Morgens um kurz vor 7:00 Uhr treffe ich mich mit Stefan Fleischer in der Schachthalle. Seit 2017 ist er als Gruppenleiter verantwortlich für den betrieblichen Strahlenschutz auf der Schachtanlage Asse II. Er nimmt mich mit auf eine Reise nach unter Tage und gibt mir einen Einblick, wie die BGE die Mitarbeiter*innen in der Asse vor Radioaktivität schützt.
Während so früh draußen auf der Asse knapp 5 Grad Celsius herrschen, wird es in ein paar hundert Metern Tiefe in wenigen Minuten um die 30 Grad wärmer sein. Jede Person die einfährt, trägt Arbeitskleidung, hat eine Lampe (Geleucht) dabei und einen Sauerstoffselbstretter. Aber für den Strahlenschutz am wichtigsten ist das Dosimeter. Es misst die Strahlendosis, die ich während meines Aufenthalts unter Tage abbekomme. Nicht nur bei mir, sondern auch bei allen anderen Personen, die nach unter Tage fahren. Die Fachleute der Dosimetrie messen im Jahr rund 60.000 Mal.
Unter Tage auf der 490-Meter-Ebene angekommen, gehen wir zum Abbau 4. Früher wurde hier Salz abgebaut, heute ist er einer der größeren noch offenen Grubenräume und beherbergt den sogenannten Freimessplatz. Hier kommt ein Großteil der normalen betrieblichen Abfälle zur Freimessung hin, bevor sie nach über Tage gebracht werden dürfen. Leitungen, Kartons, Fahrzeugteile und normaler Restmüll landen hier. „Selbst der Inhalt der Dixi-Klos wird untersucht“, erklärt mir Stefan Fleischer. Die BGE kann so nachweisen, dass die hier abgegebenen Materialien radiologisch unbedenklich sind und dem konventionellen Wertstoffkreislauf oder der Entsorgung zugeführt werden können.