Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Januar 2026

Bohrarbeiten für eine neue Fluchtbohrung beginnen

Auf der 750-Meter-Ebene arbeiten Bergleute im Januar an einer neuen Flucht- und Wetterbohrung in Richtung 800-Meter-Ebene. Die bisherige Fluchtbohrung zwischen den beiden Ebenen liegt in einem Bereich, der zukünftig mit Beton verfüllt wird. Fluchtbohrungen sind zumeist mit Leitern ausgestattet und dienen als zusätzlicher Flucht- und Rettungsweg im Bergwerk. Aufgrund ihres großen Durchmessers von bis zu 120 Zentimetern kann über sie auch die Versorgung mit Frischluft erfolgen.

Im Januar stoßen die Bergleute zunächst eine erste Bohrung mit einem kleineren Durchmesser vertikal von oben nach unten in das Gestein. Anschließend wird der Durchmesser durch eine zweite Bohrung erweitert. Hierfür kommt eine sogenannte Raise-Bohrkrone zum Einsatz. Diese Bohrkrone schneidet das Gestein unter Zug von unten nach oben und erweitert die Bohrung so auf ihre geplante Größe. Durch das Hochziehen (englisch: raise) kann das anfallende Bohrmehl (Bohrklein) einfach über Löcher in der Krone nach unten fallen. Dies erspart ein aufwändiges Spülen der Bohrung.

Wesentliche Arbeiten

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.

  • Die Grube wird fortlaufend stabilisiert. Dabei errichten Bergleute in den durch Gebirgsdruck geschädigten Bereichen Stützbauwerke. Zusätzlich verfüllen sie nicht mehr benötigte Hohlräume. Der sichere Betrieb des Bergwerks ist eine Grundvoraussetzung für die geplante Rückholung der radioaktiven Abfälle.

Rückholungsplanung

Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden.

  • 750-Meter-Ebene, Faktenerhebung: Im Januar beginnen Bergleute mit vorbereitenden Arbeiten für die Bohrlochverfüllung der Erkundungsbohrung in die Einlagerungskammer 7. Bereits im Dezember 2025 wurde die Bohrung zur Einlagerungskammer 12 verfüllt. Sind die Verfüllarbeiten abgeschlossen, erfolgt der Rückbau des Bohrortes und die Aufhebung des Strahlenschutzbereiches. Weitere Informationen zur Erkundung der Einlagerungskammer 12 finden Sie in dieser Meldung.

Lösungsmanagement

In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.
 

  • 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 7. bis zum 14. Januar 2026 werden rund 344 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/01 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraf 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 10,7 Becquerel pro Liter. Zum Vergleich: In der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Tritium bei 100 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,56 Becquerel pro Liter.
     
  • 725-Meter-Ebene, Gleitbogenausbaustrecke: Anfang Dezember verlagert sich der Lösungszutritt auf der 658-Meter-Ebene aus der Bohrung RH-658-9.19 in die direkt danebenliegende Bohrung RH-658-9.25. Daraufhin sinken die Fassungsmengen auf der 725-Meter-Ebene wieder deutlich.
     
    Hier finden Sie den Überblick über die aktuellen Fassungsraten im Januar zusammengefasst in einem Dokument (PDF, 1 MB, nicht barrierefrei) (PDF, 0,96MB).

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • 658-Meter-Ebene, Abbau 3, ehemalige Hauptauffangstelle: Im Januar stoßen Bergleute weiter in den Abbau der ehemaligen Hauptauffangstelle vor. Dabei entfernen sie den ehemals als Stützmaterial eingebrachten Schotter und stabilisieren den Arbeitsbereich mit Betonpfeilern und Stahlträgern. Während der Arbeiten legen sie im Süden des Abbaus einen Bereich aus gewachsenem Salzgestein frei. Um die geologische Beschaffenheit dieses Bereichs weiter zu untersuchen, stoßen sie drei Erkundungsbohrungen in den Deckenbereich. Die Bohrungen stoßen nach weniger als zwei Metern auf einen Hohlraum. Um zu prüfen, ob der Hohlraum eine direkte Verbindung zu den unterhalb des Abbaus gestoßen Bohrungen aufweist, leiten die Bergleute unter Druck Rauch in die Erkundungsbohrung (Signalnebelbetrachung). Schon kurz nach Beginn der Berauchung tritt der Rauch aus allen drei Bohrlöchern in der Unterfahrung aus. Damit ist eine direkte Verbindung zwischen dem angebohrten Hohlraum im Abbau und den Bohrungen in der Unterfahrung nachgewiesen. Jetzt werten Expert*innen der BGE die Erkenntnisse aus und planen das weitere Vorgehen.
     
  • 700-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: Um Platz für die größte Teilschnittmaschine im Bergwerk zu schaffen, erweitern Bergleute einen Streckenteil in der Umfahrung nahe des Schachts 4. Die Hauptverbindungsstrecke (Wendel) soll hier zukünftig einen anderen Verlauf nehmen.
     
  • 800-Meter-Ebene, PAE-Feld: Die letzten offenen Streckenbereiche des ehemaligen Versuchsfeldes sollen in diesem Jahr mit Beton verfüllt werden. Dazu bereiten Bergleute die Streckenabschnitte vor, indem sie hier eingebaute Rohre und Leitungen entfernen und noch offene Bohrlöcher mit Beton verfüllen. Bevor der Bereich abgeworfen wird, werden Bergleute auch die Leitern aus der von hier ausgehenden Fluchtbohrung zur 750-Meter-Ebene entfernen. Im Bereich des PAE-Versuchsfeldes fanden bis Ende der 90er-Jahre Versuche statt, bei denen der Einfluss von Wärme auf das umliegende Salz untersucht wurde.

Strahlenschutz

Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.

  • 750-Meter-Ebene, Faktenerhebung: Bei vorlaufenden Arbeiten zur Aufhebung des Strahlenschutzbereichs führen Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes Strahlenschutzmessungen zur Freigabe von Arbeitsmaterial durch.

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Asse.