Meldung - Schachtanlage Asse II

03. November 2017: Aktueller Stand der Faktenerhebung

Im Rahmen der 52. Sitzung der Asse-2-Begleitgruppe am 03. November stellte die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) den aktuellen Stand der Faktenerhebung an der Einlagerungskammer 7 (ELK 7) auf der 750-Meter-Ebene vor.

Mit der Faktenerhebung wurde im Juni 2012 begonnen. Ziel ist es, wichtige Daten über die Kammeratmosphäre und den Zustand der Einlagerungskammer zu erhalten, um die Rückholung planen zu können.

In der ELK 7 auf der 750-Meter-Ebene wurden die radioaktiven Abfälle zuerst in Verlorenen Betonabschirmungen (mit Beton ummantelte Fässer; VBA) liegend gestapelt und später weitere Abfallbehälter mit und ohne Betonabschirmung dahinter verkippt. Nach der Einlagerung wurde die Kammer weitgehend mit Salz verfüllt. Der 1982 errichtete Verschluss der Kammer, durch den in Rahmen der Faktenerhebung gebohrt wurde, befindet sich im oberen Bereich der Einlagerungskammer und sollte diese dauerhaft verschließen. Es ist etwa 20 Meter lang und besteht aus verschiedenen Materialien.

Ergebnisse

Bis heute wurden sieben Bohrungen durchgeführt. Eine achte Bohrung befindet sich derzeit in der Umsetzung. Die wesentlichen Ergebnisse der Bohrungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

• Der Aufbau des Verschlussbauwerks wurde wie in den vorliegenden Unterlagen dargestellt vorgefunden. Allerdings zeigte sich, dass sich das im Bauwerk vorhandene Bitumen stärker als erwartet verändert hat.

• Die Decke der Einlagerungskammer weist einen hohen Schädigungsgrad auf. Es wurden Risse und aufgelockerte Bereiche nachgewiesen.

• Weiterhin ist die Zwischendecke durch den Gebirgsdruck gestaucht, was an einer Aufwölbung des Bodens in der darüber liegenden Kammer ersichtlich wird. Weiterhin zeigen sich ebenfalls Risse und Auflockerungszonen.

• Die Schädigung in den Randbereichen sind nicht einheitlich. So wurden etwa umfangreiche Risse im Norden der Kammer gefunden, während der Osten nur geringe Schädigungen aufweist.

• In den Rissen konnten Radon, Wasserstoff und deutlich verringerte Sauerstoffkonzentrationen gemessen werden. Es bestehen also Verbindungen zur Kammeratmosphäre.

• Am 23. August lieferte eine Kamerabefahrung nach 25 Jahren Bilder aus der Einlagerungskammer. Dabei wurde ein Hohlraum über abgekippten VBA angetroffen. Durchgeführte Verfüllmaßnahmen mit Salz sind vorerst nicht erkennbar. Die VBA sind ungeordnet gelagert und weisen teilweise Schädigungen auf. Auch ein beschädigtes Fass ist zu erkennen.

• Die Kammeratmosphäre weist eine Radonaktivität von rund 45.000 Becquerel pro Kubikmeter auf (Radon-222). Auch Krypton-85 wurde mit einer Aktivität von rund 70.000 Becquerel pro Kubikmeter gemessen. Diese Werte wurden für Einlagerungskammern in der Asse erwartet und stellen somit die Rückholung nicht in Frage.
Mit rund 5.000 ppm (parts per Million) Wasserstoff wird die untere Explosionsgrenze von 40.000 ppm weit unterschritten. In der Kammeratmosphäre befinden sich rund 10 Prozent Sauerstoff und 90 Prozent Stickstoff.

Die bisherigen Ergebnisse der Faktenerhebung stehen einer Rückholung nicht entgegen. Die gewonnen Ergebnisse fließen in die laufenden Planungen zur Rückholung ein.

Ein beschädigtes und angerostetes Fass in der Einlagerungskammer 7.

Verlorene Betonabschirmungen in der Einlagerungskammer 7.

Ein stark beschädigter Abfallbehälter.