Zunächst muss der geborgene Atommüll überirdisch zwischengelagert werden, bevor er wieder unter die Erde soll – in ein Endlager. Doch das gibt es noch nicht. Ein Standortauswahlverfahren läuft, doch die Endlagersuche in Deutschland steht noch am Anfang.Zunächst muss der geborgene Atommüll überirdisch zwischengelagert werden, bevor er wieder unter die Erde soll – in ein Endlager. Doch das gibt es noch nicht. Ein Standortauswahlverfahren läuft, doch die Endlagersuche in Deutschland steht noch am Anfang.
Die besonders gefährlichen, hochradioaktiven Stoffe werden nicht vor 2080 endgelagert sein. Bei den schwach- und mittelradioaktiven Stoffen gibt es erst für etwa die Hälfte der Menge eine Lösung: rund 300.000 Kubikmeter Atommüll sollen in das erste und bislang einzige genehmigte Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Deutschland, in den Schacht Konrad bei Salzgitter, unweit der Asse. Genehmigt wurde die Endlagerung im Schacht Konrad 2002, dort soll die Einlagerung von Abfällen aus Betrieb und Rückbau der Kernkraftwerke sowie aus Industrie, Forschung und Medizin nach vielfacher Verzögerung 2027 beginnen.
Die Zeit drängt, an vielen Standorten staut sich bereits jetzt abgelagerter Müll, der während des Betriebs und beim Rückbau der Kraftwerke angefallen ist. Laut einer BUND-Studie von 2021 gibt es an vielen der dezentralen Zwischenlager Mängel und Sicherheitsrisiken.
Auch am geplanten Endlager Schacht Konrad gibt es viel Kritik. Laut Atomexpertin Oda Becker, die die Studie erstellt hat, wäre er „nach heutigem Wissensstand nicht zulässig“. Und: Er reicht auch nicht aus, sein Fassungsvermögen von rund 300.000 Kubikmetern ist bereits restlos verplant.
Deutschlandweit fallen jedoch laut Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) insgesamt geschätzt 600.000 Kubikmeter Atommüll an. Zu den rund 300.000 Kubikmetern, die im Schacht Konrad endgelagert werden sollen, kommen die knapp 200.000 Kubikmeter aus der Asse sowie weitere 100.000 Kubikmeter Rückstände aus der Urananreicherung hinzu. Was mit dem restlichen Atommüll geschehen soll, der seit Jahrzehnten in temporären Zwischenlagen vor sich hin strahlt – bislang überirdisch an Dutzenden Standorten von Atomkraftwerken und Forschungsinstituten – weiß noch niemand.