Die Debatte und Forderung nach Transparenz ist so alt wie die lange und konfliktreiche Suche nach einem Endlagerstandort. Kritiker*innen forderten immer wieder ein transparentes, nachvollziehbares und begründetes Verfahren zur Suche eines Standortes für hochradioaktiven Atommüll ein.
Die Forderungen nach Transparenz begleitet auch den Such- und Auswahlprozess nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll schon seit seinen Anfängen in den 1970er Jahren. Der Abschlussbericht des Arbeitskreises „Auswahlverfahren Endlagerstandorte” (AkEnd) aus dem Jahr 2002 beschwor die zentrale Rolle der Transparenz als „leitendes Prinzip” für eine gelingende Auswahl nach der schlecht begründeten und politisch motivierten Auswahl des Endlagerstandortes Gorleben. Transparenz sollte die fachliche Nachvollziehbarkeit sichern, politische Einflüsse auf das Verfahren verhindern und so die Glaubwürdigkeit in Teilen der Bevölkerung wiederherstellen (AKend 2002: 53).
Auch die „Endlagerkommission” sprach sich in ihrem Abschlussbericht 2016 vehement für Transparenz des Verfahrens aus und formulierte ein Anrecht auf Transparenz, um auch die kritischen Gruppen in der Gesellschaft einzubinden. Die breite Zustimmung und Beteiligung der Bevölkerung hänge von einer umfassenden Transparenz des Verfahrens ab. Die am Verfahren Beteiligten wurden aufgefordert, stets die Gründe für geplante Entscheidungen umfassend und rechtzeitig offenzulegen und sich frühzeitig der Kritik von Bürgerinnen und Bürgern zu stellen.
Wie wir sehen, verbinden sich unterschiedliche Zwecke und Ziele mit der Forderung nach Transparenz. Sie soll Vertrauen und Glaubwürdigkeit fördern, Begründungen für Entscheidungen nachvollziehbar machen, Beteiligung ermöglichen und unbotmäßige Einflussnahme, Missmanagement und Korruption verhindern.