Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Mai

Einblick in die faunistische Erfassung rund um das Endlager Morsleben

Im Juli 2024 hat die BGE begonnen, die Tier- und Pflanzenwelt rund um das Endlager Morsleben zu erfassen. Die Kartierung von Flora und Fauna ist Teil einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). In Vorbereitung für die Stilllegung des Endlagers Morsleben stellt die BGE damit sicher, dass die Arbeiten so umweltfreundlich wie möglich ablaufen und die Natur in der Region geschützt wird. Für diese Maßnahme sind Kartierer*innen auf einer Fläche von rund 385 Hektar unterwegs. Dazu gehören die Betriebsgelände der Schachtanlagen Bartensleben und Marie sowie zugehörige Verkehrswege. Erfasst wurden bisher unter anderem Groß- und Greifvögel, Fledermäuse und kleinere Säugetiere. 

Amphibien und Reptilien sowie Tagfalter wurden ebenfalls bereits registriert. Bei ihrer Arbeit berücksichtigen die Kartierer*innen auch Hinweise von Bürger*innen, die einige der erfassten Arten in ihrem Garten und der Umgebung entdeckt hatten. Insgesamt bescheinigen die Kartierer*innen eine hohe Artenvielfalt für die Region.

Die faunistische Erfassung der Umgebung wird voraussichtlich Ende dieses Jahres abgeschlossen. Damit ist die Arbeit aber noch nicht beendet: Die erfassten Daten müssen ausgewertet und weiterverarbeitet werden. Auf dieser Basis werden Kartierberichte erstellt, die in den Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag (AFB) einfließen.

Der AFB prüft, wie sich die geplante Stilllegung des Endlagers Morsleben auf den Lebensraum der erfassten Arten auswirken kann.

Wesentliche Arbeiten

Sichere Stilllegung des Endlagers

Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.

  • Schachtanlage Bartensleben, 2. und 3. Ebene (Sohle): Am Demonstrationsbauwerk werden weitere Untersuchungen vorbereitet. Für die sicherheitstechnische Bewertung der Streckenabdichtung werden zum einen Bohrkerne aus der unteren Kontur des Bauwerks gezogen und zum anderen aus den sogenannten Verfüllbohrungen. Diese verbinden das Bauwerk auf der dritten Sohle mit dem Standort der Baustoffanlage auf der zweiten Sohle. Über die Verfüllbohrungen wurde im Oktober 2024 der Baustoff zur Fertigstellung des Bauwerks gepumpt. Anschließend wurden die Verfüllbohrungen mit Baustoff versiegelt. Ziel ist es, umfassend Bohrkerne aus dem Bauwerk und dem umgebenden Gebirge zu ziehen und diese zu untersuchen. Die Ergebnisse werden in der Gesamtbewertung des Bauwerks berücksichtigt.
     
  • Schachtanlage Bartensleben, 3. Sohle: Ergänzend zu den Bohrungen werden am Demonstrationsbauwerk Scanarbeiten getätigt. Damit übertragen Vermessungstechniker*innen das Bauwerk mit Hilfe eines Laserscanners millimetergenau in eine sogenannte Punktwolke. Am Computer entsteht anschließend eine digitale Kopie. Über diese können Fachkräfte Geometrie und Zustand des Bauwerks analysieren.
     
  • Umgebung des Endlagers: Die faunistische Kartierung im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung wird in diesem Jahr abgeschlossen.

Gewährleistung der Betriebssicherheit

Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.

  • Schachtanlage Bartensleben, Kontrollbereich: Auf der 4. Sohle führen Fachkräfte die vierteljährliche Prüfung der Konditionierungsanlage durch. Diese technische Großanlage wird benötigt, um flüssige radioaktive Abfälle mit Zement zu vermischen und dadurch sicher in Beton zu verfestigen. Es handelt sich dabei ausschließlich um betriebliche Eigenabfälle, die bei Arbeiten innerhalb des Kontrollbereichs anfallen. Durch die regelmäßigen Tests stellt die BGE sicher, dass die Technik fehlerfrei arbeitet.
     
  • Zusätzlich findet vierteljährliche die Prüfung der EDR-Tank-Messeinrichtung statt. Die Fachkräfte weisen den bestimmungsgemäßen Betrieb nach. Das System überwacht zwei spezielle Sammeltanks für Eindampfrückstände, sogenannte EDR-Tanks. Diese Tanks fangen die Abwässer auf, die bei täglichen Arbeiten im Kontrollbereich entstehen. Da diese Flüssigkeiten aus dem Kontrollbereich stammen, gelten sie als potenziell radioaktiv belastet. Können Strahlenschützer*innen keine Schadstofffreiheit nachweisen, werden die Abwässer unter Tage mit Hilfe der Konditionierungsanlage verfestigt.

Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes

Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.

  • Schachtanlage Bartensleben: Im nördlichen Bereich des Betriebsgeländes dauern die Arbeiten zur Sanierung der Straßen und Wege an. Die umfangreichen Arbeiten haben im vergangenen Jahr begonnen. Sie beinhalten die Erneuerung von Schmutz- und Regenwasseranlagen. Anschließend wird die Fahrbahndecke erneuert.
     
  • Kontrollbereich: Im Untertagemessfeld (UMF) ersetzen Fachkräfte die vorhandene Lüftungsanlage durch ein neues Modell. Lüftungsanlagen sind im Bergbau lebensnotwendig, um die Mitarbeitenden mit frischer Luft (Wetter) zu versorgen und verbrauchte Luft (Abwetter) abzusaugen. Die Anlagen sind oft im Dauerbetrieb und haben einen hohen Anteil am betrieblichen Energieverbrauch. Die neue Lüftungsanlage arbeitet energieeffizienter.
     
  • Schachtanlage Marie: Bergleute arbeiten weiterhin am Nachschnitt in der 1. Südstrecke. Das Projekt begann in Jahr 2025. Ziel ist es, eine befahrbare Verbindung zur Schachtanlage Bartensleben zu erschließen, um anfallendes Steinsalz aus Infrastrukturprojekten in geeignete Hohlräume transportieren zu können. Zusätzlich setzen die Bergleute in der im Mai nachgeschnittenen Strecke kleinere Anker für eine Kabeltrasse.

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
 

  • Die Infostelle Morsleben hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Morsleben.