Aktuelle Arbeiten – Endlager Konrad

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im August 2022
 

Umbau in der Wetterschleuse 202

Die Belüftung (bergmännisch: Bewetterung) eines Bergwerkes verläuft immer über die Schächte. Im Falle des Endlagers Konrad strömt die Luft (Wetter) über Schacht 1 mit der angeschlossenen 3., 4. und 5. Ebene (Sohle) in das Bergwerk. Über Schacht 2 mit der angeschlossenen 1., 2. und 3. Ebene verlässt die verbrauchte Luft (Abwetter) wieder das Bergwerk.

Die Frischluft wird auf der 2. Ebene nicht direkt dem Schacht zugeführt, sondern gelangt über einen Tunnel, den sogenannten „Berg 6“ oberhalb der 2. Ebene in den Schacht. Der „Berg 6“ kreuzt eine Strecke auf der 2. Ebene mit Hilfe einer temporären Wetterbrücke (Blechröhre).

Da in naher Zukunft die temporäre Wetterbrücke saniert wird und der „Berg 6“ als Hauptwetterweg entfällt, musste eine Zwischenlösung gefunden werden. Diese wird durch die neue Hauptbewetterungsanlage in der Wetterschleuse 202 geschaffen.

Die Wetterschleuse besteht aus drei Sonderbewetterungslüftern, die mit einer Leistung von je 45 Kilowatt die Luft vom Grubengebäude Richtung Schacht 2 fördern. Diese Lüfter sind zwischen den beiden Wettertoren mittels Blechkanal in der Wetterschleuse eingebaut. Sie können stufenlos geregelt werden, um eine optimale Belüftung zu erzielen.

Damit die Schleuse mit Fahrzeugen befahren werden kann, ist es notwendig, den Luftstrom komplett zu unterbinden. Dafür sind zusätzlich in jedem Lüfterstrang Klappen mit elektrischen Stellmotoren verbaut, die sich bei Abschaltung automatisch schließen. Die Abschaltung erfolgt automatisch mit dem Öffnen eines Wettertores.

Die Wetterabteilung hat die Arbeiten innerhalb von einer Woche durchgeführt. Einer Sanierung der Wetterbrücke steht nun nichts mehr im Weg.

Blick auf eines der Wettertore in der Wetterschleuse 202 auf der 2. Ebene. Durch die Rohre (Lutten) wird Luft geleitet.

Wesentliche Arbeiten

Schachtbau Konrad 1

Neben dem Neubau der beiden Seilfahrtanlagen muss auch die Schachtröhre von Schacht Konrad 1 qualifiziert werden.
 

  • Die Schachtbauer*innen setzen die Betonage und die Stahlbauarbeiten im Bereich der Umladestation auf der 3. Ebene fort.
     

Schachtgelände Konrad 1

Zum Schachtgelände Konrad 1 gehören alle Bauwerke sowie das eingezäunte Werksgelände um den Schacht Konrad 1.

  • Facharbeiter*innen führen Montagen an der Außenfassade der neuen Wache durch. Der Innenausbau wird fortgesetzt.
     
  • Ein Dienstleistungsunternehmen montiert Teile der Pelletheizung im Heizhaus.
     
  • Monteur*innen installieren Teile des technischen Innenausbaus in der neuen Werkstatt.
     
  • Ein Dienstleistungsunternehmen montiert in der Schachthalle die Kranbahnträger für den neuen Schachthallenkran.
     

Schachtbau Konrad 2

Die Schachtröhre von Schacht Konrad 2 muss vor dem Neubau der Seilfahrtanlage qualifiziert und an einigen Stellen erweitert werden.
 

  • Bergleute setzen die Qualifizierung des Schachtes auf der 3. Ebene fort.
     

Schachtgelände Konrad 2

Zur Schachtanlage Konrad 2 gehören alle Bauwerke sowie das eingezäunte Werksgelände um den Schacht Konrad 2.

  • Ein Dienstleistungsunternehmen rüstet die Baugrube des Lüftergebäudes mit Doppel-T-Trägern aus.
     
  • Bergleute schachten das Erdreich außerhalb des alten Schachtkellers aus, um die Fundamente freizulegen.
     

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen durch ständige Kontrollen und Nachsorgearbeiten den sicheren Betrieb des Bergwerks Konrad gewährleisten.

  • Ein Dienstleistungsunternehmen setzt das geologische Untersuchungsprogramm für das zweite Einlagerungsfeld fort. Die Bohrkerne helfen den Geolog*innen, die Geologie im Bereich des geplanten Einlagerungsfeldes besser einzuschätzen.
     
  • Bergleute schließen den Einbau der Innenschale in der Vorzerkleinerung auf der 2. Ebene ab.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über das Endlager Konrad informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

Darüber hinaus tauschen wir uns mit Fachleuten und Vertretern aus Politik und Gesellschaft aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
 

  • Die Infostelle ist im August von Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 17:00 Uhr und freitags von 9:00 bis 15:00 Uhr geöffnet. Eine Maskenpflicht besteht nicht. Es wird trotzdem empfohlen, eine Maske zu tragen.
     
  • Am 27. August besuchen mehr als 900 Menschen den Tag der offenen Tür am Endlager Konrad.
     
  • Aufgrund von umfassenden Schachtbauarbeiten muss das Angebot untertägiger Besichtigungen des Endlagers Konrad für den allgemeinen Besuchsverkehr für mehrere Jahre ausgesetzt werden. Nur im Ausnahmefall besteht in dieser Zeit für Personen mit einem berechtigten fachlichen oder politischen Interesse weiterhin die Möglichkeit, das Endlager Konrad zu besichtigen. Hierzu kann die Infostelle angesprochen werden: info-konrad@bge.de
     
  • Die Infostelle bietet ein VR-Angebot an, mit dem sich Interessierte einen Einblick von den Arbeiten unter Tage verschaffen können. Die 360-Grad-Panoramen können auch von zu Hause aus angeschaut werden: www.einblicke.de/konrad (externer Link).