Aktuelle Arbeiten - Endlager Morsleben

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Januar 2020

 

Gewährleistung der Betriebssicherheit

Bergleute müssen das Endlager nach Berg- und Atomrecht betreiben.

  • Mitarbeiter des bergmännischen Vermessungswesen (Markscheiderei) überwachen auf der 1. bis 3. Ebene (Sohle) der Schachtanlage Bartensleben den bergbaulichen Zustand des Grubengebäudes.
  • Bergleute kontrollieren auf den Ebenen 1 bis 4 der Schachtanlage Bartensleben das Gestein über spezielle Löcher in die Decke (Firste). Mithilfe eines Hakens können sie in den Löchern nicht sichtbare Bereiche auf Auflockerungen kontrollieren. Diese „Füllhakenprüfung“ findet jährlich statt.
  • Mitarbeiter des TÜV Nord überprüfen die Brandbekämpfungsanlage des Hauptgesenks in der Grube Bartensleben. Das Hauptgesenk ist ein Blindschacht, der die unterschiedlichen Ebenen des Bergwerks miteinander verbindet, jedoch nicht bis an die Tagesoberfläche reicht. Die Prüfung findet jährlich statt.
  • Bergleute pumpen im Lager H der Schachtanlage Marie rund 9 Kubikmeter wässrige Lösung aus einem Sammelbecken ab. Das Leeren des Sammelbeckens findet einmal im Jahr statt. Die Lösung wird im Anschluss zur Erneuerung der Fahrbahnen im Endlager genutzt.
  • Mitarbeiter der Abteilung Schächte prüfen gemeinsam mit einem externen Sachverständigen das Förderseil und den mechanischen Teil der Förderanlage am Gesenk 500, einem Blindschacht, in der Schachtanlage Marie. Die Prüfung erfolgt alle 12 Monate.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Umgebungsüberwachung tauschen Geräte für die Messung von Gammastrahlung (Thermolumineszensdosimeter) in der Umgebung des Endlagers aus. Die Messgeräte werden abhängig vom Messort halbjährig beziehungsweise jährlich gewechselt und ausgewertet.

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.

  • Ein Filmteam des MDR dreht an mehreren Tagen im Endlager Morsleben. Das Material ist für eine Episode der Dokumentationsreihe „Der Osten: Entdecke wo du lebst“. 

Meldepflichtiges Ereignis

Betriebsstörungen oder Störfälle bis zu Unfällen sind den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden. Grundlage ist die Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) in Verbindung mit der Meldeordnung des ERAM.

  • Am 4. Januar 2020 fällt in einem Abbau im Zentralteil der Grube Bartensleben die Übertragung der Messdaten zweier Längen- und Dehnungsmessgeräte (Extensometer) an die Messstation und die Leitstelle (Zentrale Warte) aus. Die eigentliche Messung und Speicherung der Daten ist davon nicht betroffen. Die Messgeräte werden zur Überwachung des bergbaulichen Zustandes des Grubengebäudes genutzt.

    Der Einsatz von Längen- und Dehnungsmessgeräten ist Teil der bergrechtlichen Bestimmungen für die Zulassung der Arbeiten zur Errichtung und zum Betrieb der an diesem Standort befindlichen Anlage zur Aufbereitung von Salzgestein für Verfüllmaßnahmen (Versatzaufbereitungsanlage). Die besondere geomechanische Beanspruchung des Gebirges an diesem Standort entstand beim Betrieb der Anlage durch den Eintrag von Wärme und Schwingungen. Die Anlage wurde außer Betrieb genommen. Dennoch überwachen die Messgeräte diesen Teil der Grube im Rahmen der allgemeinen geomechanischen Betriebsüberwachung.

    Die Überwachung des Abbaus bleibt durch zehn weitere im Abbau befindliche Messgeräte gewährleistet. Durch das zuständige Fachpersonal erfolgt eine tägliche Kontrolle der aus dem Abbau übermittelten Messdaten. Die Wiederherstellung der Datenübertragung wurde eingeleitet und das Serviceunternehmen des Herstellers informiert.

    Eine N-Meldung (Normalmeldung mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) geht fristgerecht an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE).

Einblick

Aufgenommen im Januar 2020

Das Bild zeigt einen Mitarbeiter der Umgebungsüberwachung beim Tausch eines Thermolumineszensdosimeters (TLD) im Umfeld des Endlagers Morsleben. Das TLD ist eines von vielen Instrumenten, die der Abteilung zur Messung von radioaktiver Strahlung zur Verfügung stehen. Es dient im speziellen zur Überwachung der Gamma-Strahlung in der Luft.

Kernstück der im Endlager eingesetzten TLDs ist die codierte Detektorkarte. Sie enthält vier Lithiumfluorid-Kristalle. Trifft Gamma-Strahlung auf die Kristalle, wird Energie in ihnen gespeichert. Für die Auswertung werden die Detektorkarten in den TDLs ausgetauscht und in einer Messstelle ausgewertet. Dort werden die Karten erhitzt. Ein Teil der gespeicherten Energie in den Kristallen wird bei diesem Vorgang in Form von Licht freigesetzt. Anhand der Intensität des abgegebenen Lichtes lässt sich anschließend das Maß der aufgenommenen Strahlung bestimmen.

Die Auswertung der Detektorkarten erfolgt bei TDLs am Anlagenzaun halbjährlich und in der weiteren Umgebung jährlich. Zuständig ist die Landesanstalt für Personendosimetrie und Strahlenschutzausbildung (LPS) Mecklenburg-Vorpommern. Als amtliche Messstelle wertet sie die Detektorkarten aus. Die Auswertungen zeigen, dass das Endlager Morsleben keine messbare zusätzliche Radioaktivität in die Umwelt einbringt.

Die TLDs sind räumlich vielseitig einsetzbar, da sie kompakt (Durchmesser = 6 Zentimeter, Höhe = 6,3 Zentimeter) und unabhängig von jeglicher Energieversorgung sind. Insgesamt 66 TLDs sind auf dem Gelände des Endlagers und in der näheren Umgebung (auch im Bereich Schacht Marie) positioniert. Dies ermöglicht die Messung von Gamma-Strahlung in einem großflächigen Areal über einen längeren Zeitraum.