Meldung – Standortsuche

Warum die BGE vier Gebiete zur Methodenentwicklung identifiziert hat

Anhand von vier Gebieten zur Methodenentwicklung wird die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) eine vergleichbare und robuste Anwendung der repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU) entwerfen. Warum die vier bereits bekannt gegebenen Gebiete ausgewählt worden sind, ist für einige in den Regionen nicht unmittelbar klar geworden. Deshalb hat die BGE nun vier Steckbriefe über die Gebiete zur Methodenentwicklung vorgelegt, die für jedes der vier Gebiete beschreiben, was die Gründe für die Auswahl genau dieses Gebietes gewesen sind.

Der Median unter den Salzstöcken 

„Uns ist klar, dass in einem so lang und komplex verlaufenden Auswahlprozess für einen Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle jede regionale Information erst einmal viel Aufmerksamkeit auslöst“, sagt Steffen Kanitz. Er ist Geschäftsführer der BGE und für die Endlagersuche verantwortlich. „Mit den Gebieten zur Methodenentwicklung treffen wir allerdings keine Aussage zur potentiellen Eignung im Standortauswahlverfahren. Die Gebiete geben uns lediglich die Möglichkeit, unsere Methoden praxisnah und robust zu entwickeln.“

Der Salzstock Bahlburg (Teilgebiet 035_00TG_057_00IG_S_s_z) ist als einer von 60 Salzstrukturen zur Methodenentwicklung ausgewählt worden, weil er ein äußerst durchschnittliches Teilgebiet im Wirtsgestein Steinsalz in steiler Lagerung ist Er kann repräsentativ für die Form, die Fläche und den Umfang der Steinsalz-Teilgebiete in steiler Lagerung stehen. „Mit dem Salzstock Bahlburg soll eine Struktur ausgewählt werden, die eine Übertragbarkeit der Methoden auf weitere Salzstrukturen ermöglicht“, heißt es im Steckbrief. Die Datenlage ist weder besonders gut, noch besonders schlecht und damit durchaus typisch für viele Salzstöcke.
Steckbrief Salzstock Bahlburg

Eine typische Salzlagerung 

Im Thüringer Becken (Teilgebiet 078_02TG_197_02IG_S_f_z) findet sich der Aufbau des Zechstein mit mehreren flach gelagerten Steinsalzhorizonten der Werra-, Staßfurt-, Leine- und Aller-Formationen. Es ist damit gut geeignet, die Methoden für die repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen anhand dieses Teilgebiets zu entwickeln. Für dieses große Teilgebiet ist die Datenlage sehr unterschiedlich, aus diesem Grund bietet sich hier die Möglichkeit, eine unterschiedliche Datenlage methodisch zu fassen. Nämlich die Frage, wie geht die BGE damit um, dass teilweise aufgrund von Rohstofferkundungen eine hohe Datendichte gegeben ist und in anderen Bereichen eines Teilgebiets nur eine sehr eingeschränkte Datenverfügbarkeit vorliegt.
Steckbrief Thüringer Becken

Blick ins kristalline Wirtsgestein 

Das Saxothuringikum (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO) umfasst eine große Fläche und zieht sich von Baden-Württemberg bis nach Sachsen. Auch in diesem Gebiet gibt es eine sehr heterogene Datenlage. Unterschiedliche Entstehungszeiten des Grundgebirges bringen verschiedene kristalline Wirtsgesteine zutage. Das Gebiet bietet unterschiedliche Testfälle für methodische Überlegungen an, die bei einer Methode für alle Teilgebiete helfen können.
Steckbrief Saxothuringikum

Vom Opalinuston zu den ganz großen Ton-Teilgebieten

Das Teilgebiet 001_00TG_032_01IG_T_f_jmOPT (Opalinuston) ist im Vergleich zu den anderen Ton-Teilgebieten von der Größe her kleiner. Die Gesteinseigenschaften der Opalinuston-Formation können aus dem bereits gut untersuchten, südlich gelegenen analogen Opalinuston abgeleitet werden. Zudem zeigt sich in dem Gebiet, in dem es nur wenige Bohrungsdaten gibt, wie mit unterschiedlichen Datendichten umgegangen werden kann. Die Chance, in diesem Teilgebiet eine Methode zu entwickeln, die sich auf andere Ton-Teilgebiete übertragen lässt, ist deshalb groß.
Steckbrief Opalinuston

Screenshots der vier Steckbriefe

Die BGE hat Steckbriefe für die Gebiete zur Methodenentwicklung vorgelegt, die für jedes der vier Gebiete beschreiben, was die Gründe für die Auswahl genau dieses Gebietes gewesen sind.