Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Oktober 2022

Neuer Hauptgrubenlüfter auf der 490-Meter-Ebene

Im Oktober errichten Mitarbeiter*innen der Asse einen neuen, zweiten Hauptgrubenlüfter. Dieser ist leistungsstärker als der bisherige erste Hauptgrubenlüfter. Beide Lüfter stehen auf der obersten 490-Meter-Ebene.

Ein Hauptgrubenlüfter ist für die Frischluftversorgung eines Bergwerks zuständig. Bergleute nennen das Bewetterung. Der Hauptgrubenlüfter in der Asse erzeugt einen Unterdruck im Grubengebäude. So strömt regelmäßig Luft von über Tage nach.

Der Lüfter verfügt über eine Verbindung zum Hauptschacht Asse 2. Über diesen kommt sowohl die Frischluft hinein, als auch die Abluft hinaus. Der Schacht ist dafür bis zur 490-Meter-Ebene zweigeteilt.

Mitarbeiter*innen der Asse errichteten einen neuen, zweiten Hauptgrubenlüfter. 

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Wesentliche Arbeiten

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.

  • Auf der 595-Meter-Ebene (Sohle) bohren Bergleute ehemalige Abbaukammern an, die bereits zwischen 1995 und 2004 mit losem Salz verfüllt wurden. Das lose Salz setzt sich mit der Zeit und an der Decke der Kammern (Firste) bilden sich Hohlräume. Diese sogenannten Firstspalte verfüllen Bergleute mit Spezialbeton (Sorelbeton). Dadurch wird das Bergwerk stabilisiert.
     
  • Auf der 725-Meter-Ebene bereiten Mitarbeiter*innen weiterhin die Arbeiten an einer Strömungsbarriere vor. Strömungsbarrieren übernehmen im Notfall eine wichtige Aufgabe: Für den Fall, dass so viel Wasser in die Asse läuft, dass der Zutritt nicht mehr zu beherrschen ist, verzögern sie die Verbreitung radioaktiver Stoffe im Bergwerk.
     
  • In 825 Metern Tiefe verfüllen Bergleute das Verschlussbauwerk der vierten und letzten Kavernenstrecke mit Spezialbeton (Sorelbeton). In Kavernen können bei Bedarf Lösungen zwischengespeichert werden.
     

Rückholungsplanung

Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden.

  • Mitte Oktober legt der beauftragte Dienstleister das Baugrundgutachten zum Bau des Bohrplatzes für die Erkundungsbohrung Remlingen 18 (R 18) vor. Dieser wird jetzt von der BGE geprüft. Die Erkundungsbohrung soll im Bereich des neuen Schachts Asse 5 von über Tage aus gestoßen werden. Das Baugrundgutachten ist eine wesentliche Grundlage für die Planung des Bohrplatzes, der in einem FFH-Gebiet östlich der Bestandsanlage liegt.
     
  • Die BGE wertet die Angebote der Bieter zu den ausgeschriebenen Planungsarbeiten zur Errichtung des neuen Schachts Asse 5 aus und lädt die Bieter zu Gesprächen ein. Diese sollen Anfang November stattfinden.
     
  • Anfang Oktober reichen die Bieter ihre Angebote für die Ausschreibung zur Planung der Tagesanlagen im Bereich des Schachts Asse 5 ein. Die BGE wertet die Angebote derzeit aus.
     
  • Mitarbeiter*innen beginnen mit dem Rückbau der Bohrplätze der Erkundungsbohrungen Remlingen 11 (R 11) und Remlingen15 (R 15).
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Lösungsmanagement

Im Bergwerk werden aktuell täglich rund 12,5 Kubikmeter Salzlösung aufgefangen. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.

  • Vom 10. bis 12. Oktober 2022 werden rund 253 Kubikmeter Salzlösung in der Charge mit der Bezeichnung 2022/14 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 7,6 Becquerel pro Liter, die für Cäsium bei 0,39 Becquerel pro Liter. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag zu den Messwerten im Themenschwerpunkt: Das Wasser in der Asse
     
  • Vom 24. Bis 26. Oktober erfolgt die Abfuhrcharge 2022/15. In der Charge werden rund 159 Kubikmeter Salzlösung nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 7,9 Becquerel pro Liter, die für Cäsium bei 0,46 Becquerel pro Liter.
     

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • Im Oktober errichten Bergleute mehrere Stützbauwerke, um das Bergwerk zu stabilisieren und die Arbeitssicherheit für die Mitarbeiter*innen zu gewährleisten.
     
  • In 490 Metern Tiefe liefern Mitarbeiter*innen Materialien für zwei weitere Speicherbecken an. In Zukunft wird in diesen Behältern die Lösung zwischengespeichert, die auf der 658-Meter-Ebene aufgefangen, freigemessen und nach über Tage abgegeben wird. 
     
  • Auf der 750-Meter-Ebene begradigen Bergleute den Boden im Arbeitsbereich zur Erkundung der Einlagerungskammern 12. Durch Gebirgsbewegungen wölbt sich der Boden aus Steinsalz und beschädigt die darüber liegenden Bodenplatten. Der Boden muss wegen der Erkundungsbohrungen in die Einlagerungskammern eben und unversehrt sein, damit er bei Bedarf von Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes dekontaminiert werden kann.
     

Strahlenschutz

Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.

  • Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes fahren mit den Arbeiten zur Aufhebung eines Strahlenschutzbereiches auf der 725-Meter-Ebene fort. Mit einer Fläche von 400 Quadratmetern ist dies der flächenmäßig größte Strahlenschutzbereich in der Asse. Mitarbeiter*innen messen die gesamte Fläche radiologisch frei. Dazu messen sie die Oberflächenkontamination und nehmen Proben.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.


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