Antworten auf Fragen aus der Auftaktveranstaltung zur Fachkonferenz Teilgebiete

Bei der Auftaktveranstaltung zur Fachkonferenz Teilgebiete am 17. Oktober 2020 sind von Teilnehmer*innen verschiedene Fragen gestellt worden, die teilweise während der Veranstaltung nicht beantwortet werden konnten. Hier finden Sie die Fragen, die an die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gestellt worden sind. Sie werden je nach Umfang des Rechercheaufwands von heute an beantwortet. Manche Fragen enthalten mehrere Fragenteile. Die Fragen, die sich auf die Öffentlichkeitsbeteiligung beziehen, werden hier allerdings nicht beantwortet. Sie richten sich an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE).

Ein Teilnehmer fragte, warum die BGE bei der Anwendung des Abwägungskriteriums gemäß Anlage 11 (zu § 24 Abs. 5) StandAG die Überdeckung nicht ab der oberen Begrenzung des einschlusswirksamen Gebirgsbereich, sondern ab der Oberfläche des Wirtsgesteins gemessen hat.

Die BGE musste zur Umsetzung des Abwägungskriteriums zur Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs (ewG) durch das Deckgebirge (Anlage 11 (zu § 24 Abs. 5) StandAG) entscheiden, wie sie den Begriff Überdeckung der im Gesetz genutzt wird, aber nicht näher definiert wird, interpretiert. Für diese Interpretation war neben der fachlichen Bewertung besonders die juristische wesentlich.

Aus der juristischen Betrachtung ergab sich, dass eine Unterscheidung des Begriffs Deckgebirge (vereinfacht gesagt alles über dem ewG) und dem Begriff Überdeckung erforderlich ist. Der Fall einer fehlenden Überdeckung, die in der Anlage mit einer eigenen Bewertung versehen ist, ist nicht möglich, da dieser vorab durch die Mindestanforde-rungen ausgeschlossen wird, die ihrerseits kein Gebiet mit fehlendem Deckgebirge zulassen.

Zur Auslegung des Begriffs Überdeckung wurden die Diskussionen im Vorfeld des StandAG und der Sinn und Zweck der Anlage 11 (zu § 24 Abs. 5) StandAG betrachtet. Die Überdeckung soll im günstigen Fall eine schützende Funktion übernehmen. Dies wird anhand des Erosionswiderstands und der Hemmung von Wassertransport (grundwasserhemmend) bewertet. Manche Gesteine haben erosions- und/oder grundwasserhemmende Eigenschaften, eine abnehmende Mächtigkeit der Gesteine führt jedoch immer auch zu einer verringerten Schutzwirkung. Laut des in Anlage 11 (zu § 24 Abs. 5) StandAG dargestellten Kriteriums sollen Gebiete bevorzugt werden, in denen der einschlusswirksame Gebirgsbereich bzw. der Einlagerungsbereich durch zusätzliche Barrieren geschützt wird. 

Daher wurde in Abgrenzung zum Deckgebirge bei der Betrachtung der Überdeckung das Gestein über dem Wirtsgesteinskörper herangezogen.
 

Hier werden die Fragen aufgelistet, die sich mit der Datentransparenz auseinandersetzen:

  • Ein Teilnehmer hat danach gefragt, „wie eine Beteiligung möglich“ sein soll, „wenn im Zwischenbericht noch über 90 Prozent der Ergebnisse für die Teilgebiete geschwärzt sind? Man kann nicht eigenverantwortlich arbeiten, wenn nicht alle Informationen vorliegen. Wäre hier nicht eine Verschiebung sinnvoll gewesen, bis in allen Bundesländern alle Daten offengelegt sind?“
  • Ein weiterer Teilnehmer fragte: „Wie kann man in die zugehörigen geologischen Unterlagen Einsicht nehmen? Häufig ist das nicht möglich – Datenschutz.“
  • Eine Teilnehmerin fragt: „Laut BGE kann es sein, dass die Geologiedaten nicht zur Fachkonferenzen vorliegen. Müsste man nicht warten, bis diese vorliegen, damit man diesen Prozess als transparent bezeichnen kann?“
  • Die Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden (Bündnis 90 / Die Grünen) fragte: „Es gibt Daten, die laut Geologiedatengesetz erst zukünftig veröffentlicht werden dürfen. Aber was ist mit all den Daten, auf die die Öffentlichkeit laut Geodatenbericht bereits jetzt ein Recht hat? Sind diese jetzt komplett öffentlich, oder falls nicht: bis wann kann die BGE das konkret zusagen?“
  • Ein weiterer Teilnehmer hat die Frage gestellt: „Erfolgt die Kategorisierung der Daten in den Bundesländern einheitlich? Wie sind die Eigentümer nicht staatlicher geologischer Daten an der Kategorisierung beteiligt? Wird die BGE mit den Eigentümern gegebenenfalls in direkten Kontakt trete, um die Regularien einer möglichen öffentlichen Bereitstellung zu klären?“
  • Ein weiterer Teilnehmer schrieb: „Eine vollständige Offenlegung aller Fakten (Methoden, Ergebnisse etc.) ist bei der Findung unabdingbar. Etwas anderes würde das Vertrauen in ein objektives Verfahren und damit die Akzeptanz stark beeinträchtigen. Hinweise auf „Betriebsgeheimnisse“ sind kontraproduktiv. In der Vergangenheit hat dies allzu oft zur Verschleierung unlauteren Vorgehens gedient.“
  • Ein Teilnehmer fragte: „Wie und wo kann man die Datengrundlage einsehen?“
  • Eine Teilnehmerin fragte: „Kann ausgeschlossen werden, dass Landesbehörden wichtige Informationen vorenthalten haben?“
  • Ein Teilnehmer fragt: Auf welcher gesetzlichen Regelung ist die BGE zuständig für den Vorschlag zur Kategorisierung geologischer Daten?
  • Ein Teilnehmer fragt: Wie wird ausgeschlossen, dass Länder über Art und Umfang der gelieferten Daten indirekt Einfluss auf den Suchprozess nehmen?

Die zuständigen Bundes- und Landesbehörden haben der BGE auf alle Datenabfragen hin Daten geliefert. Das Standortauswahlgesetz verpflichtet die Behörden dazu, alle angefragten Daten zur Verfügung zu stellen, und die BGE hat auch keinen Anlass dafür anzunehmen, dass ihr relevante Daten vorenthalten worden wären. Deshalb haben die Länder auch nicht über Art und Umfang der gelieferten Daten indirekt Einfluss auf den Suchprozess genommen.

Damit die BGE alle relevanten Daten veröffentlichen darf, braucht es eine Rechtsgrundlage. Nur ein Teil der Daten sind staatlich erhobene Daten. Seit dem 30. Juni 2020 ist mit dem Geologie-Daten-Gesetz eine Rechtsgrundlage für die Veröffentlichung geschaffen worden.

Das Gesetz sieht zwingend als ersten Schritt eine Kategorisierung der Daten vor. Je nach Kategorie können die nichtstaatlichen Daten (also bspw. der Kohlen-Wasserstoff Industrie) dann unmittelbar, erst nach einigen Jahren oder nur nach einer Einzelfallabwägung veröffentlicht werden.

Es geht um folgende Kategorien: Nachweisdaten (das sind Informationen über das Vorhandensein beispielsweise einer Bohrung) sind die Daten mit dem geringsten Eigentumsschutz. Sie können direkt öffentlich zugänglich gemacht werden. Fachdaten (das sind schon höherwertige Daten, beispielsweise Schichtenverzeichnisse von Bohrungen) werden ebenfalls mit einer Frist versehen, nach der sie veröffentlicht werden können. Bewertungsdaten sind Daten, in die eine größere intellektuelle Leistung eingegangen ist. Hier muss eine Güterabwägung zwischen den Datenbesitzern und ihren berechtigten beispielsweise wirtschaftlichen Interessen und dem öffentlichen Interesse an der Veröffentlichung im Rahmen der Standortauswahl stattfinden. Hier müssen die Datenbesitzer die Möglichkeit haben, einer Veröffentlichung zu widersprechen.  

Die Eigentümer*innen er privaten Daten sind nur insofern an der Kategorisierung beteiligt, als sie einer entpsrechenden Kategorisierung widersprechen können. Allerdings verhindert ein solcher Widerspruch die Veröffentlichung nicht.

An der Umsetzung der öffentlichen Bereitstellung der für den Zwischenbericht Teilgebiete relevanten Daten arbeiten die Landes- und Bundesbehörden gemäß der vom Gesetz vorgesehen Arbeitsteilung nun gemeinsam. Die BGE hat Anfang Juli ihre Kategorisierungsvorschläge an die zuständigen Behörden übersandt. Die zuständigen Landes- und Bundesbehörden kategorisieren aktuell die Vielzahl der Daten und leiten uns die Ergebnisse fortlaufend zu.

Video zu entscheidungserheblichen Daten (externer Link zu YouTube)

Der Großteil der Arbeit für den Zwischenbericht Teilgebiete fußt auf Nachweis- und Fachdaten, die nach der Kategorisierung durch die zuständigen Behörden von der BGE veröffentlicht werden  können. Das sind zum Beispiel grundlegende Informationen zu Bohrungen oder staatliche dreidimensionale Modelle des Untergrunds. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Zwischenberichts Teilgebiete lagen tatsächlich nur für wenige Daten die amtlichen Kategorien vor, sodass wir nicht alle Daten veröffentlichen durften. Deshalb finden Sie beispielsweise in den Datenberichten Ausschlusskriterien viele Zeilen, in denen „xxx“ steht. Das sind die Platzhalter für die Daten, die nun nach und nach eingepflegt werden.

Die ersten amtlichen Datenkategorisierungen erreichen uns nun schrittweise aus den Bundesländern. Um die Datentransparenz möglichst schnell zu vergrößern, veröffentlichen wir ebenfalls schrittweise neue Versionen der Datenberichte, in denen immer mehr Daten zu sehen sein werden. Am 16. Oktober 2020 sind die ersten drei aktualisierten Anhänge zu den Datenberichten zur Anwendung der Ausschlusskriterien veröffentlicht worden.

Weitere Daten werden nach entsprechender Klärung folgen. Wir hoffen, mit den gemeinsamen Anstrengungen der zuständigen Behörden in Bund und Ländern mit der BGE bis zur ersten Beratungssitzung der Fachkonferenz im Februar die relevanten Daten weitestgehend vollständig veröffentlichen zu können.

Daten, die noch nicht veröffentlicht werden können, werden in einem Datenraum bereitgestellt, die das Nationale Begleitgremium (NBG) mit Hilfe von Gutachtern, die es beauftragen wird, einsehen kann.

Hier sind Fragen zusammengefasst, die sich mit der technischen Zugänglichkeit von Datenformaten befassen.

  • Ein Teilnehmer fragt: Gibt es ein grafisches Informationssystem mit den Teilgebieten und den einzelnen Entscheidungskriterien für die Auswahl der Teilkriterien. Gibt es Möglichkeiten, die räumlichen Daten in eigene GIS-Systeme zu übernehmen? Falls diese Möglichkeit nicht gegeben ist, möchte ich anregen, dass diese Darstellungsform eingerichtet wird.
  • Eine Teilnehmerin hat ein ähnliches Anliegen formuliert: Wäre es auch möglich, in die GIS-basierte Karte die verschiedenen Ausschlusskriterien und Datengrundlagen einzufügen? Liegen die Grundlagendaten nur beschrieben in den Datenberichten der Öffentlichkeit vor? Kann man die einzelnen Datensätze also nicht in einem GIS-System betrachten?
  • Ein Teilnehmer will wissen: Wo findet man die 3D-Modelle der Länder, die ausgewertet wurden? Ich finde nur allgemeine Beschreibungen und keine Zugangsmöglichkeit zu den Daten selbst.
  • Eine Teilnehmerin fragt: Warum werden die vorhandenen, rechtlich veröffentlichbaren Daten nicht in einem (online) GIS bereitgestellt und sobald die rechtliche Grundlage vorhanden ist, ergänzt?
  • Ein Teilnehmer fragt: Wann werden die Ausschlussgebiete wegen Bohrungen auf der ArcGis-Plattform verfügbar sein?

Die BGE hat mit dem Zwischenbericht Teilgebiete auch eine interaktive Karte im GIS-Format veröffentlicht. Über diese Karte können Nutzer*innen über eine Postleitzahlenabfrage herausfinden, ob sie in einem Teilgebiet leben. Ein Fenster öffnet sich (nach ein paar Sekunden) und bietet dann den Link zu einer Teilgebietsseite an, auf der die konkreten Informationen zu finden sind. Manchmal steht unten rechts noch eine Zahl, dann können die Fenster nacheinander geöffnet werden, weil sich beispielsweise Teilgebiete auch überlagern können. Die Karte zeigt alle Teilgebiete.

Inzwischen ist die Karte noch einmal erweitert worden. Seit dem 16. Oktober 2020 können die Teilgebiete auch einzeln angewählt und angezeigt werden. Perspektivisch wird das Spektrum der Karte in Schritten erweitert werden. In einigen Wochen werden auch die Ausschlusskriterien sowie die identifizierten Gebiete in der Karte verfügbar werden.

Ende Oktober werden zudem die sogenannten Shape-Dateien mit den Teilgebieten zum Download angeboten. Diese Dateien können in andere GIS-Systeme übernommen werden.

Die Karte wird perspektivisch immer mehr Informationen enthalten. Allerdings ist der Bearbeitungsaufwand so hoch, dass die Anhänge zu den Datenberichten wohl schneller veröffentlicht werden können. Der Online-Zugang wird dann nach und nach möglich werden. Die BGE wird über die neuen Funktionalitäten der Karte regelmäßig berichten.

Die 3-D-Modelle der Länder sind derzeit auf den Internetseiten der zuständigen geologischen Dienste zu finden.

Ein Teilnehmer fragte, ob "Uelzen zum Auswahlverfahren für die Endlagerung bei Lüneburg" gehöre. Ein weiterer Teilnehmer fragte nach einem "grafischen Informationssystem mit den Teilgebieten sowie den einzelnen Entscheidungskriterien für die Auswahl der Teilkriterien".

Informationen zu den Teilgebieten finden sich über die Suchfunktion der interaktiven Karte der BGE, die auf der Startseite der BGE verlinkt ist.

Herausfinden, ob ein Ort in einem Teilgebiet liegt, können Benutzer*innen über die Postleitzahl- bzw. Ortssuche (Lupensymbol rechts oben in der Karte). Die Teilgebiete sind in der Karte farblich nach Wirtsgesteinstyp hervorgehoben und können ein- und ausgeblendet werden. Weitere Informationen zu dem jeweiligen Teilgebiet erhalten Sie per Klick auf das Gebiet. Dann öffnet sich nach kurzer Ladezeit ein Steckbrief zu den jeweiligen Teilgebieten, inklusive den Informationen zu den Terminen der Onlinesprechstunden.

Der Landkreis Uelzen liegt in mehreren, sich überlagernden Teilgebieten, wie Sie aus der interaktiven Karte ersehen können. Die interaktive Karte zeigt alle Teilgebiete und ermöglicht es auch, einzelne Teilgebiete auszuwählen und separat zu betrachten.

Die BGE wird ab dem 26. Oktober 2020 Online-Sprechstunden zu den einzelnen Teilgebieten anbieten, in denen sich die jeweils betroffenen Regionen einbringen und Verständnisfragen geklärt werden können. Informationen zum Ablauf und eine Terminübersicht gibt es hier:

Eine Terminübersicht zu den Terminen der Onlinesprechstunden finden Sie auf der BGE-Website. In den kommenden Tagen wird die BGE eine Tabelle hochladen, in der man nach Landkreisen suchen kann und die entsprechenden Teilgebiete und Sprechstundentermine angezeigt bekommt.

Die Sprechstunden werden aufgezeichnet und stehen der Öffentlichkeit anschließend über den YouTube-Kanal der BGE (externer Link) dauerhaft zur Verfügung.

Ein Teilnehmer fragte nach den Unterschieden verschiedener Ton-Lagerstätten, die sich auch überlagern, sowie allgemein zu Überlappungen von Teilgebieten. Bei dem Teilgebiet 053_00 (Steinsalz in steiler Lagerung nördlich von Schleswig in Schleswig-Holstein) und dem Teilgebiet 054_00 (Steinsalz in steiler Lagerung bei Dannefeld in Sachsen-Anhalt) gibt es Überlappungen mit Teilgebieten im Tongestein. Was kann daraus geschlossen werden?

Für die Endlagerung kommen Tongestein, Steinsalz und Kristallines Wirtsgestein in Frage. Tongestein und Steinsalz sind sogenannte Sediment-Gesteine. Sie sind also entstanden, weil sich die Gesteinsbestandteile an einem Ort abgelagert haben (beispielsweise am Grund eines Meeres). In der Erdgeschichte sind Meere immer mal wieder entstanden und dann wieder verschwunden. Geblieben sind dann Schichten aus Sedimentgesteinen. So kann es kommen, dass sich im Untergrund beispielsweise in 1000 Metern bis 800 Metern Tiefe Tongesteine befinden. Darüber können beispielsweise in 800 Metern bis 600 Metern Tiefe andere Gesteine folgen, die für die Endlagerung nicht interessant sind. Worüber dann aber wieder zwischen 600 Metern und 300 Metern Tiefe erneut interessante Tongesteine folgen können.

In so einem Fall haben wir eine durchgehende Tonschicht zwischen 1000 Metern und 800 Metern sowie zwischen 600 Metern und 300 Metern Tiefe. Da die Meere in der Zeitgeschichte nicht immer flächendeckend übereinander existiert haben, erstrecken sich die Tonvorkommen in den zwei unterschiedlichen Tiefen nicht über die gleiche Fläche. Deshalb gibt es dann für jedes einzelne Vorkommen ein eigenes Teilgebiet. Diese Teilgebiete können sich teilweise überdecken.

Dies ist auch bei den Teilgebieten 004_00 und 005_00 in Norddeutschland der Fall. Dort haben wir ein Teilgebiet in der erdgeschichtlichen Schicht "Tertiär (Unteres Paläogen)" und eines in der erdgeschichtlichen Schicht "Mittlerer Jura (Dogger)".

Salzformationen sind durch Verdunstungsprozesse entstanden und dementsprechend ursprünglich flach abgelagert worden. Steinsalz in steiler Lagerung ist entlang von Bruchzonen aufgestiegen und hat dabei andere Gesteinsschichten durchbrochen. Insofern ist es ganz natürlich, dass Steinsalz in steiler Lagerung beispielsweise von Tonschichten umgeben ist.

Ein Teilnehmer fragte, wo man Berichte zu den ausgeschlossenen Gebieten lesen könne.

Die Berichte zu den Gebieten, die aufgrund eines Ausschlusskriteriums aus dem Verfahren genommen wurden, sind in der Untersetzenden Unterlage "Anwendung Ausschlusskriterien gemäß § 22 StandAG" zusammengetragen. Dort ist zu jedem Ausschlusskriterium ein eigener Bericht geschrieben worden.

Zu den Gebieten, die zwar noch die Mindestanforderungen erfüllt haben, aber die kein Teilgebiet geworden sind, finden Sie zu jedem dieser Gebiete einen Bericht in der der Anlage 1B zum Dokument Teilgebiete und Anwendung Geowissenschaftliche Abwägungskriterien.

Eine Teilnehmerin fragte, ob heute schon etwas über die planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien gesagt werden könne. Ein anderer Teilnehmer merkte an, in Schleswig-Holstein seien die Teilgebiete sehr groß und es gebe schon Ängste der Menschen vor fallenden Immobilienpreisen. "Wie und wann werden Raumordnung und Naturschutz berücksichtigt?"

Die planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien beinhalten raumplanerische Aspekte, wie Abstände zur Wohnbebauung und die Nähe zu Naturschutzgebieten. Sie sind in § 25 des Standortauswahlgesetzes (StandAG) und der dazugehörigen Anlage 12 beschrieben.

Das Standortauswahlverfahren ist primär sicherheitsorientiert ausgerichtet. Für die Anwendung der planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien verbleibt nach den Vorgaben des Gesetzes nur ein sehr begrenzter Spielraum. Die Anwendung ist erstmals im Rahmen der Ermittlung von Standortregionen für die übertägige Erkundung vorgesehen. Eine Anwendung kommt nur in Betracht, soweit sich eine Einengung potentieller Gebiete nicht bereits aus der Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien oder auf der Grundlage der Ergebnisse der repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen ergibt.

Ein Teilnehmer fragte, wie abgesichert wird, "dass künftig nur Inlandsmaterial eingelagert wird und keine 'Importe'?"

Der Endlagerstandort ist ausschließlich für die im „Inland verursachten“ hochradioaktiven Abfälle vorgesehen (§ 1 Abs. 2 S. 1 Standortauswahlgesetz). Dabei handelt es sich um Abfälle, die auf deutschem Staatsgebiet angefallen sind, d.h. die Abfalleigenschaft muss in Deutschland entstanden sein. Dies ist im Einzelnen nachzuweisen.

Eine Teilnehmerin fragte, welche Europäische Rahmengesetzgebung der Endlagersuche und -ausweisung übergeordnet und dementsprechend zu berücksichtigen sei?

Zentrale Vorgabe der Europäischen Union zu der Endlagerung ist die „Richtlinie 2011/70/Euratom des Rates vom 19. Juli 2011 über einen Gemeinschaftsrahmen für die verantwortungsvolle und sichere Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle“. Die Richtlinie fordert unter anderem die Schaffung eines nationalen Gesetzes-, Vollzugs- und Organisationsrahmens für die Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle. Entsprechend der Rechtsnatur einer europäischen Richtlinie sind die Inhalte grundsätzlich nicht unmittelbar wirksam und nicht unmittelbar verbindlich. Es bedarf einer vorhergehenden Umsetzung in nationales Recht. Die Vorgaben der Richtlinie 2011/70/Euratom sind unter anderem durch Änderung des Atomgesetzes und des Standortauswahlgesetzes in deutsches Recht umgesetzt worden. In diesem Rahmen werden sie berücksichtigt.

Eine Teilnehmerin fragte nach den nächsten Schritten der Phase I des Standortauswahlverfahrens: "Aus welchen Schritten besteht die weitere Evaluation? Wie wird die Öffentlichkeit darüber informiert?"

Für die BGE beginnt mit dem jetzigen Schritt 2 der Phase I erneut eine Konzeptionsphase mit dem Ziel, die nach § 13 Absatz 1 Standortauswahlgesetz ermittelten Teilgebiete zu kleineren und weniger großen Standortregionen einzugrenzen, die dann übertägig erkundet werden sollen. Hierfür betrachtet die BGE das Endlagersystem in seiner Gesamtheit und im Hinblick auf die Frage, inwieweit ein sicherer Einschluss der radioaktiven Abfälle erwartet werden kann. Auch hier gilt es wieder Anwendungsmethodiken zu entwickeln und zu diskutieren.

Werkzeuge für die Eingrenzung der Teilgebiete zu Standortregionen in diesem nächsten Schritt sind beispielsweise repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchungen, die erneute Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien sowie die planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Fachkonferenz zum Zwischenbericht Teilgebiete.

Ein Teilnehmer fragte nach dem Controlling des Prozesses. "Gibt es ein Rechnungsprüfungswesen im Sinne einer zielgerichteten Endlagersuche?" Die zur Verfügung stehenden Finanzmittel seien begrenzt. Seien die Mittel ausgeschöpft, müssten die Steuerzahler*innen für die Aufgabe aufkommen.

Bei der Umsetzung des Standortauswahlverfahrens sind von den Beteiligten – insbesondere von der BGE und dem BASE -, die Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten (§ 28 Abs. 4 Standortauswahlgesetz). Der bestmögliche Standort soll mit dem geringstmöglichen Ressourcenverbrauch gefunden werden. Der Kontrolle dessen dient insbesondere die Aufstellung der Jahresrechnung (§ 30 StandAG). Die Jahresrechnungen werden durch einen Wirtschaftsprüfer oder eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und bedürfen der Genehmigung durch das Bundesumweltministerium. Auch der Bundesrechnungshof prüft die BGE. 

Aufzeichnung: Auftaktveranstaltung zur Fachkonferenz Teilgebiete

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