Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im März
Abschlussbesprechung zur Gesamtprüfung
Mit der Abschlussbesprechung vom 17. März 2026 attestiert das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), dass der Betrieb des Endlagers Morsleben entsprechend der Genehmigung geführt wird und die Sicherheit gewährleistet ist.
Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde führt alle fünf Jahre eine Gesamtprüfung des Endlagers Morsleben durch, um die Einhaltung von Atom- und Bergrecht im laufenden Betrieb zu prüfen. Die Prüfung 2025 dauerte rund ein Jahr und umfasst Gutachten zur Betriebssicherheit sowie zu den Stilllegungsvorbereitungen. In fünf Prüfkomplexen wurden dabei die Themen Technik, Stabilität, Organisation, Schutzmaßnahmen und Überwachung geprüft. Inhaltlich kontrollierte die Aufsichtsbehörde von der Aufgabenverteilung bis zur lückenlosen Dokumentation über die Kontrolle der eingelagerten Abfälle alle wesentlichen Bereiche am Standort Morsleben.
Obwohl gesetzlich für kerntechnische Anlagen oft nur alle zehn Jahre eine Bewertung vorgesehen ist, bleibt es in Morsleben beim Fünf-Jahres-Rhythmus. Dieser ist als Bedingung Nummer 10 in der Dauerbetriebsgenehmigung des Endlagers Morsleben verankert. Die Aufsichtsbehörde achtet besonders darauf, dass auch Maßnahmen zur Unfallverhütung und zur ständigen Verbesserung der Sicherheit genau dokumentiert werden.
Luftaufnahme des Endlagers Morsleben
Wesentliche Arbeiten
Sichere Stilllegung des Endlagers
Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.
- 3. Sohle der Schachtanlage Bartensleben: Am Standort für das Demonstrationsbauwerk zur Streckenabdichtung im Anhydrit bauen Bergleute eine Salzrampe zurück. Die Rampe wurde im Februar 2025 errichtet, um eine Bohranlage sicher platzieren zu können. Mit dieser haben Fachkräfte Bohrkerne aus dem oberen Bereich des Bauwerks gezogen. Bohrkerne werden für die Nacherkundung und Bewertung des Bauwerks benötigt. Um ein vollständiges Bild über den Zustand des Demonstrationsbauwerks zu erhalten, werden in den nächsten Wochen weitere Bohrkerne aus dem unteren Bereich gezogen.
Gewährleistung der Betriebssicherheit
Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.
- Am 17. März erfolgt die Abschlussbesprechung zur Gesamtprüfung mit Sachverständigen der Aufsichtsbehörde, dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE, externer Link).
- In der Umgebung des Endlagers Morsleben befahren Vermessungstechniker*innen einen Teil des Festpunktfeldes über Tage. Auf einer Fläche von 35 Quadratkilometern befinden sich rund 300 Messpunkte zur Überwachung von Bodenbewegungen am Endlager Morsleben. Die Bewegungsraten sind seit Jahrzehnten sehr gering: Sie liegen bei 1 bis 3 Millimetern pro Jahr. Das ehemalige Steinsalzbergwerk ist stabil. Daher wird das gesamte Netz seit 2020 nur noch alle vier Jahre und ein kleineres Teilnetz im zweijährigen Rhythmus vermessen. Sämtliche Messergebnisse werden von den Vermessungstechniker*innen dokumentiert und in das Risswerk des Endlagers übertragen.
Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes
Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.
- 4. Sohle der Schachtanlage Bartensleben: Im Ostquerschlag des untertägigen Kontrollbereichs betonieren Bergleute den Boden (Sohle). Die Betonierung erfolgt im Bereich des neu entstehenden Strahlenschutzlabors. Sie wird benötigt, um für die schweren Messgeräte einen dauerhaft stabilen Untergrund zu gewährleisten.
- Schachtanlage Bartensleben: Am Förderkorb der Hauptseilfahrtanlage Bartensleben führen Fachkräfte Korrosionsschutzarbeiten durch. Korrosion kann Material schwächen und im schlimmsten Fall die Sicherheit der Mitarbeiter*innen gefährden. Da der Förderkorb dauerhaft dem Wetter, Feuchtigkeit und Salz ausgesetzt ist, sind die Maßnahmen dringend erforderlich, um die Metallbauteile vor Schäden durch Rostbildung zu schützen. Dazu werden die Oberflächen zunächst gereinigt und anschließend lackiert.
- Schachtanlage Marie: Die Herstellung der Infrastruktur in der 1. Südstrecke wird fortgesetzt. Um eine zuverlässige Stromversorgung und Datenübertragung zu gewährleisten, verankern Bergleute zunächst Kabeltrassen an der Wand (Stoß) der erweiterten Strecke. Anschließend folgen Kabelzugarbeiten durch Fachkräfte. Die Kabel dürfen nicht zu stark beansprucht, verknotet oder beschädigt werden, damit die elektrische und technische Sicherheit nicht beeinträchtigt wird.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
- Die Infostelle Morsleben hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Morsleben.