Endlager Konrad

BGE informiert über erste Phase der ÜsiKo

23. Januar 2019: Überprüfung der sicherheitstechnischen Anforderungen des Endlagers Konrad nach dem Stand von Wissenschaft und Technik (ÜsiKo): Feststellung des Überprüfungsbedarfs

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am Mittwoch, 23. Januar 2019, mit Fachleuten über die Ergebnisse der ersten Phase der Überprüfung der sicherheitstechnischen Anforderungen des Endlagers Konrad nach dem Stand von Wissenschaft und Technik (ÜsiKo) diskutiert. Die BGE errichtet in Salzgitter das Endlager Konrad, in das bis zu 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert werden sollen. Der Planfeststellungsbeschluss dafür stammt aus dem Jahr 2002. Deshalb soll mit der ÜsiKo der Stand von Wissenschaft und Technik mit dem aktuellen Stand verglichen werden. In der ersten Phase geht es darum, zu ermitteln, bei welchen Themen es erfolgversprechend ist, eine vertiefte Betrachtung anzustellen, um daraus Empfehlungen für Anpassungen bei der Errichtung, dem Betrieb oder dem Verschluss des Endlagerbergwerks abzuleiten. Die ÜsiKo ist eine freiwillige Leistung der BGE als verantwortungsvollem Betreiber des Endlagers Konrad. Die BGE hat die bereits vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) begonnenen Arbeiten fortgeführt und wird nach dem Workshop überprüfen, ob und wie die ÜsiKo in eine zweite Phase eintreten wird. Beim ÜsiKo-Workshop haben die Auftragnehmer zu den Themen Sicherheitsanalyse des bestimmungsgemäßen Betriebs, Langzeitsicherheit, Störfallanalyse sowie Sicherstellung der Unterkritikalität in der Betriebsphase ihre Ergebnisse vorgetragen. Im Anschluss haben vier renommierte Wissenschaftler ihren Review-Bericht über diese Ergebnisse vorgetragen. Das Kernergebnis: Es gibt Bereiche, bei denen es sinnvoll erscheint, genauer hinzuschauen. „Aber alles in allem haben die Ergebnisse der ersten Phase der ÜsiKo uns bestätigt, dass es sich beim Endlager Konrad um ein robustes System handelt“, sagt der technische Geschäftsführer der BGE, Dr. Thomas Lautsch. Es gibt keine Erkenntnisse, welche die Sicherheit des Endlagers Konrad grundlegend in Frage stellen. „Ich freue mich darüber, dass wir mit der ÜsiKo einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer lernenden Organisation schaffen“, sagt Lautsch. Themen, an denen weitergearbeitet werden könnte, sind beispielsweise Betrachtungen zur Systemanalyse Mensch-Technik-Organisation (MTO). Erfahrungen mit moderner Sicherheitstechnik haben gezeigt, dass insbesondere das Zusammenwirken von Mensch-Technik-Organisation ein hohes Sicherheitsniveau gewährleistet. Deshalb gehen moderne Managementkonzepte stärker auf diese Wechselwirkungen ein. Bei der Planung des Betriebs und der Stilllegung des Endlagers Konrad sollen diese neuen Erkenntnisse stärker zum Tragen kommen. „Wir planen den Betrieb erst noch. Das sind willkommene Hinweise auf die Ausgestaltung der Betriebsphase“, sagt der Vorsitzende der BGE-Geschäftsführung, Stefan Studt. Bei der Langzeitsicherheit nimmt die BGE in der zweiten Phase der ÜsiKo einen Punkt von Kritikern auf, die bemängelt haben, dass die Ausbreitung von Radionukliden in der Gasphase nicht betrachtet worden sei. Diese Betrachtung soll in der weiteren Bearbeitung der ÜsiKo nachgeholt werden. Das Reviewteam stellt abschließend fest: „Aus Phase 1 ergeben sich nach Einschätzung des Reviewteams keine Hinweise auf Aspekte, hinsichtlich derer die Bewertung der Sicherheit grundsätzlich in Frage zu stellen ist.“ Die Präsentationen der Auftragnehmer sowie der Reviewer finden Sie hier zum Download:Mitglieder des Review-Teams: - Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig, Institut für Endlagerforschung, TU Clausthal
- Christian Küppers, Nukleartechnik & Anlagensicherheit, Öko-Institut e.V. Darmstadt
- Prof. Dr. Thorsten Schäfer, Institut für Geowissenschaft/Angewandte Geologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Prof. Dr. Clemens Walther, Institut für Radioökologie und Strahlenschutz, Leibniz Universität Hannover
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