Aktuelle Arbeiten - Endlager Morsleben

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im November 2021 (Kalenderwochen 44 bis 48/2021)

 

Sichere Stilllegung des Endlagers

Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.

  • Mitarbeiter*innen bereiten die Anlieferung und den Aufbau einer semimobilen Baustoffanlage vor. Die semimobile Baustoffanlage wird für den Bau des Demonstrationsbauwerks zur Streckenabdichtung im Anhydrit auf der 3. Ebene (Sohle) benötigt. Mit ihr wird der Baustoff angemischt und zielgerichtet in das Bauwerk gepumpt.
     
  • Elektriker*innen erledigen vorbereitende Arbeiten zur Energieversorgung der Anlage, Bergleute bohren Ankerlöcher, an denen später die Baustoffleitungen befestigt werden. 
     

Gewährleistung der Betriebssicherheit

Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.
 

  • Mitarbeiter*innen des TÜV Nord führen die jährliche Prüfung der unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) im Technikraum der Zentralen Warte durch. Die USV versorgt die gesamte Technik zur Endlagerüberwachung in der Zentralen Warte bei Störungen im Stromnetzmit Strom.
     
  • Dienstleister führen die halbjährliche Wartung an den Hand-Fuß-Kleidermonitoren durch. Diese stehen an einem Kontrollpunkt auf der 4. Ebene (Sohle) Schacht Bartensleben sowie in der Schleuse des übertägigen Kontrollbereichs. Hand-Fuß-Kleidermonitore sind Geräte aus dem Strahlenschutz, die Oberflächen-Kontamination an Händen und Füßen erfassen können. Alle Mitarbeiter*innen müssen beim Verlassen des Kontrollbereichs den Hand-Fuß-Kleidermonitor passieren. So wird eine mögliche Verschleppung der Kontamination außerhalb des Kontrollbereichs frühzeitig verhindert.
     

Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes

Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.

  • Bergleute führen Beraubearbeiten auf der 3. Ebene (Sohle) von Schacht Bartensleben durch. Die Bergleute entfernen dabei loses Gestein von der Decke (Firste) in den Strecken und Abbaukammern. Beraubearbeiten werden regelmäßig im gesamten Grubengebäude durchgeführt und sind wesentlich, um die Stilllegungsfähigkeit des Bergwerks zu erhalten. 
     
  • Nachdem in den letzten Monaten der Streckennachschnitt auf der Nordstrecke von Schacht Marie vorangeschritten ist, verlegen Elektriker*innen neue Leitungen, um die elektrische Verteilung ebenfalls zu optimieren.
     
  • Dienstleister sanieren das Dach des Verwaltungsgebäudes. Das Gebäude ist bereits mehrere Jahrzehnte alt, weshalb Reparaturen nötig werden. Auch im Innenraum finden Renovierungsarbeiten statt.
     

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
 

  • Am 5. November 2021 nehmen Mitarbeiter aus den Infostellen aller Projektstandorte an einer Schulung zum Erwerb des großen EU-Drohnenführerscheins teil. Damit sind sie qualifiziert, bei Bedarf kurzfristig aktuelle Fotos der BGE-Tagesanlagen aufnehmen zu können. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Einblick.
     
  • Am 18. November 2021 findet eine weitere Informationsveranstaltung aus der Reihe „Betrifft: Morsleben“ statt. Zwei Referenten berichten zum Thema „So sicher ist sicher. Umgang mit Ungewissheiten bei der Sicherheitsbewertung.“ Die Aufzeichnung der Veranstaltung steht interessierten Bürger*innen auf dem YouTube-Kanal der BGE (externer Link) zur Verfügung.
     
  • Die Infostelle ist dienstags und donnerstags von 9-15 Uhr sowie nach Terminabsprache geöffnet. Es gilt die 2G+-Regel sowie das Tragen von FFP2 Masken.
     
  • Aufgrund der aktuellen Corona-Lage bleiben die Besichtigungen unter Tage weiterhin ausgesetzt. Mitarbeiter*innen der Unternehmenskommunikation bieten nach Anfrage alternativ Online-Vorträge und digitale Rundgänge durch das Endlager Morsleben an.

Einblick

Mitarbeiter erwerben den Drohnenführerschein
 

Kurzer Blick auf die Wetterdaten: Die Windstärke erreicht mit rund 15 Kilometern pro Stunde Stufe 3 auf der Beaufortskala. Das entspricht einer schwachen Brise. Der General Aviation Forecast – die Flugwettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes für die Allgemeine Luftfahrt – sagt für den späten Vormittag eine Bodensichtweite von fünf Kilometern und die Wolkenuntergrenze bei 500 Fuß, circa 150 Meter, voraus. Die Daten versprechen nicht unbedingt perfektes Flugwetter, aber das Aufsteigen einer Drohne ist dennoch sicher möglich.

Geeignetes Flugwetter ist an diesem Freitag Anfang November für drei Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation die Voraussetzung für den Erwerb des Fernpilotenzeugnisses der Kategorie A2 – auch „großer EU-Drohnenführerschein“ genannt. Inhaber des Führerscheins dürfen Drohnen fliegen, die eine höchstzulässige Startmasse von 500 Gramm bis maximal zwei Kilogramm besitzen. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen die Piloten mit diesen Drohnen bis zu fünf Meter an Personen heranfliegen. Zukünftige Fernpilot*innen müssen eine theoretische Prüfung bestehen und eine Selbsterklärung über ein praktisches Selbststudium mit dem eigenen Fluggerät abgeben.

Beides absolvierten die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit in einer Weiterbildung bei einer vom Luftfahrtbundesamt zertifizierten Prüfstelle. Hierfür haben sie im Vorfeld des Flugtages folgende theoretische Inhalte gelernt:

  • Luftrecht
  • Flugleistungen von unbemannten Luftfahrzeugen
  • Meteorologie
  • technische und betriebliche Minderung von Risiken am Boden

In der Praxis durchleben die Teilnehmer einen normalen Flugtag – von der Vorflugkontrolle der Drohne über die elementaren Flugmanöver bis zur Einsatznachbesprechung.

Am frühen Nachmittag folgt die theoretischen Prüfung. Nach rund 60 Minuten dann die Erleichterung: Alle Teilnehmer haben die Prüfung bestanden. Den Abschluss des Flugtages bildet das Fliegen unter erschwerten Bedingungen. Hier wird etwa der Verlust des GPS-Signals simuliert. Die Fernpilot*in lernt nun, die Drohne auch ohne Positionsbestimmung kontrolliert zu fliegen. Drei Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation sind nach dieser Weiterbildungsmaßnahme qualifiziert, um mit der betriebseigenen Drohne Luftbilder von den Anlagen der BGE zu aufzunehmen.