Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im September 2020
 

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.

  • Auf der 595-Meter-Ebene (Sohle) verfüllt die BGE eine Strecke. Rund 2.000 Kubikmeter eines speziellen Salzbetons (Sorelbeton) werden eingebracht.
     
  • Auf der 700-Meter-Ebene wird der ehemalige Standort der Baustoffanlage BA50 verschlossen. Zum Monatsbeginn wird der Bereich mit insgesamt mehr als 1.100 Kubikmetern Salzbeton zum überwiegenden Teil verfüllt. Hier liegen große Hohlräume dicht beieinander. Durch die lange Offenhaltung ist das Gebirge geschwächt worden. Nur wenn der Hohlraum durch die Verfüllung reduziert wird, kann der Bereich stabilisiert werden.
     
  • Unterhalb der 800-Meter-Ebene werden weiterhin Kavernenstrecken hergerichtet. In den Strecken können Lösungen gespeichert werden, die zum Beispiel nicht planmäßig nach über Tage abgegeben werden können. Die Kavernenstrecken werden nach Fertigstellung automatisch betrieben. Das heißt, die Strecken werden nur von Pumpen und nicht von Menschen erreicht. Der erste Zugang wird daher bereits wieder mit einem Widerlager, einem mehrere Meter dicken Betonelement, verschlossen. Die Schalungswände werden fertiggestellt.
     

Faktenerhebung

Die Einlagerungskammern 7 und 12 auf der 750-Meter-Ebene werden mit Bohrungen erkundet. Die Erkundung der Kammer 7 wurde abgeschlossen. Die Erkundung der Kammer 12 wird vorbereitet.

  • Die Arbeitsgruppe Faktenerhebung richtet das Bohrort für die Bohrarbeiten zur Einlagerungskammer 12 auf der 750-Meter-Ebene weiter ein. Das Standrohr und eine Sicherheitseinrichtung, mit der das Bohrloch im Notfall in kürzester Zeit verschlossen werden kann, werden montiert.

Rückholungsbergwerk und Schacht Asse 5

Für die Rückholung müssen neue Infrastrukturräume und Zugänge zum bestehenden Bergwerk sowie ein Bergungsschacht (Schacht Asse 5) errichtet werden.

  • Im äußersten Osten der 700-Meter-Ebene richten Bergleute das Bohrort für zwei weitere Erkundungsbohrungen ein. Die Bohrungen liefern wichtige Informationen über den Aufbau der Salzstruktur östlich der bestehenden Schachtanlage Asse II, wo die BGE das Rückholbergwerk und den Schacht Asse 5 plant. Die Bohranlage steht schräg abwärts geneigt. Sie wird auf zwei Ebenen bedient werden: auf der eigentlichen Arbeitsfläche und rund zweieinhalb Meter tiefer in einem sogenannten Bohrkeller. Diesen stellen Mitarbeiter*innen des Bergwerksbetriebes jetzt her. Dazu hat eine Steinsäge Blöcke ausgesägt, die anschließend entfernt wurden. Jetzt wird die Kontur nachgearbeitet und der Bohrkeller fertiggestellt.

Lösungsmanagement

Im Bergwerk werden aktuell täglich rund 12,5 Kubikmeter Salzlösung aufgefangen. Das Lösungsmanagement gelt den Umgang mit diesen Lösungen.

  • Rund 249 Kubikmeter Salzlösung werden nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraph 31 ff der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die abgegebenen Lösungen stammen von der Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Sohle (Bereich gleicher Tiefe unter der Tagesoberfläche). Tritium und Cäsium-137 können nicht nachgewiesen werden. Die Nachweisgrenze liegt für Tritium bei 8,2 Becquerel pro Liter und für Cäsium-137 bei 0,39 Becquerel pro Liter. Mit der Nachweisgrenze wird derjenige Wert eines Messverfahrens bezeichnet, bis zu dem die Messgröße (zum Beispiel die spezifische Aktivität von Radionukliden einer Flüssigkeitsprobe) gerade noch zuverlässig nachgewiesen werden kann. Sie ist ein Maß für die Empfindlichkeit des gewählten Analyseverfahrens. Wenn beispielsweise Aktivitätskonzentrationen von Radionukliden so niedrig sind, dass sie nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden konnten, wird die sogenannte Nachweisgrenze angegeben. Sie zeigt die maximal mögliche Aktivität an, die theoretisch noch in einer Probe vorhanden sein könnte.

Standortüberwachung und –erkundung

Zur Planung der Rückholung, zur Umsetzung der Notfallplanung und zur Erfassung der Auswirkungen durch den Bergbau muss die Asse überwacht und erkundet werden.

  • Die Bohrplätze für die Bohrungen Remlingen 10 und Remlingen 11 werden weiter eingerichtet. Für interessierte Bürger*innen hat die BGE vor Ort Infotafeln aufgebaut, die über die Arbeiten berichten.

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • Der Aufbau der neuen Baustoffanlage BA51 zum Abfüllen von Trockenmaterial auf der 490-Meter-Ebene ist abgeschlossen. Jetzt werden Anschlussleitungen für den Materialtransport benötigt. Dazu müssen mit einer Steinsäge Schlitze in den Boden (die Sohle) geschnitten werden.  In diese werden Rohrleitungen verlegt. Auch Rohrleitungen zwischen den Baustoffanlagen auf der 490- und 700-Meter-Ebene sollen eingebaut werden. Dazu benötigte Bohrungen und Rohrleitungsführungen werden jetzt erstellt.
     
  • Auf der 511-Meter-Ebene wird an einem Arbeitsraum für untertägiges Personal gearbeitet. Nach Abschluss der Bauarbeiten richten die Kolleg*innen des Gruben- und Elektrobetriebes jetzt die Arbeitsbereiche ein.
     
  • Von der Hauptverbindungsstrecke (Wendelstrecke) gehen an vielen Stellen Strecken horizontal ab. Auf der 616-Meter-Ebene ist solch ein Zugang jetzt freigeräumt worden, damit von hier aus Bohrungen für Rohrleitungen und zum Erkunden verfüllter Bereiche erstellt werden können. Um die Bohranlage aufbauen zu können und für Sicherungsarbeiten, sind im freigeräumten Bereich Nachschnittarbeiten mit einer Firstenfräse nötig.
     
  • Der in der Schachtanlage Asse II hauptsächlich eingesetzte Salzbeton besteht hauptsächlich aus Salz. Sofern das Salz nicht kleinkörnig angeliefert und gleich verarbeitet wird, kann es sehr grobkörnig oder zu Klumpen verdrückt sein. Um das Salz in den passenden Korngrößen in die Baustoffanlagen zu blasen, ist jetzt auf der 800-Meter-Ebene eine Brecheranlage im Aufbau. Das Rohsalz wird hier zukünftig so aufgebrochen, dass es durch Druckluft direkt in die Baustoffanlagen gefördert werden kann.
     
  • Die zugehörige Bohrung für den Salztransport vom Brecher zur Baustoffanlage hat die Bohrabteilung mit 300 Millimetern Durchmesser zwischen der 700- und 800-Meter-Ebene erstellt.

Infrastruktur

Über Tage muss die Infrastruktur dauerhaft instandgehalten und modernisiert werden.

  • Die Errichtung von Leitungen zwischen der Schachthalle und der Anlage zur Förderung von Lösungen 2 (AFL2) laufen weiter. In der Schachthalle sind jetzt die Rohrleitungen auf eine eigens errichtete Rohrbrücke zum Schacht gelegt worden.
     
  • Die Bauarbeiten am übertägigen Gasflaschenlager werden fortgesetzt.
     
  • Die Brücke zwischen Schachthalle und Verwaltungstrakt wird ausgebaut – Fußboden, Dach und Seitenfenster werden nach und nach eingebaut.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Am 11. September 2020 informiert die BGE auf der Asse-2-Begleitgruppensitzung in Cremlingen über die aktuellen Arbeiten in der Schachtanlage Asse II. Schwerpunkt der Gespräche ist erneut der Rückholplan. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in der Meldung vom 11. September 2020.
     
  • Im Rahmen der NORDTOUR des NDR-Fernsehens wird über die Region Asse berichtet. Eine Sequenz der Reportage wurde auch in der Infostelle Asse aufgenommen. Die Ausstrahlung der Sendung erfolgt am 10. Oktober im NDR Fernsehen. Eine Aufzeichnung wird anschließend in der Mediathek verfügbar sein.
     

Einblick

Aufgenommen im August 2020

Ortsdosimeter auf dem Gelände der Schachtanlage Asse II. Mit Messungen wie dieser, stellt die BGE sicher, dass Menschen und die Umwelt keiner unzulässigen Gefährdung durch radioaktive Stoffe aus der Schachtanlage Asse II ausgesetzt sind. Messungen von Radioaktivität rund um das Bergwerk erfolgen mit verschiedensten Messgeräten. Manche Messungen sind direkt mit einer Alarmierung verbunden, sodass bei einem Ereignis sofort gewarnt werden könnte. Andere Messgeräte dienen der Langzeitmessung. Neben den Messungen, die die BGE selbst durchführt und auswertet, gibt es auch Messungen, die von Dritten durchgeführt oder ausgewertete werden. Aus solch einer Messung, von einer unabhängigen Messstelle, stammt das gezeigte Dosimeter. Die Messergebnisse werden hier veröffentlicht: https://www.bge.de/de/asse/wesentliche-unterlagen/strahlenschutz/