Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im März 2026
Bergleute legen Salzwasser-Fließweg in der Schachtanlage Asse II frei
Im März gelingt es Bergleuten, den Fließweg der Salzlösung im Abbau 3 auf der 658-Meter-Ebene freizulegen und hier eine provisorische Fassungsstelle einzurichten. Damit kann die Salzlösung wieder im Bereich der ehemaligen Hauptauffangstelle gesammelt werden, was den Zufluss in tiefere Ebenen des Bergwerks reduziert. Die BGE berichtete darüber am 27. März in einer Pressemitteilung.
Expert*innen prüfen nun, wie die Lösungsfassung dauerhaft gewährleistet werden kann. Die Fassungsraten in tieferliegenden Bereichen werden weiterhin genau beobachtet. Eine belastbare Aussage zur langfristigen Stabilisierung der Lösungsfassung ist erst in den kommenden Monaten möglich.
Wesentliche Arbeiten
Stabilisierung und Notfallplanung
Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.
- Die Grube wird fortlaufend stabilisiert. Dabei errichten Bergleute in den durch Gebirgsdruck geschädigten Bereichen Stützbauwerke. Zusätzlich verfüllen sie nicht mehr benötigte Hohlräume. Der sichere Betrieb des Bergwerks ist eine Grundvoraussetzung für die geplante Rückholung der radioaktiven Abfälle.
Rückholungsplanung
Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden.
- Im März veröffentlicht die BGE den Abschlussbericht zur 3D-Seismik. Die Auswertung der Ergebnisse schafft ein besseres Verständnis über den geologischen Untergrund der Asse. Die Ergebnisse fließen direkt in die weiteren Planungen für den Bau von Schacht Asse 5 und des Rückholbergwerks ein. Die BGE berichtete darüber am 24. März in einer Meldung.
- 750-Meter-Ebene, Faktenerhebung: Der Bereich, von dem aus die Erkundungsbohrungen in die Einlagerungskammern 7 und 12 durchgeführt wurden, soll zurückgebaut und der Strahlenschutzbereich aufgehoben werden. Voraussetzung dafür ist, dass beide Bohrungen in die Einlagerungskammern verfüllt sind. Nachdem das Verfüllen der Bohrung zur Einlagerungskammer 12 bereits abgeschlossen ist, verfüllen Bergleute unter Aufsicht des Strahlenschutzes im März die ersten Abschnitte der Bohrung in die Einlagerungskammer 7. Gleichzeitig bauen sie schrittweise den Bohrort zurück.
Lösungsmanagement
In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.
725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 3. bis zum 5. März 2026 werden rund 201 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/04 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraf 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 14,5 Becquerel pro Liter. Zum Vergleich: In der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Tritium bei 100 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,36 Becquerel pro Liter.
725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 16. bis zum 17. März 2026 werden rund 180 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/05 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 10,5 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,53 Becquerel pro Liter.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 30. März bis zum 2. April 2026 werden rund 218 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/06 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 14,5 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,58 Becquerel pro Liter.
Sie finden den Überblick über die aktuellen Fassungsraten im März in einem Dokument (PDF, 1,24 MB, nicht barrierefrei).
Bergbauliche Arbeiten
Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.
658-Meter-Ebene, Abbau 3, Hauptauffangstelle: Bergleute legen am südlichen Abbaurand den Fließweg des Salzwassers frei. Um den Arbeitsbereich zu sichern, errichten sie weitere Stützbauwerke (Bullflexpfeiler) aus Spezialbeton.
- 700-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: Im März schneiden Bergleute Teile der Umfahrung im Bereich des Schachts Asse 4 nach. In diesem Bereich soll der Verlauf der Hauptverbindungsstrecke (Wendel) verändert werden. Aufgrund von Arbeiten im bisherigen Wendelverlauf wird die Umfahrung derzeit als Hauptverbindung genutzt. Um eine Durchfahrt zu ermöglichen, fahren Bergleute mit Hilfe einer großen Fräse (Teilschnittmaschine) eine Nische auf und parken diese darin. Die Fräse wird hier für die weitere Wendelauffahrung benötigt.
Teilschnittmaschine in einer Nische auf der 700-Meter-Ebene.
725-Meter-Ebene, L-Strecke: Im tiefsten Bereich der sogenannten L-Strecke wird ein Bohrort für Injektionsarbeiten eingerichtet. Von hier aus soll das Umfeld einer bereits errichteten Strömungsbarriere durch zusätzliche Maßnahmen bestmöglich abgedichtet werden. Dazu wird unter Druck Injektionsmörtel in die betreffenden Bereiche injiziert. Um eine ausreichende Baufreiheit zu gewährleisten, führen Bergleute im März Nachschnittarbeiten an der Decke (Firste) und den Wänden (Stöße) der Strecke durch.
- 800-Meter-Ebene, Schachtende: Neben weiteren Bereichen auf der 750- und 800-Meter-Ebene soll mit dem früheren Füllort einer der größten offenstehende Räume im Bergwerk abschnittsweise verfüllt werden. Dazu errichten Bergleute Mauern aus Blocksteinen. Diese fungieren als Dammbauwerk und ermöglichen es, die dahinterliegenden Bereiche mit Sorelbeton auszugießen. Sind die Bereiche ausgehärtet, können darüber die nächsten folgen.
Strahlenschutz
Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.
- 750-Meter-Ebene, Faktenerhebung: Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes führen radiologische Messungen zur Freigabe von Arbeitsmaterialien durch und beginnen mit dem Ausschleusen von Gerät aus dem Strahlenschutzbereich.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.
- Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Asse.
Links zum Thema
- Alle Monatsberichte zur Schachtanlage Asse II
- Dem Salzwasser auf der Spur
- Fortschritte und Herausforderungen bei der Lösungsfassung in der Schachtanlage Asse II
- BGE macht sich ein Bild von den mittelradioaktiven Abfällen in der Asse
- Nach rund 50 Jahren: Erster Blick auf Fässer in Einlagerungskammer 12 der Asse
- Aktuelle Messwerte des Salzwasserzutritts
- Website der Infostelle Asse
- Die Schachtanlage Asse II auf Einblicke.de (externer Link)
- BGE-Einblicke-Magazin #26 (externer Link)
- Alle Meldungen und Pressemitteilungen zur Schachtanlage Asse II