Welche Arbeiten beschäftigten die Mitarbeiter*innen des Endlagers Morsleben 2025 und was steht 2026 auf der Agenda? Darüber und über den aktuellen Stand der Arbeiten informierten Werksleiter Sebastian Voigt und Bereichs- und Projektleiter Matthias Ranft am 10. Februar in der Dialogveranstaltung „Betrifft: Morsleben“. Rund 70 interessierte Bürger*innen verfolgten das Digitalformat via Zoom und YouTube.
Arbeiten 2025 und 2026
Sebastian Voigt (Werkleiter Morsleben) stellte in seinem Vortrag die 2025 durchgeführten und für 2026 geplanten Arbeiten vor. Infrastrukturarbeiten und vorbereitende Maßnahmen für die geplante Stilllegung bilden den Schwerpunkt im Offenhaltungsbetrieb des Endlagers:
- Nachschnittarbeiten und Streckenausbau Schacht Bartensleben 3. Sohle und Marie: Die geplante Stilllegung erfordert einen Ausbau von Strecken für Transportwege unter Tage. Von einer ehemaligen Rüstungskammer aus zu einer dahinterliegenden Strecke entsteht eine direkte Verbindung zwischen Marie und Bartensleben. Eine weitere Kammer wird für den neuen Standort der Schachtwasserhaltung auf Marie ausgebaut.
- Kontrollbereich: Sowohl im untertägigen als auch im übertägigen Kontrollbereich finden Baumaßnahmen statt. Unter Tage wird der Kontrollbereichsübergang erneuert. Ebenso wurde die Lüfteranlage erneuert. Weitere Baumaßnahmen bereiten die Infrastruktur für den Umzug des Strahlenschutzlabors vor. Der Umzug ist für 2026 geplant. Über Tage beginnt der Rückbau der speziellen Kanalisation, der Brückenkrantraverse sowie der ehemaligen Containerhalle und -freifläche.
- Atomrechtliche Genehmigung zur Verfüllung des Abbaus 1a 2025 erteilt: Die ehemalige Abbaukammer erlaubt auf Dauer keinen sicheren Betrieb. Hintergrund sind lose Teile an verschiedenen Stellen innerhalb des Abbaus, sowohl an der Decke (Firste) als auch an den Wänden (Stößen). Die altbergbauliche Beschaffenheit verhindert maschinelle bergbauliche Sicherungsmaßnahmen, daher ist eine Verfüllung die effizienteste Maßnahme.
- Baumaßnahmen über Tage: Auf Schacht Marie ist 2025 das ehemalige Sozial- und Produktionsgebäude abgerissen worden. Auf Marie und auf Bartensleben gehen 2026 Interimsgebäude für den Wachschutz in Betrieb. Perspektivisch ersetzt ein Neubau das bisherige Wachgebäude auf Bartensleben. Die vorbereitenden Maßnahmen erfolgen 2026.
Zu den weiteren Infrastrukturarbeiten gehören Erneuerungen von Gebäuden, Elektrik sowie Kommunikationstechnik unter Tage.
Stilllegung
Bereichs- und Projektleiter Morsleben, Matthias Ranft, stellte in seinem anschließenden Vortrag das Verfahren zur Stilllegung des Endlagers Morsleben vor. Ziel ist es, die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle in geologischer Tiefenlagerung langfristig von der Umgebung abzuschirmen. Matthias Ranft erläuterte das Vorgehen bei der Erstellung der Antragsunterlagen für die Genehmigung. Dabei verwies er auf die Komplexität des Grubengebäudes in Morsleben, die sich aus dem Altbergbau ergibt.
Für die Stilllegung sind umfangreiche technische Lösungen vorgesehen. Neben der fast vollständigen Verfüllung der Hohlräume des Bergwerks sind mehrere geotechnische Barrieren geplant. In seinem Vortrag stellte Matthias Ranft die verschiedenen Methoden beim Bau der Demonstrationsbauwerke zur Streckenabdichtung vor.
Demonstrationsbauwerke
Drei Demonstrationsbauwerke werden zurzeit errichtet und teilweise ausgewertet: das Demonstrationsbauwerk im Anhydrit in Morsleben, das Demonstrationsbauwerk aus Spritzbeton und Bitumen in Bernburg sowie das Demonstrationsbauwerk im Steinsalz in Sondershausen. Ziel ist es, aus verschiedenen Elementen und Methoden die jeweils passendste für die Streckenabdichtungen zur Auswahl zu haben.
Die praktischen Arbeiten an den Demonstrationsbauwerken enden 2026. Die Daten aus dem Demonstrationsbauwerk im Anhydrit werden zurzeit wissenschaftlich ausgewertet. Der Bau und die Auswertung der Demonstrationsbauwerke sind der Nachweis, dass die Errichtung technisch möglich und reproduzierbar ist.
Weitere Informationen zu den Demonstrationsbauwerken finden Sie im Themenschwerpunkt „Streckenabdichtungen“.
Die Auswirkungen der Stilllegungsarbeiten auf die Umgebung des Endlagers ermittelt noch bis Herbst 2026 die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Sie ist Teil der Antragsunterlagen für die Stilllegung und wird für die Öffentlichkeit im Rahmen des Beteiligungsverfahrens durch die Behörde ausgelegt.
Bearbeitung von Unterlagen
Die BGE konzentriert sich in 2026 auf die Erstellung der Genehmigungsunterlagen, die für die öffentliche Auslegung erforderlich sind. Dies sind die UVP, der Sicherheitsbericht und dessen Kurzfassung sowie der Rahmenbetriebsplan 2026.
Im Anschluss an die umfangreichen Ausführungen beantworteten die Referenten Fragen der Teilnehmer*innen. Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie etwas weiter unten Die Präsentation zur Veranstaltung finden Sie im Bereich der Wesentlichen Unterlagen Morsleben auf dieser Website (PDF, 6 MB).