Meldung – BGE

Die meist gestellte Frage: Warum braucht Deutschland ein Endlager für hochradioaktive Abfälle?

Nach mehr als zwei Jahren Abstinenz bringt das Jahr 2022 viele Großveranstaltungen, Messen, Austauschforen und Diskussionsräume hervor. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist im Juni 2022 in einer Woche gleich bei fünf Großveranstaltungen vertreten gewesen, um die breite Öffentlichkeit zu erreichen. „Das direkte Gespräch, Auge in Auge unter freiem Himmel oder in einer großen Halle, ist die beste Kommunikation. Da kommen die digitalen Gesprächskanäle nicht ganz heran“, sagt Manuel Wilmanns, Abteilungsleiter Infostellen und Informationsmanagement, bei der BGE. Er war bei zwei Veranstaltungen mit dabei und hat Dutzende Gespräche geführt.

Beim Umweltfestival in Berlin beispielsweise ist das BGE-Team mit 168 Personen ins Gespräch gekommen. Die häufigste Frage: Warum braucht Deutschland überhaupt ein Endlager? Und: Kommt die Atomkraft wieder? Beim Umweltfestival wurde auch der Verdacht geäußert, dass die BGE doch längst einen Endlagerstandort gefunden haben könnte, und warum denn noch weiter gesucht werde. Die Antworten waren einfach: Nein. Die BGE hat noch keinen Standort gefunden, sondern sucht aktuell zunächst nach den wenigen erfolgversprechenden Standorten, die einmal erkundet werden sollen. Der hochradioaktive Abfall muss sicher unter die Erde gebracht werden, wenn er dauerhaft von Menschen und Umwelt ferngehalten werden soll. Und jedes Land, das radioaktive Abfälle erzeugt, ist auch selbst für die Entsorgung zuständig. Die Frage nach der Ukraine-Krise und der Atomkraft wiederum hat zu interessanten Diskussionen geführt. Um die „schwierigen Themen“ wollte jedenfalls auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke keinen Bogen machen.
 


Steffi Lemke machte deshalb auch beim Stand der BGE Halt. Sie brachte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir mit und die Umweltsenatorin in Berlin, Bettina Jarasch. Außerdem hat sie Stefan Tidow, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, auf ihrem Rundgang über das Umweltfestival ebenfalls begleitet. Der kurze Austausch mit der Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Dagmar Dehmer, zeigte vor allem eines: Da gibt es noch viel zu diskutieren, bis das Endlager gefunden ist.

Erstmals bei der re:publica

Bei der re:publica (externer Link), bei der die BGE erstmals vertreten war, hat sie ein junges, aufgeschlossenes Publikum erreicht. Die meisten der 309 Gesprächspartner*innen haben schnell verstanden, dass eine tiefengeologische Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen auf die lange Sicht sicherer ist, als die dauerhafte Lagerung über der Erde. Mit Hilfe von drei 360-Grad-Rundgängen, die mit VR-Brillen einen echten Eindruck der Endlagerprojekte der BGE vermitteln können, haben rund 180 überwiegend junge Besucher*innen eine virtuelle Befahrung gewagt. Da die drei Befahrungen weit oberhalb der Fördertürme der Schachtanlage Asse 2, des Endlagers Morslebens und des Endlagers Konrad starten, mussten sich viele von ihnen dann doch wieder setzen. Aber viele waren begeistert von diesem Erlebnis. Ebenfalls gut angekommen, sind die Postkarten des Veranstaltungszeichners Benjamin Felis, der beide Veranstaltungen begleitet hat – und den Gästen eine ganz persönliche Erinnerung an die Gespräche mitgegeben hat.

Bei der re:publica, der größten Veranstaltung in Deutschland zum Austausch über den digitalen Wandel und Netzpolitik hat die BGE zudem eine Panel-Diskussion organisiert. Manuel Wilmanns diskutierte mit Martin Donat, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, mit Svenja Faßbinder, Jugendpflegerin aus Wunsiedel und im vergangenen Jahr Teil der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Endlagersuche in Deutschland, sowie der Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der BGE, Dagmar Dehmer, über die Frage, ob die digitalen Formate die Kommunikation zwischen dem Staat und den Bürger*innen verbessert haben. Rund 60 Gäste haben sich die Diskussion live angeschaut.

(Digitale) Kommunikation zur Endlagersuche – Was haben wir gelernt?

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Bei der Bildungsmesse didacta in Köln hat das BGE-Team eine Woche lang dafür geworben, die atomaren Altlasten auch im Unterricht zu thematisieren. Das schon mehrfach auch digital angebotene Planspiel in seiner analogen Fassung hat 50 Lehrer*innen unmittelbar überzeugt: Sie haben das Spiel, in dem es um schwierige Entscheidungen und die Diskussion darüber geht, gleich mitgenommen. Das BGE-Team hat in Köln mit 240 Personen über schulische und außerschulische Angebote diskutiert, um jungen Leuten das Thema Endlagerung näher zu bringen.

BGE erläutert den Rückholplan Asse und das Endlager Morsleben

Die BGE war am Wochenende auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt unterwegs. Beim Umweltmarkt in Wolfenbüttel ging es um den Rückholplan für die radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse 2. In rund 20 Gesprächen und mit Hilfe von zehn virtuellen Befahrungen erläuterte das Team der Infostelle Asse die nächsten Schritte in Remlingen. Die Asse-Bürgerinitiativen haben den Umweltmarkt genutzt, um dem Vorsitzenden Geschäftsführer der BGE eine „gelbe Karte“ überreichen zu lassen. Stefan Studt versprach, dafür einen Platz in seinem Büro zu finden und kommentierte: „Wir werden weiter alles tun, um der unverzüglichen Stilllegung nach vorheriger Rückholung der radioaktiven Abfälle Rechnung zu tragen.“ Dabei werde die BGE „natürlich nichts tun, was nicht zulässig und genehmigt ist.“ Dennoch sei das in der Region umstrittene Thema Zwischenlager „nicht das bestimmende Thema gewesen“, sagt Frank Ehrlich, Leiter der Infostelle Asse.

Am Abend des gleichen Tages hat ein weiteres Team der BGE bei der Langen Nacht der Wissenschaft in Magdeburg das Endlager Morsleben und das Konzept zu dessen Stilllegung vermittelt. Auch in Magdeburg konnten die Gäste an einer virtuellen Befahrung teilnehmen. „Wir hatten Schlangen vor dem Zelt“, sagt Katharina Kiefer, Leiterin der Infostelle Morsleben zufrieden. Und der Stand der BGE fand auch dort Beachtung durch die politisch Verantwortlichen in Sachsen-Anhalt. Der Staatssekretär im zuständigen Wissenschaftsministerium Thomas Wünsch und die zuständige Abteilungsleiterin Gesa Kupferschmidt haben sich dort direkt über den Stand der Dinge informiert.

Gezeichnete Personen und Sprechblasen, in der Mitte: eine Hand, die ein Smartphone hält, darauf: ein Zeichen für Radioaktivität

Illustrator Benjamin Felis hat die Panel-Diskussion auf der re:publica zum Thema „Digitale Kommunikation bei der Endlagersuche“ verfolgt und in einem Graphic Recording festgehalten.

Zwei Frauen sitzen nebeneinander, eine trägt eine VR-Brille.

Mehr als 300 Gespräche führten die Mitarbeiter*innen der BGE auf der re:publica 2022.

Menschen mit und ohne VR-Brillen im Gespräch. Im Hintergrund: ein großer Bildschirm.

Rund 180 überwiegend junge Besucher*innen wagten eine virtuelle Befahrung am Stand der BGE auf der re:publica.

Eine Tafel mit bunten Zeichnungen, ringsherum: zahlreiche Menschen

Der Veranstaltungszeichner Benjamin Felis hat die BGE auf die re:publica begleitet und den Gästen eine ganz persönliche Erinnerung beschert.

Vier Menschen mit VR-Brillen sitzen an einem Tisch

BGE-Stand auf der didacta: mit VR-Brille durch die Bergwerke.

Mehrere Menschen drängen sich am Stand der BGE vor einem Bildschrim.

Großer Andrang am Stand der BGE bei der Langen Nacht der Wissenschaft in Magdeburg.