Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Februar 2020

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.

  • Auf der 532-Meter-Ebene (Sohle) arbeiten Mitarbeiter des Grubenbetriebes weiter an der Verfüllung von Resthohlräumen im Umfeld der Einlagerungskammer 8a der 511-Meter-Ebene. Der Beton (Sorelbeton), der hier eigebracht wird, dient der Stabilisierung der nicht mehr benötigten Grubenräumen in diesem Bereich.
  • Unterhalb der 800-Meter-Ebene werden Kavernenstrecken hergestellt, in denen Lösungen gespeichert werden, die nicht planmäßig im üblichen Zyklus abgegeben werden können. Zunächst werden 110 Metereiner alte Strecke, die bereits verfüllt war, wieder geöffnet.

Faktenerhebung

Die Einlagerungskammern 7 und 12 auf der 750-Meter-Ebene werden mit Bohrungen erkundet. Die Erkundung der Kammer 7 wurde abgeschlossen. Die Erkundung der Kammer 12 wird vorbereitet.

  • Das Bohrort für die Bohrarbeiten zur Einlagerungskammer 12 der 750-Meter-Ebene wird hergerichtet.
  • Im Grubentiefsten wird an der Erprobung des Anbohrens der Einlagerungskammer 12 gearbeitet. Die Erkundung der Einlagerungskammer 12 ist mit strengen Auflagen verbunden. Besonders herausfordernd ist das Bohren mit extrem kurzen Abschlägen, das heißt, es dürfen nur wenige Zentimeter Bohrung an einem Stück hergestellt werden, dann muss ein Messzyklus stattfinden. Die kleinsten Mengen Bohrmehl, die bei diesen Arbeiten entstehen, müssen gefasst und radiologisch bewertet werden.

Rückholungsbergwerk und Schacht Asse 5

Für die Rückholung müssen neue Infrastrukturräume und Zugänge zum bestehenden Bergwerk sowie ein Bergungsschacht (Schacht Asse 5) errichtet werden.

  • Die Bohrarbeiten auf der 700-Meter-Ebene in Richtung der Erkundungsbohrung Remlingen 15 sind beendet. Von Oktober 2019 bis Februar 2020 sind zwei Bohrungen mit jeweils rund 400 Metern Länge erstellt worden. Weitere Informationen finden Sie in der Meldung vom 20. Februar 2020.
  • In den Bohrungen werden nun umfangreiche Messungen durchgeführt. Das Messprogramm umfasst Messungen über verschiedensten Eigenschaften des Gesteins um die Bohrungen herum und dient der Ergänzung des Strukturmodells der Asse.

Lösungsmanagement

Im Bergwerk werden aktuell täglich rund 13,5 Kubikmeter Salzlösung aufgefangen. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.

  • Rund 253 Kubikmeter Salzlösung werden nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 ff der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die abgegebenen Lösungen stammen von der Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene. Tritium und Cäsium-137 können nicht nachgewiesen werden. Die Nachweisgrenze liegt für Tritium bei 8,3 Becquerel pro Liter und für Cäsium-137 bei 0,47 Becquerel pro Liter. Mit der Nachweisgrenze wird derjenige Wert eines Messverfahrens bezeichnet, bis zu dem die Messgröße (zum Beispiel die spezifische Aktivität von Radionukliden einer Flüssigkeitsprobe) gerade noch zuverlässig nachgewiesen werden kann. Sie ist ein Maß für die Empfindlichkeit des gewählten Analyseverfahrens. Wenn beispielsweise Aktivitätskonzentrationen von Radionukliden so niedrig sind, dass sie nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden konnten, wird die sogenannte Nachweisgrenze angegeben. Sie zeigt die maximal mögliche Aktivität an, die theoretisch noch in einer Probe vorhanden sein könnte.

Standortüberwachung und –erkundung

Zur Planung der Rückholung, zur Umsetzung der Notfallplanung und zur Erfassung der Auswirkungen durch den Bergbau muss die Asse überwacht und erkundet werden.

  • Die Messarbeiten zur 3D-Seismik sind im Februar erfolgreich beendet. Früher als geplant, konnten die Anregungen durch Sprengung oder Vibration mit den Vibro-Fahrzeugen abgeschlossen werden.
  • Die Rekultivierung der Bohrpunkte läuft. Weitere Informationen zum Fortschritt der 3D-Seismik finden Sie in unserem Themenschwerpunkt.

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • Der Aufbau der neuen Baustoffanlage BA 51 zum Abfüllen von Trockenmaterial auf der 490-Meter-Ebene (Sohle) schreitet voran.
  • Von der Wendelstrecke im Niveau der 725-Meter-Ebene aus schneiden Mitarbeiter des Grubenbetriebes weiter mit einer Teilschnittmaschine eine Strecke. Hier soll ein Fluchtweg für Arbeiten in einer sonst nur einseitig zugänglichen Strecke entstehen. Das Bergrecht legt fest, dass aus Sicherheitsgründen „Sackgassen“ unter Tage ab einer bestimmten Länge mit einem zweiten Ausgang für Notfälle versehen werden müssen, bevor dort gearbeitet werden kann. Zum Monatsende erreicht die Strecke eine Länge von rund 75 Metern.
  • Auf der 700-Meter-Ebene bauen Mitarbeiter des Grubenbetriebes weiter ein Stützbauwerk im Bereich der großen Baustoffanlage BA20. Hier muss Hohlraum verringert und das Tragsystem stabilisiert werden, um die Anlage weiter sicher betreiben zu können.
  • Auf der 750-m-Ebene arbeiten Mitarbeiter des Grubenbetriebes mit einer Fristenfräse die Kontur der nördlichen Richtstrecke nach Osten nach. Diese Strecke ist mehr als 100 Jahre alt und beansprucht. Durch diese Strecke erreichen die Mitarbeiter die östlichen Betriebspunkte, daher muss die Strecke für den täglichen Einsatz gesichert werden. Auch der Zugang zum Standort der Faktenerhebung, ein Anstieg aus dem unteren Bereich in ein höheres Niveau der Sohle, wird nachgearbeitet.

Infrastruktur

Über Tage muss die Infrastruktur dauerhaft instandgehalten und modernisiert werden.

  • Die Arbeiten am Zwischentrakt schreiten voran. Zukünftig wird der Neubau neben der Schutzausrüstung der Bergleute auch die Räume der Grubenwehr, der Feuerwehr für unter Tage, beherbergen. 

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Rund 200 Besucher kommen am 8. Februar 2020 zum Tag der offenen Tür nach Wittmar. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung und ihre beauftragten Unternehmen zeigen an diesem Tag die Fahrzeuge und weitere Technik zur Durchführung der 3D-Messarbeiten rund um das Bergwerk Asse. Fachkolleginnen und –kollegen  führen Gespräche über die vielseitigen Facetten der Arbeiten. Eine mobile Ausstellung mit Schautafeln und Fotostrecken ergänzt die Ausstellung der Technik im Basislager der Messtrupps in Wittmar.
  • In der Infostelle Asse wird mit einem neuen Ausstellungsteil auch  nach dem Ende der Arbeiten im Gelände über die 3-D-Seismik informiert. Technik, Auswertung der Daten und Nutzung werden erläutert. Die 3-D-Seismik ist für die Ergänzung des Untergrundmodells des Höhenzuges Asse von außerordentlicher Bedeutung. Mit den so erhobenen Daten können die Strukturen des Untergrundes in ganz neuer Detailierung dargestellt werden, wodurch für die Planung der Rückholung größere Sicherheit erreicht wird.

Einblick

Ausstellung zur 3-D-Seismik in der Infostelle Asse

Aufgenommen im März 2020

Ausstellung zur 3-D-Seismik in der Infostelle Asse

Über die Aktuellen Arbeiten

Mit der Übersicht zu den aktuellen Arbeiten bieten wir Ihnen einen regelmäßigen Überblick zu den wichtigsten Arbeiten und Meilensteinen in der Schachtanlage Asse II. Die Arbeiten sind den wesentlichen Projekten zugeordnet, um den Fortschritt der einzelnen Projekte nachvollziehbar zu dokumentieren.

Wir bitten zu beachten, dass nicht alle Arbeiten, die täglich über und unter Tage stattfinden, an dieser Stelle dokumentiert werden können. Bei Bedarf steht Ihnen das Team der Infostelle Asse gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.