Meldung – Endlager Konrad

Grubenwasser-Übergabestation auf Konrad 2 – spezielle Anforderungen für ein besonderes Gebäude

Premiere auf Konrad 2: Vergangenen Monat wurde mit dem Bau der Grubenwasser-Übergabestation begonnen. Das Gebäude ist das erste, das den besonders strengen Qualitätsanforderungen für kerntechnische Gebäude genügen muss.

Sicherheit an erster Stelle

Ziel der BGE ist, ein Höchstmaß an Sicherheit für das Endlager Konrad zu erreichen. Deshalb plant, errichtet und betreibt die BGE ihre Anlagen nach einem atomrechtlich genehmigten Qualitätsmanagementsystem. Dabei sind bei Planung, Beschaffung, Herstellung, Inbetriebnahme und Betrieb (einschließlich Stilllegung) drei Qualitätssicherungsbereiche (QSB) mit verschiedenen Forderungen hinsichtlich qualitätssichernder Maßnahmen zu unterscheiden.

Beim Bau der Grubenwasser-Übergabestation kommt der besonders hohe Qualitätsbereich QSB 3 mit den Regeln des kerntechnischen Ausschusses (KTA) zur Anwendung. Das Gebäude wird aus wasserundurchlässigem Spezialbeton errichtet und mit einer speziellen Bitumen-Beschichtung ausgeführt. Weiterhin wird die Grubenwasserübergabestation auch so ausgelegt, dass sie einem Erdbeben standhalten kann.

Ein unscheinbares Gebäude

Die Grubenwasser-Übergabestation wird nach Fertigstellung kaum zu sehen sein, da das 34 mal 10 Meter große Bauwerk rund sechs Meter ins Erdreich eingelassen wird. Nur der Zugang zum Treppenhaus ragt über die Geländeoberkante hinaus.

Den Hauptanteil des Bauwerkes nehmen vier liegende 40-Kubikmeter-Tanks aus Stahl ein. Die Tanks müssen bei einem Grubenwasserzulauf von rund 35 Litern pro Minute zweimal in der Woche entleert werden.

Umgang mit Konrad-Grubenwasser im Endlager

In der Grubenwasser-Übergabestation werden die im Endlagerbetrieb unter Tage anfallenden Grubenwässer gesammelt und radiologisch kontrolliert. Auch die im Lüftergebäude geringfügig anfallenden Kondens- und Regenwassermengen werden in diese Station gepumpt. Das Wasser, das das Endlager Konrad verlassen soll, wird hier vorher radiologisch kontrolliert. Die radiologische Überwachung stellt dabei eine weitere Sicherheitsmaßnahme dar, die dem Schutz der Bevölkerung und der Umwelt dient.

Die kontrollierten Wässer werden in Pufferbecken abgegeben und von dort, zusammen mit anderen geklärten Abwässern der Anlage, über eine Druckrohrleitung in den Fluss Aue abgeführt. Die maximale Einleitmenge von Grubenwässern in die Aue ist auf 10.000 Kubikmeter pro Jahr begrenzt.

3D-Modell der Grubenwasser-Übergabestation