Nach dem Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft, der auch Mahner*innen wie Raimund Kamm zu verdanken ist, könnte sich der 69-Jährige eigentlich entspannt zurücklehnen. Doch für den Umweltschützer hat jetzt die Suche nach einem sicheren Endlager für die atomaren Abfälle oberste Priorität.
Das Endlagersuchgesetz hält er für richtig. Demnach soll der in Deutschland am besten geeignete Ort für eine Lagerung der radioaktiven Abfälle unter Tage gefunden werden. Sollte dieser vor Raimund Kamms Haustür liegen, wäre er damit einverstanden. „Was uns in Bayrisch-Schwaben bedroht, ist nicht ein mögliches End-, sondern das vorhandene Zwischenlager“, sagt er.
Sorge bereiten ihm die Hallen mit Castor-Behältern auf dem Kraftwerksgelände in Gundremmingen und an anderen AKW-Standorten. Er fürchtet, die Zwischenlager könnten nicht sicher sein, etwa bei einem terroristischen Angriff. Die Lagerung unter Tage ist für ihn der einzig denkbare Weg, den Atommüll sicher zu verstauen.
Bis ein passender Ort gefunden ist, sollten zentrale Zwischenlager in jedem „Atom-Bundesland“ wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gebaut werden. „Die brauchen wir wohl für wenigstens die kommenden 60 Jahre.“
Zeitgleich möchte Raimund Kamm alternative Energien voranbringen. Besonders in seinem Bundesland Bayern sieht er als ehrenamtlicher Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energie Bayern noch viel Potential für die Windenergie: „Wer die Energiewende aufhält, verursacht Atommüll“, lautet die Devise von Raimund Kamm. Sein Kampf ist noch lange nicht zu Ende.
Text: Judith Jenner