Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im August
Richtfestfeier auf dem Betriebsgelände der Schachtanlage Bartensleben
Der Bau von zwei Hallen auf dem Betriebsgelände der Schachtanlage Bartensleben hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Am 25. August wurde das Richtfest für den neuen Gebäudekomplex gefeiert.
Die neuen Gebäudekomplexe entstehen zur Optimierung der Arbeitsabläufe im Tagesbetrieb. Geplant sind eine Bauwerkstatt sowie eine Lagerhalle zur Unterbringung von Materialen und Anlagenteilen der Abteilungen Elektrobetrieb, der Leit- und Nachrichtentechnik sowie dem Schachtbetrieb und einen Bereich für das innerbetriebliches Abfallmanagement.
Die Bauwerkstatt umfasst einen Kfz‑Pflegekomplex und eine Kraftfahrzeughalle mit Ladeinfrastruktur, sowie Einbauten für Büro-, Lager- und Sozialräume sowie einem Bereich für Werkstattarbeiten. Die neuen Gebäude bündeln künftig die Funktionen mehrerer bestehender Einrichtungen und ersetzen abgängige Betriebsgebäude.
Mit dem Richtfest wurde ein Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung des Projekts erreicht. Die Bauarbeiten werden in den kommenden Monaten fortgesetzt. Die Fertigstellung des gesamten Gebäudekomplexes ist für das 1. Quartal 2027 vorgesehen.
Werksleiter Sebastian Voigt (links) würdigte den bisherigen Baufortschritt sowie die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Projektleiter Florian Leschinsky (rechts) sprach den traditionellen Richtspruch.
Wesentliche Arbeiten
Sichere Stilllegung des Endlagers
Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.
- Schachtanlage Bartensleben, 3. Ebene (Sohle):
Am Demonstrationsbauwerk zur Streckenabdichtung im Anhydrit führen Fachkräfte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erneut Permeabilitätsmessungen durch. Für den Bau einer Streckenabdichtung im Hauptanhydrit spielen sowohl die Durchlässigkeit von Gestein als auch von Baustoffen eine zentrale Rolle. Deshalb erfassen die Fachkräfte sowohl die hydraulischen Eigenschaften des Gebirges als auch die Durchlässigkeit des Magnesiabetons. Ziel ist die Bewertung, wie gut das umgebende Gebirge und das Abdichtungsbauwerk den möglichen Zutritt von Salzlösungen begrenzen können. Die Fachkräfte der BGR führen die Untersuchungen zum wiederholten Mal durch. Das hat mehrere Gründe. Zum Beispiel kann sich die Durchlässigkeit des Gebirges durch Spannungsumlagerungen verändern. Einzelmessungen liefern deshalb nur eine Momentaufnahme. Wiederholungsmessungen zeigen, ob die hydraulischen Eigenschaften stabil bleiben.
Gewährleistung der Betriebssicherheit
Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.
- Schachtanlage Bartensleben, über Tage: In der Umgebung kontrollieren Vermessungstechniker*innen an rund 300 fest vermessenen Punkten mögliche Höhenänderungen an der Erdoberfläche. Diese Messpunkte bilden ein weit verzweigtes Überwachungsnetz, das sich über eine Fläche von rund 35 Quadratkilometern erstreckt und eine Gesamtlänge von knapp 93 Kilometern umfasst. Durch regelmäßige Vermessungen werden aktuelle Messergebnisse mit früheren Daten verglichen, um selbst geringste Bodenbewegungen erkennen und ihre Entwicklung über die Zeit verfolgen zu können. Die festgestellten Bewegungen fallen seit vielen Jahren sehr gering aus.
- Kontrollbereich: Im Unter-Tage-Messfeld überprüfen Strahlenschützer*innen die Rückholbarkeit der zwischengelagerten Abfälle. Gemäß ihrer bergrechtlichen Genehmigung müssen die Container jederzeit rückholbar bleiben. Deshalb führen die Fachkräfte vierteljährlich einen praktischen Rückholnachweis durch, bei dem der jeweils oberste Container mit einer speziellen Hebeeinrichtung mehrere Meter angehoben und anschließend wieder abgesetzt wird. Damit kontrollieren sie sowohl die Funktionsfähigkeit des Greifmechanismus als auch die Bewegungsfreiheit der Behälter im Bohrloch. Die im August durchgeführte Überprüfung verläuft erfolgreich und bestätigt die uneingeschränkte Rückholbarkeit der Spezialcontainer.
Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes
Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.
- Schachtanlage Bartensleben, über Tage: In der Containerhalle werden die Arbeiten zum Rückbau der Speziellen Kanalisation abgeschlossen. In den vergangenen Wochen wurden alte Rohrleitungen freigelegt und entfernt. Die beim Ausbau anfallende Erde wurde gesammelt. Nach strahlenschutzrechtlichen Vorgaben haben Strahlenschützer*innen die Kontaminationsfreiheit für den Aushub und die Baugrube nachgewiesen. Anschließend wurde der Aushub wieder in den kontaminationsfreien Hohlraum eingebracht. Nach dem Verfüllen wurde eine neue Betondecke hergestellt, mit der die Arbeiten in diesem Bereich abgeschlossen sind.
- Schachtanlage Bartensleben, 3. Sohle: Vor dem neu geplanten Kontrollbereichsübergang erstellen Bergleute ein Betonfundament. Dieses wird für Baucontainer benötigt, die später als Pausenraum genutzt werden.
- Schachtanlage Marie in Verbindung mit Bartensleben, 3. Sohle: Im August setzen Bergleute den Nachschnitt der 1. Südstrecke fort. Mit dem seit 2025 laufenden Vorhaben wird das Grubengebäude modernisiert und auf die geplante Stilllegung vorbereitet.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
- Die Infostelle Morsleben hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Morsleben.
- Am 1. August haben zwei Auszubildende ihre Ausbildung im Endlager Morsleben zum Kraftfahrzeugmechatroniker mit Schwerpunkt Nutzfahrzeuge, beziehungsweise zum Bergbautechnologen in der Fachrichtung Tiefbautechnik begonnen. Beide Azubis haben das Endlager bereits vor Ausbildungsbeginn kennengelernt und sich bewusst für die BGE entschieden. Mit den Ausbildungs- und Studienangeboten schafft die BGE an allen Projektstandorten Einstiegsmöglichkeiten für junge Menschen. Qualifizierten Absolvent*innen bietet die BGE eine dauerhafte berufliche Perspektive.