Meldepflichtige Ereignisse

Für das Endlager Morsleben gibt es eine in Anlehnung an die International Nuclear and Radiological Event Scale (INES-Bewertungsskala) erstellte Meldeordnung. Sie regelt in welchen Fällen besondere Ereignisse an die atomrechtliche Aufsichtsbehörde (Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit) gemeldet werden müssen.

Die verschiedenen Meldekategorien geben darüber Aufschluss, wie dringlich die Information der Aufsichtsbehörde erfolgen muss und welche sicherheitstechnische Bedeutung das Ereignis hat.

Meldungen mit Informationen zur Anlagensicherung werden nicht veröffentlicht.

Kategorie N (Normalmeldung):

Ereignisse der Kategorie N sind dem BfE binnen vier Wochen mittels Meldeformular zu melden. Solche Ereignisse sind in der Regel von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung.

Kategorie E (Eilmeldung):

Ereignisse der Kategorie E sind dem BfE innerhalb von 24 Stunden zu melden. Spätestens am fünften Werktag nach Kenntnis ist dem BfE ein Meldeformular vorzulegen.

Kategorie S (Sofortmeldung):

Ereignisse der Kategorie S sind dem BfE unverzüglich zu melden. Spätestens am fünften Werktag nach Kenntnis ist dem BfE ein Meldeformular vorzulegen.

  • Ausfall eines Aerosolmonitors
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 018/2017 (Kategorie N)

    Am 3. Dezember stellt die zentrale Warte bei der Kontrolle von Messwerten einer Messstelle zur Überwachung der Grubenluft im Ostfeld des Endlagers Morsleben (Einlagerungsbereich, 4. Ebene) einen unrealistischen Wert der Aerosolaktivitätskonzentration von Null Becquerel pro Kubikmeter fest. Grund ist eine Störung in der Grubenluftzufuhr zum Messgerät. Durch den Fehler ist weder eine plausible Messung der Aerosolaktivitätskonzentration noch eine Aerosolprobenahme über den Staubsammler am betroffenen Messort möglich. Der Defekt wird am 4. Dezember behoben. Die beweissichernde Überwachung der kurzlebigen Aerosole ist in der Zwischenzeit durch einen Radonmonitor am selben Messort gewährleistet.

Stand: 3. Dezember 2018

  • Defekter Alarmdruckschalter der Löschanlage im Betriebsstofflager
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 017/2018 (Kategorie N)

    Am 12. November 2018 stellt die zentrale Warte um 00:08 Uhr einen Defekt an der Branderkennungs- und Brandbekämpfungsanlage im Betriebsstofflager auf der 4. Ebene (Kontrollbereich) fest. Bis zur Beseitigung der Störung ist die Anlage nur teilweise betriebsbereit. Nach dem Wechsel eines defekten Alarmdruckschalters geht die Löschanlage am Morgen des 12. November 2018 um 07:45 Uhr wieder in den bestimmungsgemäßen Betrieb.

Stand: 12. November 2018

  • Ausfall eines Aerosolmonitors
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 016/2017 (Kategorie N)

    Am 27. September 2018 lässt sich ein Messgerät zur Überwachung der Aerosole im Ostfeld des Endlagers Morsleben (Einlagerungsbereich, 4. Ebene), das für Servicearbeiten abgeschaltet wurde, aufgrund einer Störung einer Systemkomponente nicht wieder einschalten. Der Fehler wird bis zum 17. Oktober 2018 behoben. In der Zwischenzeit ist die beweissichernde radiologische Überwachung durch zwei weitere Messgeräte sichergestellt.

Stand: 27. September 2018

  • Spannungseinbrüche auf der Schachtanlage Marie
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 015/2018 (Kategorie N)

    Am 21. September 2018 kommt es aufgrund von Störungen im öffentlichen Stromnetz zu mehreren kurzzeitigen Spannungsausfällen auf der Schachtanlage Marie. Die Ventilatoren im Abwetterbauwerk am Schacht Marie und in den untertägigen Verbindungsstrecken zum Grubenteil Bartensleben schalten sich ab. Die Wiederinbetriebnahme der abgeschalteten Einrichtungen erfolgt noch am selben Tag.

Stand: 21. September 2018

  • Spannungseinbrüche auf der Schachtanlage Marie
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 014/2018 (Kategorie N)

    Am 8. September 2018 kommt es aufgrund von Störungen im öffentlichen Stromnetz zu kurzzeitigen Spannungsausfällen auf der Schachtanlage Marie. Die Ventilatoren im Abwetterbauwerk am Schacht Marie und in den untertägigen Verbindungsstrecken zum Grubenteil Bartensleben schalten sich ab. Die Wiederinbetriebnahme der abgeschalteten Einrichtungen erfolgt noch am selben Tag.

Stand: 8. September 2018

  • Austritt von Hydraulikflüssigkeit auf der Schachtanlage Bartensleben
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 013/2018 (Kategorie N)

    Am 7. September 2019 wird ein übertägiges Gebäude auf der Schachtanlage Bartensleben unterbohrt. Die eingesetzte Bohrmaschine einer Fremdfirma hat ein Leck im Hydrauliksystem, geringe Mengen Hydraulikflüssigkeit treten aus. Der verunreinigte Boden wird direkt nach dem Ereignis ausgehoben und einer fachgerechten Entsorgung zugeführt.

Stand: 7. September 2018

  • Austritt von Dieselkraftstoff auf der Schachtanlage Bartensleben und auf eine Straße außerhalb des Betriebsgeländes
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 012/2018 (Kategorie N)

    Am 7. September 2018 läuft Dieselkraftstoff aus einem undichten Tank auf der Ladefläche eines LKWs einer Fremdfirma aus und verunreinigt Flächen auf dem Betriebsgelände der Schachtanlage Bartensleben sowie eine Straße außerhalb des Betriebsgeländes geringfügig. Der Kraftstoff dringt nicht in das Erdreich oder die Kanalisation ein, sondern wird unmittelbar nach dem Ereignis durch ein geeignetes Bindemittel aufgenommen.

Stand: 7. September 2018

  • Ausfall eines Ganzkörpermonitors
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 011/2018 (Kategorie N)

    Am 11. August 2018 fällt ein Ganzkörpermonitor für die Personenschleusung im Übergang zum Kontrollbereich aus. Ursache ist eine Störung der zentralen Messgasversorgung. Bei der Wiederinbetriebnahme nach der Wiederherstellung der Gasversorgung wird der Defekt von zwei Zählrohren festgestellt. Nach dem Austausch der Zählrohre arbeitet der Ganzkörpermonitor seit dem 20. September 2018 wieder bestimmungsgemäß. Die Personenschleusung aus dem Kontrollbereich ist in der Zwischenzeit durch die Nutzung eines zweiten Ganzkörpermonitors gewährleistet.

Stand: 11. August 2018

  • Ausfall eines Aerosolmonitors in der Abwettermessstelle der Schachtanlage Bartensleben
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 010/2018 (Kategorie N)

    Am 11. August 2018 fällt ein Aerosolmonitor der Abwettermessstelle am Schacht Bartensleben aus. Ursache ist eine Störung der zentralen Messgasversorgung. Bei der Inbetriebnahme erfolgt eine Überprüfung. Ein defektes Bauteil wird ersetzt. Während des Ausfalls ist die beweissichernde radiologische Überwachung durch einen Radonmonitor und einen Aerosolsammler gewährleistet.

Stand: 11. August 2018

  • Spannungsausfall auf der Schachtanlage Marie
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 009/2018 (Kategorie N)

    Am 10. August 2018 kommt es aufgrund einer Störung im öffentlichen Stromnetz zu einem zweistündigen Spannungsausfall auf der Schachtanlage Marie. Diverse Einrichtungen zur Spannungswandlung und -verteilung, zur Abluftführung sowie zur Überwachung der Grube schalten sich ab. Die Wiederinbetriebnahme der abgeschalteten Einrichtungen erfolgt noch am selben Tag.

Stand: 10. August 2018

  • Störung der Hilfsfahranlage der Schachtanlage Bartensleben
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 008/2018 (Kategorie N)

    Am 27. Juli 2018 gibt es bei einer Überprüfung der Hilfsfahranlage im Schacht Bartensleben, die beim Versagen der Schachtförderanlage zur Rettung der auf dem Förderkorb befindlichen Personen zum Einsatz kommt, eine Störung: Die Sicherheitsbremsung löst beim Anfahren nicht aus. Während des Ereignisses befinden sich keine Personen auf dem Förderkorb. Am 28. Juli 2018 geht die Hilfsfahranlage wieder in Betrieb.

Stand: 27. Juli 2018

  • Ausfall eines Aerosolmonitors
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 007/2018 (Kategorie N)

    Bei der täglichen Kontrolle der Messstellen der Raumluftüberwachung wurde auf der 4. Ebene (Sohle) ein ausgefallener Aerosolmonitor festgestellt. Ursache für den Ausfall war eine Störung am Datenlogger des Monitors. Der Defekt wurde behoben. Der Monitor arbeitet seit dem 19. April 2018 wieder bestimmungsgemäß. Durch einen kontinuierlich messenden Radonmonitor und der wöchentlichen Auswertung der Filter des Aerosolsammlers war die Überwaching gewährleistet.

Stand: 28. März 2018

  • Spannungseinbruch auf der Schachtanlage Bartensleben
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 006/2018 (Kategorie N)

    Durch Störungen im öffentlichen Stromnetz kam es am 28.Februar 2018 auf der Schachtanlage Bartensleben zu einem Spannungseinbruch. Diverse Einrichtungen zur Stromversorgung, zur Belüftung der Grube (Bewetterung) sowie zur Überwachung schalteten sich ab. Die Einrichtungen wurden noch am selben Tag wieder in Betrieb genommen. Das Ereignis hatte keine Auswirkungen auf den sicheren Endlagerbetrieb, auf Personen oder die Umgebung.

Stand:28. Februar 2018

  • Ausfall der Aerosolüberwachung in einer Messstelle im Ostfeld des Schachts Bartensleben
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 005/2018 (Kategorie N)

    Bei der Kontrolle von Messwerten einer Messstelle im Ostfeld des Schachts Bartensleben (4. Ebene, Einlagerungsbereich) wurde ein unplausibler Wert der Aktivitätskonzentration der gemessenen Aerosole Null Becquerel pro Kubikmeter festgestellt. Ursache war eine Störung des Messaufbaus, die seit dem 4. Februar 2018 vorlag. Durch den Fehler war weder eine realistische Messung der Aktivitätskonzentration noch eine Probenahme über den Staubsammler am betroffenen Messort möglich. Die Überwachung war in diesem Zeitraum durch einen Radonmonitor weiterhin gewährleistet.

Stand: 13. Februar 2018

  • Ausfall eines Aufzeichnungsgerätes der Fernbeobachtungsanlage
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 004/2018 (Kategorie N)

    Bei der Kontrolle von Überwachungsmonitoren wurde der Ausfall eines Aufzeichnungsgerätes festgestellt. Ursache war ein Speicherproblem. Am Folgetag wurde das Kamerabild auf einen anderen Monitor aufgeschaltet, um die Aufzeichnung und damit die Überwachung der betroffenen Bereiche zu gewährleisten. Durch einen Neustart des Aufzeichnungssystems wurde das Problem behoben. Bis zur zwischenzeitlichen Aufschaltung der Kameraüberwachung auf das zweite Aufzeichnungsgerät wurden die betroffenen Bereiche verstärkt durch Personal kontrolliert.

Stand: 5. Februar 2018

  • Störung der Branderkennungs- und Bekämpfungsanlage am Betriebsstofflager
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 003/2018 (Kategorie N)

    Bei der wöchentlichen Überprüfung der Branderkennungs- und wurde eine Störung an einem Alarmdruckschalter entdeckt. Bis zum Wechsel des Druckschalters war die Löschanlage an der Betankungsstelle nicht betriebsbereit. Mobile Pulverlöschgeräte standen zur Absicherung der ersten Brandbekämpfung an der Betankungsstelle zur Verfügung.


Stand: 23. Januar 2018

  • Störung in der Stromversorgung auf der Schachtanlage Marie
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 002/2018 (Kategorie N)

    Durch Störungen im öffentlichen Stromnetz kam es zu einem kurzzeitigen Spannungseinbruch in der Schachtanlage Marie. Diverse Einrichtungen zur Stromversorgung, zur Belüftung der Grube (Bewetterung) sowie von Überwachungseinrichtungen schalteten sich ab. Die Einrichtungen wurden noch am selben Tag wieder in Betrieb genommen. Das Ereignis hatte keine Auswirkungen auf den sicheren Endlagerbetrieb, auf Personen oder die Umgebung.

Stand: 26. Januar 2018

  • Ausfall von Überwachungskameras auf der 4. Ebene (Sohle) der Schachtanlage Bartensleben
    Meldepflichtiges Ereignis nach Atomrecht Nr. 001/2018 (Kategorie N)

    Bei einer Funktionskontrolle der Überwachungsmonitore wurde der Ausfall der Monitore zur Personenkontrolle für das Passieren eines Kontrollbereichsübergangs auf der 4. Ebene festgestellt. Defekte Netzteile an zwei Kameras wurden ausgetauscht. Es handelte sich bei den ausgefallenen Kameras um Sicherungseinrichtungen. Die radiologische Überwachung innerhalb des Kontrollbereichs war jederzeit gewährleistet.

Stand: 5. Januar 2018