Pressemitteilung Nr. 01/26 - Asse

Dem Salzwasser auf der Spur

19. Februar 2026: Die Bergleute der Asse haben das südliche Ende des Abbaus über der Folie der ehemaligen Hauptauffangstelle erreicht und sind dort – wie geplant – auf Wasser gestoßen.

Ein interner Meilenstein ist erreicht. Aber die Fassung des zufließenden Salzwassers in die Schachtanlage Asse II ist nach wie vor kein stabiles System. „Seit die Hauptauffangstelle für zufließendes Salzwasser in der Schachtanlage Asse in 2024 immer trockener wurde und schließlich ganz versiegte, gleicht die Suche nach dem Wasser einem Katz- und Mausspiel“, sagt Iris Graffunder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). An verschiedenen Stellen im Bergwerk sind die Expert*innen der BGE und die Bergleute seitdem auf der Suche nach dem Salzwasser. Sie verfolgen das Ziel, die Lösung wieder aufzufangen, bevor sie tiefer in das Bergwerk gelangt. Bislang konnte die Lösung zwar oberhalb der Haupteinlagerungsebene mit den radioaktiven Abfällen abgefangen werden, aber eine stabile Grundlage für die Rückholung ist das nicht.

Vor wenigen Tagen haben die Bergleute der Asse das südliche Ende des Abbaus 3 in 658 Meter Tiefe, der ehemaligen Hauptauffangstelle, über der alten Folie erreicht. Sie sind dort auf eine Kluft gestoßen und konnten ein Rauschen hören. Wenige Tage später haben sie bei einer Kamerabefahrung in der besagten Kluft Wasser am Stoß runter laufen sehen. Es handelt sich nach den bisher erfolgten Untersuchungen der chemischen Zusammensetzung um das Salzwasser, das viele Jahre in der Hauptauffangstelle gefasst worden ist. Die BGE will nun noch näher an die Kluft herankommen und zielt darauf, die Lösungsfassung wieder zu stabilisieren und im besten Fall das Wasser auf einem neuen Weg wieder in der Hauptauffangstelle zu sammeln.

Zum Hintergrund

Seit 1988 gibt es in der Schachtanlage Asse II einen Zutritt von Salzwasser aus dem Deckgebirge über die Südflanke in das inzwischen mehr als 100 Jahre alte Salzbergwerk. 1996 bis 2024 wurde ein Großteil der Lösung in 658 Meter Tiefe in der Hauptauffangstelle gefasst und dann nach über Tage gepumpt. Zuletzt lagen die Zutrittsmengen dort um die 12 Kubikmeter pro Tag. Anfang 2024 kam kein Salzwasser mehr auf der Folie in der Hauptauffangstelle an. In der Folge stiegen dann ein paar Wochen später die aufgefangenen Mengen in 725 Metern Tiefe an. Seither haben die BGE-Fachleute in der Asse mehrfach durch Bohrungen oberhalb der 725-Meter-Ebene größere Mengen Salzwasser abpumpen können. Immer, wenn das gelang, kamen in 725 Metern Tiefe entsprechend geringere Mengen Salzwasser an.

Der Salzwasserzufluss hat seinen Weg allerdings mehrfach verlagert. Zum Beispiel haben Bergleute unterhalb der Folie der Hauptauffangstelle in 658 Meter Tiefe mehrere Erkundungsbohrungen gestoßen. In einer dieser Bohrungen mit der Bezeichnung 9.19 haben sie über einige Wochen im Herbst 2025 größere Mengen Salzwasser abpumpen können. Inzwischen verlagerte sich der Zustrom in eine weiter östlich gelegene Bohrung mit der Bezeichnung 9.25. Und auch dort beobachten die Bergleute, dass sich der Zufluss weiter nach Osten bewegt. Die beiden Bohrungen sollen nun so geweitet werden, dass das Wasser stabiler aufgefangen werden kann.

Zugleich haben sich die Bergleute über mehrere Monate vorsichtig oberhalb der Auffangfolie des Abbaus 3 vorgearbeitet. Sie haben Schotter, der die Kammer stabilisiert, vorsichtig abgetragen und dabei stetig neue Stützpfeiler gesetzt, um die Decke abzusichern. In diesen Tagen haben die Bergleute nun das südliche Ende dieses Abbaus erreicht. Ein Abpumpen der Lösung aus der Kluft am Rand des Abbaus ist aufgrund des geringen Bewegungsspielraums wenig erfolgreich. Aktuell prüfen die BGE-Expert*innen mehrere Optionen, wie die Lösung wieder stabiler gefasst werden kann.