Meldung – Endlager Konrad

Zusatzmaßnahmen bei der Auffahrung Füllort 2. Sohle erforderlich

Am Übergang vom Schacht 2 in das eigentliche Grubengebäude, dem sogenannten Füllort, sind weitere Verankerungen notwendig, um den Streckenvortrieb fortzusetzen. Die Geologie des Endlagers hält an dieser Stelle eine besondere Aufgabe bereit. Die Tonschicht, die für die Langzeitsicherheit des Endlagers günstige Voraussetzungen bietet, bringt beim Bau des Endlagers einige technische Herausforderungen mit sich. Während beim Auffahren der Einlagerungskammern und Werkstätten in der Eisenerzschicht kaum Gebirgsbewegungen zu beobachten waren, hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) beim Auffahren des Füllortes, das in einer Gebirgsschicht mit tonigen Anteilen liegt, nunmehr Bewegungen im Zentimeterbereich beobachtet.

„Wir werden daher an dieser Stelle noch einmal weitere Anker setzen, entsprechend unseren vorhandenen Verfahrensanweisungen. Das haben wir mit unserer Aufsichtsbehörde, dem niedersächsischen Landesbergamt so vereinbart“, sagt der technische Geschäftsführer der BGE, Dr. Thomas Lautsch. „Wir können beim Ausbau des Endlagers Konrad im Umgang mit der Tonschicht einiges für ein mögliches künftiges Erkundungsbergwerk im Ton lernen“, fügt er hinzu. Bei der Suche nach einem Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle gilt Ton als ein mögliches Wirtsgestein, in dem nach einem geeigneten Endlagerstandort gesucht werden könnte. „Bergleute mögen das Auffahren von Strecken im Ton nicht besonders“, sagt Lautsch. „Umso besser, dass wir jetzt unsere ersten Erfahrungen damit machen.“

Die BGE hat im April 2017 die Betreiberverantwortung für das Endlager Konrad übernommen. Das ehemalige Eisenerzbergwerk wird seit 2007 zum Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle ausgebaut und soll bis zu 303.000 Kubikmeter dieser Abfälle für einen langen Zeitraum von der Umwelt abschirmen. Dazu werden die bestehenden Schächte modernisiert und komplett neue Einlagerungsstrecken errichtet. Das Füllort ist der Bereich des künftigen Endlagers, an dem die Abfälle in den Schacht kommen und dann über die Transportstrecken zu den Einlagerungskammern gebracht werden sollen.

Detailaufnahme von Gebirgsankern im schachtnahen Bereich am Schacht Konrad 2 in 850 Metern Tiefe

Der Berg arbeitet. Die Auffahrung der Strecke auf der zweiten Sohle hat zu Verformungen verführt. Nun werden weitere Sicherungsanker gesetzt.

Die Grafik zeigt einen Schnitt durch die Geologie am Schacht 2, grün dargestellt ist die tonhaltige Gebirgsschicht, die diagonal zum Schacht und der Strecke verläuft. Für die gesamte Ansicht bitte ins Bild klicken.