Dafür wurde an dieser Stelle ein Bohrplatz hergerichtet, in dessen Mitte schon von weitem sichtbar ein rund 20 Meter hoher Bohrturm steht. Ein Motor treibt hydraulisch das Bohrgestänge 380 Meter tief in die Erde. In der Bohrkrone befindet sich eine Öffnung, durch die das Gestein in ein Rohr eindringt. Ein sogenannter Bohrkern entsteht. Diesen Bohrkern zu gewinnen, ist die Hauptaufgabe des Projekts. Wenn der Bohrer nach oben gezogen wird, wird das Gestänge ausgespült. Zunächst ist nur eine braune Flüssigkeit zu sehen. Dann kommt der Bohrkern zum Vorschein. „Deswegen finden diese Bohrungen statt. So bekommen wir im wahrsten Sinne des Wortes handfeste Informationen. Man kann die Brocken in die Hand nehmen“, sagt Weis über die Bohrkerne. Dafür sind Mitarbeiter*innen einer beauftragten Bohrfirma seit Oktober rund um die Uhr in zwei Schichten im Dauereinsatz. Für die Erkundungsbohrungen investiert die BGE mehrere Millionen Euro.
Zuvor wurde dieser Bohrplatz und ein zweiter für die Erkundungsbohrung (R11) im Wald eingerichtet. Sobald die Erkundung R10 beendet ist, soll das gesamte Equipment zu R11 wandern. Dann geht es dort mit der zweiten Bohrung weiter. Die ist um 10 Grad geneigt und wird noch rund 200 Meter tiefer in das Gestein gebohrt. Um den Bohrplatz R10 aufzubauen, wurde an dieser Stelle der Boden abgetragen und mit Schotter aufgeschüttet. Die Böden lagern jetzt einzeln und beschriftet daneben und sind teilweise mit einer Plane abgedeckt. „So treibt das Saatgut nicht aus, das sich darin befindet. Wenn die Bohrungen hier fertig sind, werden die Böden wieder dort aufgeschüttet, wo sie vorher waren“, sagt die Geologin Tänzer, während sie auf den Bohrplatz zeigt. Dieser ist asphaltiert und mit einem Regenrückhaltebecken ausgestattet. Sauberes Regenwasser kann so wieder in den Untergrund versickern.