Meldung – Standortsuche

In der Fachkonferenz hat eine selbstbewusste Zivilgesellschaft staatlichen Institutionen ihre Anliegen deutlich gemacht

Acht Tage, 45 Arbeitsgruppensitzungen und zwei Workshops: Das war die Fachkonferenz Teilgebiete. „Es ist schon lange nicht mehr so intensiv und zielorientiert über die Endlagerung diskutiert worden“, sagt Steffen Kanitz. Er ist Geschäftsführer der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und dort für die Standortauswahl für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle verantwortlich. Trotz aller Schwierigkeiten durch die Pandemie haben die Bürger*innen, die Vertreter*innen aus kommunalen Gebietskörperschaften, Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen gesellschaftlicher Organisationen die Chance genutzt, aus ihrer Sicht den Zwischenberichts Teilgebiete zu bewerten, und Vorschläge für die weitere Arbeit an der Endlagersuche zu machen.

„Auch die Selbstorganisation hat dank des großen Engagements dreier Arbeitsgruppen Vorbereitung funktioniert. Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Steffen Kanitz. Dazu kam ein fester Stamm von knapp 100 Personen, die sich über die gesamte Zeit bei fast jeder Diskussion eingebracht haben. „Das ist viel Einsatz für ein komplexes Thema“, findet der BGE-Geschäftsführer. Die BGE wird den geplanten „Rat der jungen Generation“ unterstützen. „Denn das Verfahren lebt davon, dass sich auch diejenigen eine Stimme verschaffen, die erst in Zukunft betroffen sind. Wenn junge Leute da selbst die Initiative ergreifen, ist das eine gute Sache.“ Die BGE hat die Fachkonferenz mit rund 20 Fachleuten, zwei Geschäftsführern und etwa zehn Kommunikationsexpert*innen durchgehend begleitet.

Was bleibt von der Fachkonferenz Teilgebiete?

Die BGE rechnet mit einer umfangreichen Dokumentation der Diskussionen der Fachkonferenz. In den Diskussionen ist deutlich geworden, dass es einen großen Spagat zwischen dem wissenschaftlichen Anspruch an die Arbeiten im Standortauswahlverfahren einerseits aber auch zur allgemeinen Verständlichkeit andererseits zu überwinden gilt. Es gibt grundlegende Schwierigkeiten, das gesamte Verfahren zu verstehen und zu erkennen, wo die Öffentlichkeit tatsächlich Einfluss auf die Ergebnisse nehmen kann.

Obwohl die BGE im ersten Schritt der Phase I der Endlagersuche nur eine grobe Eingrenzung vorgenommen hat, und 54 Prozent der Landesfläche weiter betrachtet werden, gibt es regional teilweise bereits eine hohe Betroffenheit. Das hat beispielsweise die Reaktion auf die Festlegung von vier Gebieten zur Methodenentwicklung gezeigt. Obwohl es lediglich um die Entwicklung von Bearbeitungsmethoden für die sogenannten repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen geht, war in den betreffenden Regionen die Sorge groß, dass dies eine Vorauswahl sein könnte. „Das ist nicht der Fall“, sagt Steffen Kanitz. Er schließt daraus, „dass die BGE auch weiterhin für das Vertrauen in das Verfahren und auch in unser eigenes Handeln aktiv werben muss“.  

Was nimmt die BGE aus der Fachkonferenz mit?

„Wir nehmen viele gute fachliche Hinweise mit“, sagt Steffen Kanitz. Insbesondere von der geologischen Regionalkompetenz, die sich in der Fachkonferenz Teilgebiete versammelt hat, werde die BGE profitieren. „Viele Hinweise teilen wir, einige auch nicht.“ Die BGE ist bereit, sich weiter in die „Werkstatt“ schauen zu lassen. „Wir werden Sie nicht vor Transparenz verschonen“, versprach Steffen Kanitz. „Aber, das werden Arbeitsstände sein, die auch schnell wieder überholt sein können. Wir werden gemeinsam einen Umgang mit dieser Vorläufigkeit finden müssen“, sagte er abschließend.

Die BGE unterstützt zudem weitere Beteiligungsformate, „die in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden“. Für die BGE sei es wichtig, „mit ihren Vorgehensweisen und Methoden den öffentlichen Dialog zu suchen, um einen möglichst großen fachlichen Konsens zu erreichen“, sagt Steffen Kanitz.

Das Foto zeigt einen Wegweiser zur Fachkonferenz in Darmstadt

Da geht es lang – zur Fachkonferenz Teilgebiete. Über Form und Inhalt für die Fortsetzung des Dialogs wird noch ein paar Wochen weiter beraten.