Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im April

Zukunftstag im Endlager Morsleben

Was macht eigentlich ein Markscheider? Wie fühlt es sich an, in einem Bergwerk Auto zu fahren, oder auch, es zu reparieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten am 23. April insgesamt 154 Schüler*innen. Sie nutzten den diesjährigen Zukunftstag, um die vielfältigen Ausbildungsberufe der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) kennenzulernen. Der bundesweite Aktionstag wird initiiert vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Er soll Jugendlichen eine praxisnahe Orientierung für ihre spätere Berufswahl bieten.

Die BGE organisierte dazu Angebote an mehreren Standorten. Neben der Zentrale in Peine waren die Betriebsstätten Asse II, Konrad und Morsleben beteiligt.

Im Endlager Morsleben begrüßte Werksleiter Sebastian Voigt 22 Schüler*innen. Nach einem Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten der BGE ging es für die Schüler*innen in die Praxis. Aufgeteilt in Kleingruppen erkundeten sie das Betriebsgelände sowohl über als auch unter Tage.

Die Jugendlichen bekamen Informationen über den beruflichen Alltag von Bergleuten, Kfz-Mechatroniker*innen, Schlosser*innen und Elektrotechniker*innen. Bei den Markscheider*innen erfuhren sie, wie wichtig präzise Vermessungen im Bergwerk sind. Zusätzlich bekamen sie einen Einblick in die Arbeit der Grubenwehr. Wie wichtig diese Sicherheitskräfte sind, demonstrierte das Team der Leit- und Nachrichtentechnik mit einem Praxistest: Sie simulierten mithilfe einer Nebelmaschine einen Brand und zeigten anschaulich, wie eine moderne Brandmeldeanlage reagiert. Zudem präsentierten sich vor Ort die Werksfeuerwehr und der Strahlenschutz.

Der Aktionstag endete für die Jugendlichen mit einem gemeinsamen Mittagessen und der Übergabe ihrer Teilnahmebescheinigungen.

Wesentliche Arbeiten

Sichere Stilllegung des Endlagers

Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.

  • 3. Sohle der Schachtanlage Bartensleben: Am Standort für das Demonstrationsbauwerk zur Streckenabdichtung im Anhydrit finden erneut Permeabilitätsmessungen statt. Dazu untersuchen Fachkräfte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) das Abdichtbauwerk unter anderem mittels Ultraschallmessungen.
     
  • Kontrollbereich: In der Containerhalle bauen Fachkräfte das Leitungssystem der speziellen Kanalisation zurück. Die Maßnahme ist Teil der rechtlichen und technischen Vorbereitung zur Stilllegung des Endlagers und wurde mit der 54. Wesentlichen Änderung der Dauerbetriebsgenehmigung im Juli 2021 genehmigt. Weitere Informationen finden Sie hier

Gewährleistung der Betriebssicherheit

Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.

  • Kontrollbereich: Strahlenschützer*innen warten Messgeräte zur Raumluftüberwachung. Diese befinden sich in den Einlagerungsbereichen unter Tage auf der 4. Sohle sowie in den Abluftkaminen der Schächte Bartensleben und Marie. Die Messsysteme saugen kontinuierlich Raumluft ein und schicken sie durch Tritium- und Kohlenstoff-14-Sammler. Dies sind Betastrahler, die als gasförmige Nebenprodukte der Kernspaltung mit den Abfällen ins Endlager gelangten. Spezielle Sammler binden diese Gase in Wasser und Natronlauge. Die Proben werden anschließend im Labor der betrieblichen Umgebungsüberwachung ausgewertet. Diese gesetzlich vorgeschriebene Kontrolle ist in der Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen (externer Link) (REI) verankert.

Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes

Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.

  • 4. Sohle der Schachtanlage Bartensleben: Im Ostquerschlag werden die vorbereitenden Arbeiten für den Umzug des Strahlenschutzlabors fortgesetzt. Im April finden weitere Betonierungs- und Maurerarbeiten statt. Außerdem befestigen Bergleute Netze an der Decke (Firste) des Standorts. Diese sollen später die Laborgeräte vor möglichen Löserfällen schützen. 
     
  • Schachtanlage Marie: Die Herstellung der Infrastruktur in der 1. Südstrecke wird ebenfalls fortgesetzt. Die Mitarbeiter*innen erschließen im April eine Strecke von insgesamt 90 Metern.

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
 

  • Die Infostelle Morsleben hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Morsleben.
     
  • Am 23. April findet der diesjährige Zukunftstag statt. Weitere Informationen finden Sie in unserem Einblick.
     
  • Umweltpolitische Sprecher*innen der CDU-Fraktion besuchen am 28. April das Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle Morsleben und lassen sich vor Ort über den aktuellen Stand der Arbeiten informieren.