Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Februar

Umweltverträglichkeitsprüfung: Entnahme von Wasserproben

In der Umgebung des Endlagers Morsleben werden die Arbeiten für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) fortgesetzt. Fachkräfte entnehmen aktuell Wasserproben aus sechs verschiedenen Messstellen, um den aktuellen Zustand darstellen zu können. Dazu gehören zum Beispiel der Salzbach und der Salzwassergraben.

Die Entnahme wird genau dokumentiert: Ort, Uhrzeit, Wetterlage, Wasserstand, Entnahmetiefe und Probenart sind wichtige Punkte, mit denen Fachkräfte die Proben rechtssicher zuordnen können. Anschließend werden die Proben im Labor untersucht und bewertet. 

In der Analyse betrachten die Mitarbeiter*innen unter anderem den Sauerstoffanteil im Wasser, den Nährstoffanteil und den pH-Wert. Sie vergleichen die Ergebnisse mit gesetzlichen Richtwerten, um mögliche Auswirkungen des Projekts auf die Gewässer und weitere abhängige Ökosysteme festzustellen. Die Ergebnisse der Laboranalyse fließen in den UVP-Bericht und die zugehörigen Unterlagen ein. Für die Genehmigungsbehörde sind diese Unterlagen eine Grundlage, um Auflagen zu erlassen oder Schutzmaßnahmen zu beauftragen. 

Wesentliche Arbeiten

Sichere Stilllegung des Endlagers

Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.

  • 3. Sohle der Schachtanlage Bartensleben: Im Bereich des Demonstrationsbauwerks arbeiten Fachkräfte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Im Auftrag der BGE (externer Link) führen die Mitarbeiter*innen unter anderem Permeabilitätsmessungen durch.
     
  • In der Umgebung des Endlagers nehmen Fachkräfte Proben aus Oberflächengewässern. 

Gewährleistung der Betriebssicherheit

Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.

  • In der Umgebung des Endlagers Morsleben absolvieren Strahlenschützer*innen das monatliche Störfalltraining. Ziel ist es, die Umgebung des Lagers sofort lückenlos überwachen zu können, sollten radioaktive Stoffe austreten. Grundlage hierfür ist die Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen (REI) (externer Link). Bei den Übungen kommt unter anderem die Gammaspektrometrie zum Einsatz – ein Messverfahren, mit dem Fachkräfte radioaktive Stoffe nicht nur aufspüren, sondern auch deren Menge exakt bestimmen können. Die Ergebnisse werden in das Integrierende System zur Umweltüberwachung und Notfallvorsorge (IMIS) (Externer Link) übertragen. Die regelmäßigen Störfalltrainings stellen sicher, dass Mensch und Umwelt in der Region langfristig geschützt bleiben und die Technik im Notfall reibungslos funktioniert.
     
  • Kontrollbereich: Im Untertage-Messfeld (UMF) führen Strahlenschützer*innen einen Rückholnachweis durch. Im UMF befinden sich in zwei Sohlenbohrlöchern sieben Spezialcontainer. Die Behälter enthalten größtenteils Cobalt-60-Strahlenquellen. Diese stammen unter anderem aus der ehemaligen DDR-Wasserwirtschaft. Sie wurden in Brunnenfiltern eingesetzt, um Ablagerungen zu verhindern. Gemäß einer Genehmigung des Bergamts müssen diese Container jederzeit rückholbar bleiben. Daher wird vierteljährlich ein praktischer Rückholnachweis durchgeführt: Mit einer speziellen Hebeeinrichtung wird der jeweils oberste Container in den Bohrlöchern gegriffen. Der Container wird mehrere Meter angehoben und anschließend wieder abgesetzt. Durch diesen Vorgang werden sowohl der Greifmechanismus als auch die Bewegungsfreiheit innerhalb des Bohrlochs kontrolliert. Die aktuelle Überprüfung verlief erfolgreich: Die uneingeschränkte Rückholbarkeit der Spezialcontainer ist bestätigt. 

Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes

Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.

  • 4. Sohle der Schachtanlage Bartensleben: Im Kontrollbereich bereiten Bergleute die Infrastruktur für den Umzug des Strahlenschutzlabors vor. Das Labor befindet sich aktuell im Südfeld. Da die Abbaukammer, in der sich das Labor befindet, bergmännisch hergerichtet werden muss, soll das Labor umziehen. Der neue Raum befindet sich im Ostquerschlag. Im Februar bohren Bergleute Ankerlöcher zur Installation von Sicherungsnetzen. Diese werden später benötigt, um die Laborausstattung zu schützen.
     
  • Schachtanlage Marie: Die Arbeiten zur Modernisierung der Infrastruktur werden fortgesetzt. Bergleute haben die ehemalige Rüstungskammer 35 vollständig hergerichtet. Am 20. Februar gelingt ihnen der Durchbruch von Kammer 35 zur dahinterliegenden 1. Südstrecke. Anschließend beginnen sie mit dem Nachschnitt der 1. Südstrecke. Diese gehört bislang noch zum Altbergbau und kann nicht mit Fahrzeugen befahren werden. Die Tagesleistung für die Nachschneidearbeiten mit der Teilschnittmaschine liegt bei zwei bis drei Metern. Bis zum Ende des Monats schneiden die Bergleute rund 14 Meter Strecke nach.

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
 

  • Die Infostelle Morsleben hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Morsleben.