Einblicke: Sie arbeiten als Teamleiter der Geologie und Hydrologie im Bergwerk Gorleben, das von der BGE geschlossen wird. Erkundungsarbeiten im Hinblick auf die Eignung für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle werden nicht mehr durchgeführt. Welche Rolle spielen Geolog*innen eigentlich bei der Schließung?
Christian Islinger: Beim eigentlichen Prozess der Schließung keine, zumindest keine wesentliche Rolle. Natürlich arbeiten wir dem Betrieb zu, etwa wenn es rund um das Thema Salzhalde beziehungsweise deren Stoffbestand geht. So war im Rahmen der Planung zur Verfüllung des Bergwerkes die Frage zu klären, ob das gelagerte Salz auf der Halde ausreicht, um das Bergwerk zu verfüllen. Denn bedingt durch die Niederschläge haben sich im Laufe der Jahre rund 40 Prozent des im Zuge der Erkundung nach oben gebrachten Salzes aufgelöst.
Eine sehr große Rolle spielen wir natürlich, wenn es um die Frage geht, ob beim Weg des Salzes wieder zurück nach unter Tage eine Belastung des Grundwassers, des Bodens und der Luft auftreten kann. Deshalb werden wir den Rückbau der Salzhalde mit unserem Überwachungs- und Messprogramm intensiv begleiten.