Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im April 2022
 

Digitaler Zukunftstag bei der BGE

Mehr als 60 Schüler*innen haben am diesjährigen digitalen Zukunftstag der BGE teilgenommen. Mitarbeiter*innen der Infostellen und des Personalbereiches organisierten die Veranstaltung in einer Skype-Konferenz.

In vier sogenannten Breakout-Sessions stellten Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Fachbereichen die unterschiedlichen Berufe vor. Jede*r Schüler*in konnte an zwei Sessions teilnehmen. Informiert wurde über folgende Ausbildungsberufe:

  • Industriemechanik, Elektronik, KFZ-Mechatronik und Bergbautechnologie
  • Büromanagement
  • Fachinformatik
  • Dualer Studiengang Bachelor of Science im Strahlenschutz

Screenshot vom digitalen Zukunftstag der BGE.

Unter dem Motto „Gib dein Bestes und du wirst es nicht bereuen“ gaben zwei Mitarbeiter*innen aus dem Personalbereich anschließend Bewerbungstipps und standen für Fragen zur Verfügung.

Da die BGE neben ihrem Ausbildungsangebot viele weitere interessante und vielseitige Berufsfelder abdeckt, wurden auch diese vorgestellt. Ebenso standen die Weiterbildungsmaßnahmen im Fokus, die man im Anschluss an die erfolgreiche Ausbildung wahrnehmen kann.

Die Schüler*innen verfolgten die Vorträge aufgeschlossen und neugierig. Vor allem die Themen Bergbau und Strahlenschutz stießen auf großes Interesse. Auch mit dem Auszubildenden der Fachinformatik wurde angeregt diskutiert.

In der Feedback-Runde stellten die Teilnehmer*innen Fragen von „Welchen Abschluss benötige ich für die Arbeit bei der BGE“ bis zu „Welche Anforderungen muss ein Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle erfüllen?“

Wesentliche Arbeiten

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.

  • Auf der 800-Meter-Ebene bauen Bergleute eine Mauer aus Spezialbeton und verfüllen den Bereich dahinter mit Spezialkies. Dieser Bereich schafft eine Verbindung zwischen zwei Bohrungen, die jeweils von der 800-Meter-Ebene ausgehend, bis zur 700-Meter-Ebene, beziehungsweise bis zur 950-Meter-Ebene verlaufen. Diese sind ebenfalls mit Spezialkies verfüllt. Außerdem schirmt die Mauer die Bohrungen vom Rest der Strecke ab. Somit können Bergleute die Strecke mit Spezialbeton verfüllen. Gleichzeitig bleibt die Funktion der Bohrungen zur gezielten Lenkung von Flüssigkeiten erhalten.

Erkundung von Einlagerungskammern

Alle Einlagerungskammern auf der 750-Meter-Ebene werden mit Bohrungen erkundet. Die Erkundung der Kammer 7 wurde abgeschlossen. Die Erkundung der Kammer 12 wird vorbereitet.
 

  • Die Vorbereitungen für das Anbohren der Einlagerungskammer 12 auf der 750-Meter-Ebene laufen weiter. In diesem Monat testen Mitarbeiter den Bohrdatenschreiber. Dieser kann die wichtigsten Daten einer Bohrung, wie den Bohrfortschritt, aufzeichnen. Des Weiteren prüfen Mitarbeiter die Dichtigkeit des Preventerstacks und des Standrohrs im Beisein eines – durch die Behörden des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) bestellten Sachverständigen.

Rückholungsplanung

Die Bergung der Abfälle erfolgt je nach Einlagerungskammer mit unterschiedlichen Techniken.

  • Die BGE beantragt beim Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium die Eröffnung eines Raumordnungsverfahrens. Die Rückholung der radioaktiven Abfälle und alle damit zusammenhängenden Maßnahmen stellen einen umfangreichen Eingriff in die Raumordnung dar und müssen entsprechend berücksichtigt werden. Die Aufnahme der Asse in die Raumordnungsplanung ist Voraussetzung für die Rückholung. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung vom 6. April 2022

  • Die interne Bearbeitung des BGE-Berichts „Ergänzende Betrachtungen zur Standortentscheidung des Asse-nahen Zwischenlagers unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus dem Beleuchtungsprozess“ wird abgeschlossen. Der Bericht wird auf der Homepage der BGE veröffentlicht, sobald das Prüf- und Freigabeverfahren durchlaufen ist.


Rückholungsbergwerk und Schacht Asse 5

Für die Rückholung müssen neue Infrastrukturräume und Zugänge zum bestehenden Bergwerk sowie ein Bergungsschacht (Schacht Asse 5) errichtet werden.

  • Für die Ausschreibung der Planung der Baureifmachung des erweiterten Betriebsgeländes (Schacht Asse 5 und Anbindung Abfallbehandlung) sind die Bieter aufgefordert Angebote zu erstellen.

Lösungsmanagement

Im Bergwerk werden aktuell täglich rund 12,5 Kubikmeter Salzlösung aufgefangen. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.

  • Vom 4. bis 6. April 2022 werden rund 252 Kubikmeter Salzlösung in der Charge mit der Bezeichnung 2022/05 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 8,8 Becquerel pro Liter, die für Cäsium bei 0,59 Becquerel pro Liter. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag zu den Messwerten im Themenschwerpunkt: Das Wasser in der Asse.
     
  • Vom 25. bis 27. April 2022 werden rund 288 Kubikmeter Salzlösung in der Charge mit der Bezeichnung 2022/06 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 8,6 Becquerel pro Liter, die für Cäsium bei 0,44 Becquerel pro Liter.

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • Auch in diesem Monat errichten Bergleute mehrere Stützbauwerke, um das Bergwerk zu stabilisieren und die Arbeitssicherheit für die Mitarbeiter*innen zu gewährleisten.
     
  • Auf der 750-Meter-Ebene fahren Bergleute im Westen eine Strecke auf. Diese Strecke wird der neue Stellplatz der mobilen Baustoffanlage 41. Mit den Baustoffanlagen wird Spezialbeton zum Verfüllen von Hohlräumen hergestellt. Die Baustoffanlage wird umgesetzt, weil der Teil des Bergwerks, in dem sie steht, verfüllt werden soll.
     
  • Über das Osterwochenende tauschen Mitarbeiter im Schacht Asse 2 Wetterbleche aus. Wetterbleche trennen die Frischluft von der Abluft im Schacht.

Strahlenschutz

Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.

  • Um die einwandfreie Funktion aller Messgeräte im Strahlenschutz sicherzustellen, erfolgen regelmäßig wiederkehrende Prüfungen unter Beteiligung des Sachverständigen der atomrechtlichen Aufsicht. Auch diesen Monat werden wieder Prüfungen an Messgeräten vorgenommen. In einem Jahr führen Sachverständige rund 1.400 wiederkehrende Prüfungen an den Strahlenschutzmessgeräten durch.

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Die Infostelle ist zurzeit von Mittwoch bis Freitag von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Besucher*innen müssen einen negativen Testnachweis erbringen und eine FFP2- oder OP-Maske tragen.
     
  • Über 60 interessierte Schüler*innen nehmen am diesjährigen Zukunftstag der BGE teil. Mitarbeiter*innen der Infostellen moderieren die Veranstaltung. Einen ausführlichen Bericht finden Sie in unserem Einblick.

Meldepflichtiges Ereignis

Betriebsstörungen oder Störfälle bis hin zu Unfällen sind den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden. Grundlage ist die Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV).

  • Im ersten Quartal 2022 wurden mehrfach zwei nicht geeichte Messgeräte zur Überwachung der Ortsdosisleistung verwendet. Die genehmigungsrechtlichen Vorgaben sehen vor, dass nur geeichte Messgeräte verwendet werden. Die beiden beanstandeten Geräte wurden vorübergehend außer Betrieb gesetzt. Sie werden baldmöglichst geeicht und danach wieder für Messungen genutzt. Die BGE plant zukünftig die Eichfristen, neben der manuellen Prüfung im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung, zusätzlich in der bereits existierenden Prüfmitteldatenbank zu erfassen. So ist es frühzeitig möglich die ablaufende Gültigkeit der Eichfrist zu erkennen und die Geräte neu eichen zu lassen. Eine Gefährdung von Mensch und Umwelt bestand zu keinem Zeitpunkt. Weitere Informationen zu den meldepflichtigen Ereignissen finden Sie im Bereich Wesentliche Unterlagen.

Top