lösungsmanagement

In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.

  • Rund 253 Kubikmeter Salzlösung werden in der Charge mit der Bezeichnung 2021/13 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Kampagne findet Mitte des Monats statt. Die abgegebenen Lösungen stammen von der Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene. In der Charge 2021/13 werden weder Tritium noch Cäsium-137 nachgewiesen. Die Nachweisgrenzen liegen bei 7,8 Becquerel pro Liter für Tritium und 0,45 Becquerel pro Liter für Cäsium-137 pro Liter. Mit der Nachweisgrenze wird derjenige Wert eines Messverfahrens bezeichnet, bis zu dem die Messgröße (zum Beispiel die spezifische Aktivität von Radionukliden einer Flüssigkeitsprobe) gerade noch zuverlässig nachgewiesen werden kann. Sie ist ein Maß für die Empfindlichkeit des gewählten Analyseverfahrens. Wenn Aktivitätskonzentrationen von Radionukliden so niedrig sind, dass sie nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden konnten, wird die sogenannte Nachweisgrenze angegeben. Sie zeigt die maximal mögliche Aktivität an, die theoretisch noch in einer Probe vorhanden sein könnte.
     

Standortüberwachung und –erkundung

Zur Planung der Rückholung, zur Umsetzung der Notfallplanung und zur Erfassung der Auswirkungen durch den Bergbau muss die Asse überwacht und erkundet werden.

  • Als ergänzende Messung zum bisherigen Erkundungsprogramm des Salzgesteins östlich der Schachtanlage Asse II soll eine sogenannte Bohrlochtomographie erfolgen. Dabei werden Signale zwischen den bestehenden Erkundungsbohrungen auf der 574- und 700-Meter-Ebene gesendet und empfangen. Dies kann ein genaueres Bild des Salinars (Gesteinskomplex aus Salzgestein) in diesem Bereich ergeben. In 775 Metern Tiefe wurde hierzu eine rund einhundert Meter lange Bohrung erstellt, die im Zugang zu den Kavernenstrecken ankommt. Hier soll zunächst die Handhabung der Messsonden geprobt werden.
     
  • Alle Wanderwege in der Asse, die im Zusammenhang mit der 3D-Vermessung beschädigt wurden, sind jetzt wiederhergestellt. Die Wegesanierung war erforderlich, weil während der rund um die Schachtanlage Asse II durchgeführten 3D-Seismik Schäden an Waldwegen aufgetreten waren. Wie vertraglich vereinbart, ist die BGE für diese entstandenen Schäden aufgekommen. Die eigentliche Instandsetzung der Wege haben die Eigentümer*innen vorgenommen. Mehr dazu finden Sie in der Meldung vom 4. Oktober 2021.
     

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • Aufgrund gebirgsmechanischer Beanspruchung befindet sich die Hauptverbindungsstrecke (Wendelstrecke) in einem Bereich zwischen rund 610 und 620 Metern unter der Tagesoberfläche in einem schlechten Zustand. Stark aufgelockertes Salz entfernen die Bergleute mit einer Fräse. Zur Stabilisierung des Bereiches errichten sie anschließend ein Stützbauwerk aus einem speziellen Salzbeton.
     
  • Von diesem Bereich der Wendelstrecke wird zusätzlich ein Streckenabzweig mit der Fräse nachgearbeitet und eine weitere Schalungsmauer zu einem bereits verfüllten Bereich gestellt. In der entstehenden Nische soll eine Lagerfläche für Gerüstbauteile entstehen.
     
  • Aufgrund gebirgsmechanischer Beanspruchung wird ein weiteres, kleineres Stützbauwerk in der großen untertägigen Baustoffanlage in 700 Metern Tiefe errichtet. Hier wird eine Schalung gestellt, hinter die Sorelbeton gepumpt wird.
     
  • An verschiedenen Stellen im Grubengebäude wurde die Fahrbahn ausgebessert. Um chemisch gleiche oder ähnliche Baustoffe einsetzen zu können, stellen die Mitarbeiter*innen den Fahrbahnbelag im Bergwerk aus genässtem und gewalztem Salzpulver oder aus Sorelbeton her. Diese Materialien sind der übrigen Verformung des Bergwerks durch das auflastende Gebirge ausgesetzt und werden daher – wie das Salz ringsum – mit der Zeit rissig oder brüchig. Spröder Belag wird entfernt und durch frisches Material ersetzt. Im Bereich des Füllortes am Schacht Asse 2 in 490 Metern Tiefe hatte sich die Fahrbahn so gewölbt, dass das Tor des Korbes am Belag zu schleifen drohte. An anderer Stelle haben sich Schlaglöcher gebildet. Die genannten Arbeiten gehören zum allgemeinen Offenhaltungsbetrieb im Bergwerk. Er stellt für die großen Projekte der Rückholung die nötige Sicherheit und Infrastruktur bereit.
     

Infrastruktur

Über Tage muss die Infrastruktur dauerhaft instandgehalten und modernisiert werden.

  • Das Gasflaschenlager kann in Betrieb genommen werden. Am östlichen Geländerand ist in knapp einjähriger Bauzeit ein Gasflaschenlager errichtet worden. Hier können jetzt Gasflaschen für den Werkstatt- und Laborbetrieb in Regalen organisiert werden. Auch eine Garage für den Stapler, mit dem die Flaschen und ihre Gestelle bewegt werden, findet sich hier.
     

Strahlenschutz

Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.
 

  • Die Wettertechnik hat den Bau des Wettertors im Zugang zum Abbau 8 in 490 Metern Tiefe abgeschlossen. Hier wurde eine Kippstelle für Salzpulver aufgebaut. Das Wettertor verhindert eine Staubbelästigung im Bergwerk.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Die Infostelle Asse hat wieder geöffnet. Seit dem 1. September steht sie interessierten Bürger*innen von Mittwoch bis Freitag wieder offen. Besucher-Befahrungen des Bergwerks sind weiterhin nicht möglich. Aktuelle Öffnungszeiten und Voraussetzungen für den Besuch finden Sie im Bereich Infostelle und Befahrungen auf unserer Internetseite.
     

Einblick

Auch auf der Schachtanlage Asse wird das Gas umgestellt
 

Ein kleiner Feuerschein flackert vor dem Tor der Schachtanlage Asse II. Ende September 2021 wird vor den Toren der Schachtanlage Asse II nicht mehr benötigtes Gas aus einer Stichleitung abgefackelt. Hintergrund ist die Umstellung vom alten sogenannten L-Gas auf die neue Sorte H-Gas. In vielen Haushalten erfolgte die Umstellung auf die neue Sorte bereits. Das Verfahren ist recht einfach: Fachpersonal kommt ins Haus und stellt den Gasbrenner der Heizung um. Das ist notwendig, da die neue Gas-Sorte über einen anderen Heizwert verfügt. Auf der Schachtanlage Asse sind im Vorfeld Tiefbauarbeiten vor dem Tor notwendig. In einer derzeit nicht genutzten Stichleitung befindet sich Gas, dass vor der Umstellung entfernt werden muss. Aus Klimaschutzgründen wird das Gas verbrannt. Das ist umweltverträglicher als es einfach in die Umgebung abzugeben.