Der Ablauf

Um die Messung erfolgreich durchführen und Einschränkungen so gering wie möglich halten zu können, war die Einhaltung eines engen Zeitplans von besonderer Bedeutung. Folgender Ablauf war geplant:

Schritt 1: Informationsveranstaltungen

Im September 2018 haben erste Informationsveranstaltungen für Eigentümer und Bewirtschafter landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Flächen stattgefunden. Die allgemeine Öffentlichkeit wurde am 24. Oktober 2018 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Betrifft: Asse über das Projekt informiert. Auch im Jahr 2019 wurden verschiedene Informationsveranstaltungen durchgeführt. Mit Beginn der Arbeiten lud die BGE zum Beispiel erneut zu einer Betrifft: Asse in das Dorfgemeinschaftshaus Remlingen, um über die Arbeiten in den kommenden Monaten zu berichten. Weitere Informationsangebote begeliteteten die Arbeiten. Unter anderem berichtete die BGE wöchentlich über den aktuellen Fortschritt der 3D-Seismik auf ihrer Internetseite.

Schritt 2: Einholen von Betretungserlaubnissen

Seit November 2018 lief die rechtliche Absicherung der 3D-Seismik. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beauftragten Firma Informations- & Planungsservice GmbH (IPS) waren in den Ortschaften des Messgebiets unterwegs und sprachen mit Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern über die Betretungserlaubnisse.

Des Weiteren wurde auch weiterhin mit den Bewirtschaftern landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Flächen verhandelt, um Gestattungsverträge für das Betreten und die Durchführung der notwendigen Arbeiten zu verhandeln und abzuschließen.

Schritt 3: Vorbereitung der Feldarbeiten und Feinabstimmung

Im August 2019 wurden Testbohrungen durchgeführt. Dabei wurde unter anderem die einzusetzende Technik, hier primär die Gerätschaften zum Erstellen der Bohrungen, getestet. Mit Hilfe der Ergebnisse wurde die einzusetzende Bohrtechnik festgelegt und die Zeitplanung für das Bohren konkretisiert.

Seit September 2019 erfolgten die Untersuchungen auf Kampfmittelfreiheit sowie das Einmessen der Anregungs- und Empfangspunkte mit Hilfe von GPS. Zudem wurden ebenfalls seit September 2019 die Details zum Ablauf der Messungen mit den Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern abgestimmt. Zum Beispiel wo die Geophone ausgelegt werden und welche Wege die Vibrationsfahrzeuge später nehmen werden.

Schritt 4: Bohrarbeiten

In Vorbereitung für die Sprengseismik wurden seit Anfang Oktober circa 6.500 Bohrungen im Waldgebiet um die Schachtanlage Asse II gestoßen. Die Bohrungen waren maximal 15 Meter tief und wurden mit maximal 1.000 Gramm Sprengstoff bestückt. Die Bohrungen waren erforderlich, da die Vibrationsfahrzeuge nicht im Waldgebiet eingesetzt werden konnten, jedoch eine Anregung in dem Bereich notwendig war. Die Arbeiten wurden in enger Abstimmung mit der ökologischen Baubegleitung durchgeführt, so dass der Eingriff in die Natur minimiert wurde. Das Ende der Bohrarbeiten war für Mitte Januar 2020 vorgesehen.

Des Weiteren wurden sogenannte VSP- Messungen (Vertical-Seismic-Profiling) in vier ausgewählten, vorhandenen Tiefbohrungen vorbereitet. Ziel dieser Messungen war die Verbesserung des Geschwindigkeitsmodells im Bereich des Deckgebirges bis in die Tiefe, in der sich die Bohrlochempfänger befanden. Diese Geschwindigkeitsinformationen wurden für die spätere Auswertung der 3D-seismischen Messdaten benötigt und verbessern insbesondere die Umrechnung der gemessenen seismischen Laufzeiten in Tiefenwerte.

Schritt 5: Durchführung der Messung

Die eigentliche 3D-Seismik mit dem Beginn der seismischen Anregung mittels Vibrationsfahrzeugen und Sprengseismik in den Bohrungen begann im Januar 2020. Die Messungen sollten bis Ende Februar 2020 abgeschlossen sein. Zum Einsatz kamen mehrere Vibrationsfahrzeuge, die an unterschiedlichen Punkten der Messfläche anregten. Die Messungen starteten im südlichen Untersuchungsgebiet.

Schritt 6: Nachbereitung

Nach Abschluss der Messungen wurden die technischen Einrichtungen zurückgebaut. Dies soll spätestens Ende März 2020 abgeschlossen sein.

Schritt 7: Zusammenstellung, Auswertung und Dokumentation der Messdaten

Die Zusammenstellung der Messdaten und die Dokumentation der Messungen sind von April bis August 2020 geplant. Nachdem die Daten vorliegen und dokumentiert sind, werden diese mit aufwendigen computergestützten Verfahren ausgewertet. Im Anschluss daran erfolgt die geologische Interpretation. Anschließend werden die Informationen in das geologische Modell der Asse eingearbeitet. Ziel ist es bis 2023 ein dreidimensionales Strukturmodell der Asse zu erhalten.

Am 1. November 2019 sollen die 3D-seimsischen Messungen beginnen.

Info Asse

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Infostelle Asse stehen gerne für weitere Fragen zur Verfügung. Bei Bedarf stellen Sie auch den Kontakt zu den entsprechenden Fachkolleginnen und -kollegen her.

Wenn Sie sich selbst einmal ein Bild von den Gegebenheiten machen wollen, laden wir Sie zu einer Befahrung der Schachtanlage Asse II ein. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in der Infostelle Asse.