Endlager Konrad

Baufortschritt: So geht es beim Endlager Konrad voran

07. Januar 2026: Der Bau des Endlagers Konrad ist im Jahr 2025 ein großes Stück vorangekommen. Einige Teilbereiche sind fertig, und die ersten Anlagen sind bereits errichtet.

Auf den zahlreichen Baustellen des Endlagers Konrad schreiten die Arbeiten weiter voran. Im Jahr 2025 wurden viele der gesteckten Ziele erreicht. Der Projektleiter für die Errichtung des Endlagers, Peter Duwe, ist trotz einiger Rückschläge zuversichtlich für 2026. 

Auf der Schachtanlage Konrad 1 wurde 2025 die Band- und Verladeanlage als letztes größeres Gebäude fertiggestellt. Nun laufen noch Infrastrukturarbeiten, wie Leitungsbau und Straßenarbeiten. An der Wache wird der Personaleingang erneuert. Ein großes Vorhaben fehlt allerdings noch: der Wechsel des Führungsgerüsts am Schacht Konrad 1. Das Führungsgerüst ist der innere Teil des Förderturmes. Es dient dazu, die Spurlatten, das sind die massiven Führungsschienen für den Förderkorb, aus dem Schacht in die Höhe zu verlängern. Nur so kann der Förderkorb aus dem Schacht in die Höhe fahren. Die Erneuerung der Stahlkonstruktion wird im Jahr 2027 begonnen und wird voraussichtlich ein Jahr in Anspruch nehmen. 

Auf Konrad 2 drehen sich die Kräne

Peter Duwe wirft den Blick nach vorn: „Wir haben lange gebraucht, um bei den Arbeiten auf Konrad 2 voranzukommen. Langsam sehen wir Fortschritte. Hier gehen wir im kommenden Jahr bei der Gebäudeerrichtung in die Höhe.“ Bei näherer Betrachtung ist zu sehen, dass sich das Baugeschehen über Tage nahezu vollständig nach Konrad 2 verlagert hat. In den kommenden Jahren entstehen über Tage die wesentlichen Funktionsgebäude des Endlagers – der Förderturm, das Lüftergebäude und die Umladehalle mit angeschlossener Pufferhalle.

Der Rohbau des Lüftergebäudes und des Schachtkellers sind weit vorangeschritten. In diesem Jahr starten der Hochbau des Förderturms und der Umladehalle. Die Fertigung des Hauptgrubenlüfters beim Auftragnehmer soll ebenfalls abgeschlossen werden. Der neue Lüfter wird im Lüftergebäude aufgestellt und löst somit den Hauptgrubenlüfter ab, der derzeit unter Tage steht. Er wird dafür benötigt, dass ein ständiger Luftaustausch stattfindet und gewährleistet damit die Versorgung mit frischer Luft. Im späteren Endlagerbetrieb wird dann auch die Abluft durchgehend überwacht.

Vieles läuft unter Tage

In fast allen Strecken sind die Innenschalen eingebaut und es sind bereits die ersten Anlagen montiert.

Der Ausbau unter Tage ist in einigen Abschnitten bereits abgeschlossen. In allen Strecken, außer im Füllort 2. Sohle, wo die Abfälle vom Schacht in die Grube übergeben werden, sind die Innenschalen eingebaut und es sind bereits die ersten Anlagen montiert. So sind im vergangenen Jahr beispielsweise die Anlagen des Betonwerks unter Tage, der sogenannten Versatzaufbereitungsanlage, montiert worden. Die Versatzaufbereitungsanlage dient dazu, vorhandenes loses Erzgestein mit Baustoff zu vermischen und daraus einen fließfähigen Betonwerkstoff für den Verschluss von Einlagerungskammern herzustellen. Das Erz fällt beim Bau von Einlagerungskammern an und wird zu einem großen Teil als Baustoff verwertet. 

Im Bereich der Werkstatt sind die Krananlagen und die Wartungsgruben errichtet. In einer Tiefe von 850 Metern, im Füllort 2. Sohle am Schacht Konrad 2, wird derzeit die Innenschale eingebaut. Das ist eine mehrlagige stahlbewehrte Betonschale. Die Fachleute setzen dort wegen der Höhe der Strecke auf einen angepassten Ablauf des Einbaus der Innenschale. Derzeit erfolgt der Einbau des unteren Teils der Innenschale in Vorbereitung zum Einbau der Fahrbahn. Zudem werden die Fundamente für die in das Füllort einzubauenden Anlagen errichtet. Erst dann geht es mit der Innenschale im oberen Bereich der Strecke weiter. 

Die für das Endlager vorgesehenen Spezialfahrzeuge und viele Komponenten werden fern von der Schachtanlage Konrad gefertigt. Ein Teil der Flotte ist bereits gebaut und befindet sich in der Erprobung für die Abnahme. Eine Herausforderung bei den großen Einlagerungs- und Baufahrzeugen für das Endlager ist deren Transport nach unter Tage. Sobald ein Fahrzeug seine Abnahme absolviert hat, muss es wieder zerlegt und so verpackt werden, dass es durch den Schacht passt. Die ersten Fahrzeuge sollen im kommenden Jahr ins Bergwerk transportiert und dann unter Tage betriebsbereit montiert und müssen dann erneut abgenommen werden.
 

Sicherheit steht im Fokus

Sicherheit ist das zentrale Anliegen der Endlagerung von radioaktiven Abfällen. Das betrifft den gesamten Prozess, von der Konditionierung und Verpackung durch die Abfallverursacher, über die vorgelagerte Produktkontrolle der Endlagergebinde vor dem Transport nach Konrad, bis zum Ausbau und Betrieb des Endlagers auf höchstem Sicherheitsniveau, sowie dem langzeitsicheren Verschluss. 

Die BGE hat in den vergangenen Jahren in einer groß angelegten wissenschaftlichen Untersuchung die sicherheitstechnischen Anforderungen des Endlagers Konrad nach dem Stand von Wissenschaft und Technik überprüfen lassen. Die Ergebnisse der Untersuchung hat die BGE im Frühjahr 2025 veröffentlicht. Die Unterlagen dazu stehen auf der BGE-Internetseite zur Verfügung. Das Endlager Konrad hat die Sicherheitsüberprüfung bestanden. Die Sicherheitsauslegung und die zugrundeliegenden Berechnungen gewährleisten die Sicherheit von Mensch und Umwelt.

Das Endlager Konrad hat die Sicherheitsüberprüfung bestanden.

Das Endlager Konrad ist für 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle genehmigt. Die Abfälle stammen aus dem Betrieb und insbesondere dem Rückbau kerntechnischer Anlagen. Etwa die Hälfte dieser Abfälle lagert bereits verteilt auf verschiedene Zwischenlager in ganz Deutschland. Mit dem Rückbau der Kernkraftwerke und anderer Nuklearanlagen in Deutschland kommt weiterer Abfall hinzu.

Mehr über den Stand der Arbeiten zum Errichten des Endlagers Konrad präsentiert die BGE in ihrer Veranstaltung „Betrifft: Konrad – aktueller Stand der Arbeiten“. Die Veranstaltung findet online am 18. März 2026 um 18:00 Uhr statt. Die Einwahldaten werden frühzeitig auf unserer Veranstaltungsseite bereitgestellt.