Pressemitteilung – BGE

13. Juli 2018

Informationsaustausch soll gefördert werden

Am Donnerstag, 28. Juni 2018, unterzeichneten Dr. Ewold Seeba, amtierender Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und Pierre-Marie Abadie, CEO der Nationalen Agentur für die Entsorgung radioaktiver Abfälle (Andra) einen Partnerschaftsvertrag. Die Andra ist die französische Entsorgungsagentur, die 1991 als unabhängige öffentliche Gesellschaft gegründet worden ist.

Dieses Partnerschaftsabkommen enthält die formellen Voraussetzungen für den Informationsaustausch zwischen den beiden Unternehmen und deren Kooperation für die Dauer von fünf Jahren mit der Option, das Abkommen zu verlängern.

Mit der Neuaufnahme des deutschen Standortverfahrens für hochradioaktive Abfälle will die BGE von den Erfahrungen der Andra mit den seit 1991 in Frankreich umgesetzten Strategien zur Vorbereitung des Cigeo-Projekts profitieren. Cigeo ist das französische Projekt zur Entsorgung hochradioaktiver Abfälle in einer tiefen Gesteinsformation. Insbesondere ist die BGE an der schrittweisen Entwicklung des französischen Projekts einschließlich seiner Organisation interessiert. Besonders interessant ist für die BGE die Realisierung eines Endlagerprojekts in einer Tonformation auf der Grundlage der wissenschaftlichen und industriellen Erfahrungen, die im Untertagelabor Bure in Lothringen gemacht wurden. Ebenso interessant ist die Strategie der Andra zur Kommunikation und des Dialogs mit den Stakeholdern für das Projekt.

Die Andra ihrerseits möchte den in Deutschland eingeleiteten Standortwahlprozess unter den besonderen Bedingungen des endgültigen Atomausstiegs im Jahr 2011 im Detail kennenlernen. Die Andra wird sich insbesondere mit der Strategie der Kommunikation und Information befassen, die in Deutschland umgesetzt wird. Sie interessiert sich für den konstruktiven Dialog zwischen der BGE und den Bürgerinnen und Bürgern über die Behandlung radioaktiver Abfälle als kollektives Erbe. Auch interessiert sich die Andra für die Erfahrung der BGE, tiefe geologische Lagerstätten sicher in verschiedenen Wirtsgesteinsformationen zu bauen, zu betreiben und zu schließen.  

Die BGE ist eine bundeseigene Gesellschaft im Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums. Die BGE hat am 25. April 2017 die Verantwortung als Betreiber der Schachtanlage Asse II sowie der Endlager Konrad und Morsleben vom Bundesamt für Strahlenschutz übernommen. Zu den weiteren Aufgaben zählt die Suche nach einem Endlagerstandort zur Entsorgung der in Deutschland verursachten hochradioaktiven Abfälle auf der Grundlage des im Mai 2017 in Kraft getretenen Standortauswahlgesetzes. Geschäftsführer sind Dr. Ewold Seeba (kommissarischer Vorsitzender), Prof. Dr. Hans-Albert Lennartz (kaufmännischer Geschäftsführer) und Dr. Thomas Lautsch (technischer Geschäftsführer).

Die Andra ist ein öffentliches Unternehmen, das durch das Gesetz vom 30. Dezember 1991 geschaffen wurde. Ihre Aufgaben wurden durch das Programmgesetz vom 28. Juni 2006 definiert. Unabhängig von den Erzeugern radioaktiver Abfälle ist die Andra der Aufsicht des Ministeriums für Energie, Umwelt und Forschung unterstellt. Die Andra stellt seine Expertise in den Dienst des Staates, um sichere Managementlösungen für alle französischen radioaktiven Abfälle zu finden, zu implementieren und zu garantieren, um gegenwärtige und zukünftige Generationen vor dem Risiko dieser Abfälle zu schützen.

Das Logo der Andra