Wann wird Konrad fertig?

Im einem Sachverständigengutachten aus dem Jahr 2017 wird das erste Halbjahr 2027 als Fertigstellungstermin unter Berücksichtigung bewertbarer Ungewissheiten benannt. Zu den Ungewissheiten zählt insbesondere, dass auf der Schachtanlage Konrad das erste nach Atomgesetz genehmigte Endlager errichtet wird. Die Dauer der erforderlichen atomrechtlichen Vorprüfverfahren wurde daher von den Gutachtern des TÜV Rheinland konservativ auf der Basis von Erfahrungswerten zu kerntechnischen Anlagen abgeschätzt.

In der aktuellen Phase des Projektes ist der Abschluss einiger Verträge noch offen. Vor allem die Verträge für die Gebäude zur Annahme der Abfallgebinde sind noch nicht vergeben. Es gibt teilweise nur wenige spezialisierte Fachfirmen und Sachverständige auf dem Markt, die für die Erfüllung der Aufgaben in Frage kommen. Auch diese Ungewissheit wurde zeitlich abgeschätzt. Insgesamt laufen die zahlreichen Teilprojekte aber im zeitlich veranschlagten Bereich.

Ein Besuch auf der Baustelle

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Die Schachtanlage Konrad aus der Luft betrachtet

Wie wird das Endlager Konrad in Betrieb genommen?

Die Planer*innen der BGE gehen im aktuellem Rahmenterminplan für die Errichtung des Endlagers Konrad davon aus, dass im dritten Quartal 2026 mit der Inbetriebnahmephase B begonnen wird. Hier wird erstmalig das Zusammenspiel aller technischen Komponenten wie zum Beispiel der Schachtförderanlage, dem Plateauwagen und den Transportbehältern überprüft. Diese sind für diesen Test noch nicht mit radioaktivem Abfall beladen. Der Abschluss der Errichtung des Endlagers Konrad inkl. Inbetriebnahmephase B ist unverändert im 1. Halbjahr 2027 geplant. Daran anschließend kann die Inbetriebnahmephase C erfolgen. Laut Planfeststellungsbeschluss werden in dieser Phase erstmalig radioaktive Abfallgebinde in die Anlage transportiert, gepuffert und endgelagert.

Welche Kosten entstehen beim Bau des Endlagers Konrad und wer muss sie bezahlen?

Aktuell betragen die geschätzten Gesamtkosten für die Errichtung des Endlagers Konrad 4,6 Milliarden Euro. In dem Betrag sind nicht die Erkundungs- und Planungskosten von 930 Millionen Euro enthalten, die von 1977 bis 2007 angefallen waren.

Die Finanzierung richtet sich nach dem Anteil an den zu entsorgenden Abfällen. Etwa 60 Prozent der Kosten trägt der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) (externer Link). Er ist im Zuge des Atomausstiegs beschlossen worden und wurde aus den Finanzmitteln der Energieversorgungsunternehmen angelegt. Rund 35 Prozent der Kosten müssen aus Steuermitteln finanziert werden. Sie sind für die Abfälle aus Nuklearanlagen des Bundes, vor allem aus dem Rückbau der DDR-Kernkraftwerke und aus Bundesforschungseinrichtungen. Die restlichen etwa fünf Prozent entfallen auf private Abfallverursacher, beispielsweise aus der Brennstoffproduktion in Deutschland.  
 

Bau des Endlagers Konrad 2007-2022

Die Fotostrecke zeigt den Baufortschritt am Endlager Konrad in den Jahren 2007 bis 2022 über und unter Tage in chronologischer Reihenfolge.