Aktuelle Arbeiten - Endlager Morsleben

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im September 2021 (Kalenderwochen 35 bis 39/2021)

 

Sichere Stilllegung des Endlagers

Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.

  • Bergleute begleiten externe Dienstleister unter Tage, um gemeinsam die Montage von Rohrleitungen vorzubereiten, in denen Sorelbeton von der Baustoffanlage auf der 2. Ebene (Sohle) zum Demonstrationsbauwerk auf der 3. Sohle gepumpt werden soll. Das Ziel: Bei der Betonage des Demonstrationsbauwerks einen möglichst vollständigen Verfüllgrad erreichen.
     

Gewährleistung der Betriebssicherheit

Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.
 

  • Die Strahlenschützer*innen im Endlager Morsleben arbeiten sowohl mit stationären als auch mobilen Gammaspektrometriesystemen. Diese Messgeräte werden beispielsweise in der Umgebungsüberwachung eingesetzt, um Radioaktivität im Boden zu ermitteln. Dienstleister*innen aus dem Bereich Strahlenschutz warten die Gammaspektrometriesysteme im Kontrollbereich über und unter Tage. Die Wartungsarbeiten werden routinemäßig jedes Jahr durchgeführt und stellen die Funktionalität der Geräte sicher.
     
  • Strahlenschützer*innen führen die jährliche Durchflussmessung an sogenannten 3H-Sammlern und 14C-Sammlern durch. In den Sammlern wird die Luft durch ein Molekularsieb geleitet. Enthält die Luft das Isotop Tritium (3H) oder radioaktiven Kohlenstoff (14C), werden diese an das Molekularsieb gebunden. Nach jeweils einem Monat werden die Molekularsiebe ausgewechselt, im Labor analysiert und ausgewertet. Die Geräte sind Teil der behördlichen Kontrolle der Abwetterüberwachung (Überwachung der Abluft) an den Schächten Marie und Bartensleben; die Auswertung übernimmt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Auftrag des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Die Untersuchungen sind Teil der Kontrolle der Eigenüberwachung der BGE und gesetzlich vorgeschrieben.
     

Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes

Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.

  • Mit einer Teilschnittmaschine vergrößern Bergleute eine der Nordstrecken auf Schacht Marie. Durch den Nachschnitt sind die Strecken im Grubengebäude langfristig leichter zugänglich. Damit wird nicht nur die Infrastruktur verbessert, sondern auch die Arbeitssicherheit: Zukünftig können Fahrzeuge in diesem Bereich besser rangieren.
     
  • Elektriker*innen führen einen Hardwaretest der Niederspannungshauptverteilung (NSHV) über Tage durch. Dabei schalten sie außerhalb der regulären Arbeitszeit den übertägigen Teil des Bergwerkgeländes spannungsfrei. Die Elektriker*innen prüfen, ob die mobilen Ersatzstromaggregate (MESA) selbständig anfahren und die ersatzstromberechtigten Systeme versorgen. Im Fall eines regionalen Spannungsausfalls wird auf diesem Weg die Versorgung des Betriebs sichergestellt.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
 

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.

  • Seit dem 2. September 2021 ist die Infostelle wieder dienstags und donnerstags von 9:00 – 15:00 Uhr geöffnet. Auf Nachfrage bieten die Mitarbeiter*innen auch weitere Termine zum Besuch der Infostelle an.
     
  • Die Mitarbeiter*innen der Infostelle Morsleben unterstützen die Ausbildungsbeauftragte des Endlagers Morsleben auf der vierten Ausbildungsmesse der Verbandsgemeinde Flechtingen. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem „Einblick“.
     

Meldepflichtiges Ereignis

Betriebsstörungen oder Störfälle bis zu Unfällen sind den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden. Grundlage ist die Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) in Verbindung mit der Meldeordnung des ERAM.

  • Am 11. September 2021 kommt es zu einem Druckabfall in der Schachtwassersteigleitung von Schacht Bartensleben. Über die Steigleitung werden hauptsächlich die in die Schachtröhre zutretende Wässer, die in  Sammelbecken auf der 2. Ebene zwischengespeichert werden, nach über Tage abgepumpt.

    Ursache für den Druckabfall ist eine Leckage an einem Hochdruckschlauch beim Abgang der Steigleitung zur Löschwasserversorgung der Brandbekämpfungsanlage am Hauptgesenk auf der 1. Ebene der Schachtanlage Bartensleben. Die Leckage hat zur Folge, dass die Schachtwassersteigleitung von über Tage bis zum Füllort auf der ersten Ebene (Sohle) leerläuft. Dadurch wird das Wasser nicht mehr automatisch aus der Schachtwasserhaltung nach über Tage abgepumpt. Auch die Löschwasserversorgung der Brandbekämpfungsanlage am Hauptgesenk (Transportschacht) ist durch die Leckage unterbrochen. 

    Als Sofortmaßnahme stellt das Bereitschaftspersonal den Automatikbetrieb der Schachtwasserhaltung ab und dichtet die Leckage ab. Außerdem leiten sie die Beschaffung eines Ersatzschlauches ein. Um eine schnelle Brandbekämpfung am Hauptgesenk weiterhin zu gewährleisten, stellt die Grubenwehr das Löschhilfsfahrzeug vor Ort bereit. Die Löschmittelversorgung eines Betriebsstofflagers auf der 4. Ebene ist durch die Sammelbecken der Schachtwasserhaltung sichergestellt. 

    Eine N-Meldung geht per Meldeformular fristgerecht an die atomrechtliche Aufsicht im Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (externer Link).
     

Einblick

Die BGE auf der vierten Ausbildungsmesse im Kulturhaus Erxleben

 

Am Mittwoch, den 22. September präsentiert sich die BGE auf der vierten Ausbildungsmesse im Kulturhaus Erxleben. Die Ausbildungsbeauftragte des Endlagers Morsleben und eine Mitarbeiterin der Infostelle Morsleben aus der Unternehmenskommunikation stellen den Projektstandort Morsleben vor. Sie informieren die über 300 Schüler*innen aus den 8. bis 10. Klassen über das Ausbildungsangebot des großen regionalen Arbeitgebers und Ausbildungsbetriebes.

Neben rund 30 weiteren Unternehmen stehen sie den zahlreichen Fragen der Schüler*innen Rede und Antwort. Die Schüler*innen nutzen die Gelegenheit, um sich über ihre Möglichkeiten bei der zukünftigen Berufswahl zu informieren. Sie kommen aus der Albert-Niemann-Sekundarschule aus Erxleben, der Brüder-Grimm-Sekundarschule aus Calvörde sowie dem Prof.-Friedrich-Förster-Gymnasium aus Haldensleben.

Die Aussteller der Messe bilden einen großen Querschnitt durch viele Bereiche von Wirtschaft und Öffentlichem Dienst ab: Neben der Verbandsgemeinde selbst sind unter anderem diverse Logistikunternehmen, das AMEOS Klinikum Haldensleben sowie K+S Minerals and Agriculture aus Zielitz vertreten.