Die Bilder tragen dazu bei, dass heute oft zu hören ist: „Niemand weiß, was in der Asse liegt.“ Doch so einfach ist es nicht, auch wenn die Abfalldokumentation vor 50 Jahren nur wenige Informationen enthielt. Undichte Fässer, überschrittene Grenzwerte und lückenhafte Lieferscheine waren keine Seltenheit.
Sicher ist jedoch, dass in der Schachtanlage Asse II insgesamt 125.787 Gebinde mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in 13 Einlagerungskammern lagern. Hochradioaktive Abfälle sind nicht enthalten. Rund 67 Prozent der Abfällbehälter stammen aus damaligen Anlagen der Energieversorgungsunternehmen, 23 Prozent aus der Atomforschung, 8 Prozent aus der kerntechnischen Industrie und rund 2 Prozent von sonstigen Abfallverursachern wie der Medizin.
Nachdem die Anlage unter das Atomrecht gestellt wurde, wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Unsicherheiten bei der Abfalldokumentation zu beseitigen. Ergebnis der Bemühungen ist die sogenannte ASSEKAT in ihrer aktuellen Version. Das ist eine Datenbank, in der alle Erkenntnisse über die radioaktiven Abfälle enthalten sind. Sie ist ein wichtiges Werkzeug für die Planung und Genehmigung der Rückholung und wird stetig verbessert.