Meldung – Standortsuche

Die BGE aktualisiert die Forschungsagenda Standortauswahl und setzt den Rahmen für F&E Aktivitäten bei der Standortsuche

Welche offenen Forschungsfragen bestehen für das Auswahlverfahren für einen Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle? Wann müssen die Antworten vorliegen, um die erfolgreiche Umsetzung des Standortauswahlverfahrens zu gewährleisten? Mit welchen konkreten Forschungsaktivitäten bearbeiten wir die Forschungsfragen? „Mit der jetzt veröffentlichten aktualisierten Forschungsagenda Standortauswahl und der zugehörigen Roadmap beantworten wir diese und weitere Fragen und setzen den generellen Rahmen für die Forschungs- und Entwicklungs- (F&E) Aktivitäten der BGE im Rahmen des Standortauswahlverfahrens“ erläutert Steffen Kanitz, Geschäftsführer bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) und verantwortlich für die Standortauswahl für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Als Vorhabenträgerin sucht die BGE in einem strukturierten und vor allem wissenschaftsbasierten Verfahren den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Forschung und Entwicklung stellen somit einen zentralen Baustein für das Standortauswahlverfahren dar. Die BGE plant und initiiert gezielt F&E-Projekte, um offene Forschungsfragen zu adressieren und konkrete F&E Bedarfe zu decken.

„Mit der Forschungsagenda und Roadmap wollen wir nicht nur unsere laufenden und geplanten F&E Aktivitäten transparent darstellen sondern auch eine Grundlage für den weiteren Austausch mit der (Fach-)Öffentlichkeit schaffen“ so Steffen Kanitz weiter. Die Forschungsagenda beschreibt neben den generellen Prinzipien und Vorgehensweisen für Forschung und Entwicklung im Rahmen des Standortauswahlverfahrens auch die von der BGE identifizierten Forschungsfelder sowie dazugehörige konkrete Forschungsthemen. Diese Forschungsfelder und -themen finden sich auch in der „Roadmap zur Forschungsagenda Standortauswahl“ wieder. Die Roadmap listet zudem konkrete F&E Vorhaben zu den einzelnen Forschungsfeldern und –themen und ordnet die Forschungsthemen und -vorhaben qualitativ in den zeitlichen Ablauf des Standortauswahlverfahrens ein.

5 Forschungsfelder und 28 Forschungsthemen

Die Forschungsagenda gliedert sich in die fünf Forschungsfelder:

1.         Inventar radioaktiver Abfälle und deren radiotoxische und chemotoxische Eigenschaften

2.         Geowissenschaftliche Fragestellungen

3.         Endlagerplanung

4.         Vorläufige Sicherheitsuntersuchungen

5.         Transfer und Interaktivität zu soziotechnischen Fragen  

und orientiert sich damit an den unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen im Standortauswahlverfahren. Eine kurze Definition beschreibt zunächst die einzelnen Forschungsfelder und ihre generelle Bedeutung für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle und das Standortauswahlverfahren. Anschließend stellt die Forschungsagenda dar, welche F&E-Schwerpunkte die BGE in den einzelnen Forschungsfeldern identifiziert. Aus diesen Schwerpunktsetzungen leitet die Forschungsagenda insgesamt 28 konkrete Forschungsthemen ab. Die Roadmap greift diese Forschungsthemen auf und stellt sie mit Blick auf ihre qualitative zeitliche Einordnung im Standortauswahlverfahren sowie konkrete F&E-Vorhaben dar. Dabei betrachtet die Roadmap sowohl abgeschlossen und laufende als auch geplante F&E-Vorhaben. Die Forschungsagenda und Roadmap geben damit nicht nur eine transparente Darstellung des Ist-Zustandes der F&E-Aktivitäten sondern zeigen auch auf, in welchen Themenfeldern die BGE künftig aktiv werden will.

Regelmäßige Aktualisierung sichert Anpassung an das laufende Standortauswahlverfahren

Sowohl das Standortauswahlverfahren, die BGE-eigenen F&E-Aktivitäten als auch der Stand von Wissenschaft und Technik (W&T) entwickeln sich laufend weiter. Um diesen Dynamiken gerecht werden zu können, sollen Forschungsagenda und Roadmap regelmäßig aktualisiert werden. Die jetzt veröffentlichte Forschungsagenda und Roadmap stellt die erste Aktualisierung der 2020 erstmalig veröffentlichten Forschungsagenda und Roadmap dar. Aufgrund der hohen Dynamik im Standortauswahlverfahren in seiner frühen Phase war eine Aktualisierung bereits nach einem Jahr geboten. So erfolgten relativ kurz nach der Veröffentlichung der ersten Forschungsagenda die Veröffentlichung des Zwischenberichts Teilgebiete und die anschließende „Fachkonferenz Teilgebiete“. Zudem wurden mit der Endlagersicherheitsanforderungsverordnung (EndlSiAnfV) und der Endlagersicherheitsuntersuchungsverordnung (EndlSiUntV) zwei zentrale Verordnungen für das Standortauswahlverfahren erlassen. Sowohl die Ergebnisse der öffentlichen Beratungen zum Zwischenbericht Teilgebiete als auch die in den beiden Verordnungen definierten Anforderungen wurden für die Aktualisierung der Forschungsagenda und Roadmap berücksichtigt. In Zukunft ist eine Aktualisierung der Forschungsagenda alle 2 Jahre vorgesehen, wenn notwendig und sinnvoll natürlich auch eher. Die Roadmap soll zukünftig in kürzeren Abständen aktualisiert werden, da hier konkrete Vorhaben und dazugehörige Informationen dargestellt werden, die sich dynamisch verändern können. „Mit der jetzt veröffentlichten Forschungsagenda und Roadmap haben wir einen soliden Rahmen, der die F&E-Arbeiten der BGE im Bereich der Standortauswahl darstellt, eine transparente Diskussion mit der Öffentlichkeit ermöglicht und zudem der Wissenschaft Informationen gibt, welche Forschungsfragen aus Sicht der BGE jetzt und auch künftig relevant sind“ so Steffen Kanitz abschließend.

Weitere Informationen zum Thema Forschung und Entwicklung sowie konkreten Vorhaben sind darüber hinaus auf der BGE Homepage verfügbar.