Aktuelle Arbeiten – Endlager Morsleben
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Juli
Bauarbeiten auf dem Betriebsgelände der Schachtanlage Bartensleben
Auf dem Betriebsgelände der Schachtanlage Bartensleben entsteht ein neuer Gebäudekomplex, der zur Optimierung der Arbeitsabläufe im Tagesbetrieb beitragen soll. Fachleute errichten dazu eine Bauwerkstatt mit Sozial- und Büroräumen sowie eine Lagerhalle. Diese wird auf dem Gelände des ehemaligen Kohlelagerplatzes errichtet und umfasst zwei Funktionsbereiche: die Vorhaltung von Stör- und Ausfallreserven für die Abteilungen Elektrobetrieb sowie Leit- und Nachrichtentechnik und einen Bereich für das innerbetriebliche Abfallmanagement.
Darüber hinaus entstehen ein Kfz-Pflegekomplex und eine Kraftfahrzeughalle mit Ladeinfrastruktur. Die neuen Gebäude werden die Funktionen mehrerer bestehender Einrichtungen bündeln und bestehende baufällige Betriebsgebäude ersetzen.
Das Bauprojekt läuft voraussichtlich bis Mitte 2027. In den kommenden Monaten werden die Erschließungsarbeiten fortgesetzt und die ersten Hochbaumaßnahmen vorbereitet.
Wesentliche Arbeiten
Sichere Stilllegung des Endlagers
Die BGE muss die Funktionalität von Stilllegungsmaßnahmen aufzeigen. Für die vertieften Planungen müssen Untersuchungen durchgeführt werden.
- Schachtanlage Bartensleben, 3. Ebene (Sohle):
Am Demonstrationsbauwerk zur Streckenabdichtung im Anhydrit setzen Fachkräfte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) die Untersuchungen fort. Die Arbeiten finden im Auftrag der BGE statt. Unter anderem führt die BGR sogenannte Permeabilitätsmessungen durch. Permeabilität bezeichnet die Durchlässigkeit eines Materials oder einer Struktur für andere Stoffe, wie Gase oder Flüssigkeiten. Je niedriger die Durchlässigkeit, desto besser ist das Bauwerk. Durch wiederholte Messungen erfasst die BGR, ob sich die Eigenschaften des Baustoffs verändern. Die Ergebnisse der Untersuchungen fließen in die Nachweisführung der später zu errichtenden Streckenabdichtungen ein.
Gewährleistung der Betriebssicherheit
Bergleute müssen das Endlager nach Atom- und Bergrecht betreiben.
- Schachtanlage Bartensleben, 2. Sohle: In der untertägigen Werkstatt führen Fachkräfte Georadarmessungen durch. Bei diesem zerstörungsfreien Verfahren sendet ein Gerät Impulse in Form elektromagnetischer Radarwellen in das umgebende Gebirge. Treffen die Wellen auf Unterschiede im Material, zum Beispiel Hohlräume oder Schichtgrenzen, werden Teile der Wellen zurückgeworfen. Daraus entsteht ein sogenanntes Radargramm, in dem Strukturen sichtbar werden.
- Kontrollbereich: Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erteilt für Reststoffe und Gegenstände aus dem Kontrollbereich die uneingeschränkte Freigabe gemäß § 33 StrlSchV in Verbindung mit § 35 StrlSchV. Mit dem Nachweis der Kontaminationsfreiheit durch Strahlenschützer*innen des Endlagers Morsleben erfolgt die Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung unter anderem für die Charge 21/2026 „Aushub SpezKan in Containerhalle zwischen neuer und alter SpezKan“. Hinter der Abkürzung SpezKan verbirgt sich die Spezielle Kanalisation im übertägigen Kontrollbereich. Während der Einlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle bis 1998 stellte die SpezKan sicher, dass mögliche kontaminierte Wässer in Auffangbecken geleitet wurden, um eine Belastung der Umwelt zu verhindern.
Erhalt der Stilllegungsfähigkeit und Optimierung des Betriebes
Mittel- bis langfristig muss die BGE die Stilllegungsfähigkeit des Endlagers erhalten und den Betrieb optimieren.
- Schachtanlage Bartensleben, über Tage: Am östlichen Rand des Betriebsgeländes beginnen die Arbeiten an der neuen Bauwerkstatt.
- Schachtanlage Marie in Verbindung mit Bartensleben, 3. Sohle: Im Juni setzten die Bergleute den Nachschnitt der 1. Südstrecke fort. Mit dem seit 2025 laufenden Vorhaben wird das Grubengebäude modernisiert und auf die geplante Stilllegung vorbereitet.
- Schachtanlage Bartensleben, 4. Sohle: Im Kontrollbereich im nördlichen Ostquerschlag finden Maurerarbeiten statt. Dort wird das neue Labor der Strahlenschutzüberwachung errichtet.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen über das Endlager Morsleben informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Wissenschaftler*innen fachlich aus und lassen diese Rückmeldungen in unsere Arbeit einfließen.
- Die Infostelle Morsleben hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Morsleben.